Vielleicht bin ich plemplem. Wegen dem Schreiben, meine ich. Es treibt mich nämlich die Furcht, dass Geschehnisse und Gedanken in meinem Dasein in der Suppe aus tausenderlei Wahrgenommenem versinkt wie ein Stück Brot in der Brühe. Dinge zu vergessen oder falsch zu erinnern ist für mich aber, als hätten sie nie stattgefunden, oder anders als gedacht, vielleicht nur im Traum und auf jeden Fall nicht mehr existent. Deshalb schreibe ich alles auf.
Seit ich elf Jahre alt bin, dokumentiere ich Ereignisse und Gedanken, als dürfe nichts verloren gehen. Es sind Splitter. Platzhalter. Kleine Geschichten. Sie werden zur Skizze meines Vorhandenseins und nebenbei Teil einer von mir geschaffenen Ordnung mit immer neu zu entdeckenden Facetten.
Nicht dass ich es später lesen würde. Wichtig ist nur, dass ich es könnte: mein Leben aufblättern wie ein Buch, und jedes einzelne Kapitel lieferte den Beweis, dass dieses geschah und jenes folgende Bewandtnis hatte. Knusprige Croutons, die oben schwimmen. Ob mein Drang zu schreiben noch als Hobby durchgeht oder schon ein Fall für den Psychologen ist, weiß ich nicht, ist auch egal. Ich schreibe. Also bin ich. Scribo, ergo sum.
Bin ich auch plemplem?
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Egal, was es ist; ich bin’s gern
Da sind wir ja schon zwei, die gern sind, was immer es ist!
Es ist auch eine wertvolle Erinnerung für später, wenn man viel aufschreibt.
Eigentlich herrscht ja Heute die Meinung, alles was im Internet mal drin ist, kann da kaum jemals wieder raus bekommen werden.
Später… es wäre interessant, dereinst zu sehen, was von der heutigen, digitalen Welt noch übrig ist, wenn die letzten Tontafeln und Zeugen der Vergangenheit aus Sandstein vollends zerfallen sind.
Das ist ein interessanter Gedanke. Was wird die Nachwelt wohl von uns finden, wenn die digitalen Fundstücke weniger haltbar sind als erwartet? Auf jeden Fall genug Plastiktüten und Kunststoffzeug, um bei Ausgrabungen auch in 500 Jahren noch genug von uns zu vermitteln!
Dinge die uns am Leben erhalten, können nie verkehrt sein. Mir gefällt Dein Schreibstil, er ist sehr witzig und unterhaltsam. Danke
Liebe Grüße und schöne Weihnachten
Gabriele
Danke für deinen Besuch und den netten Kommentar! Ich schau dann gleich mal bei dir vorbei.
liebe anhora
endlich habe ich mir mal zeit genommen, hier ein bisschen rumzuschauen. dieses artikelchen über deine schreiblust – hey, das könnte von mir sein.
ich komme wieder hierher!
bis bald, sofasophia
Liebe Sofasophia,
dankeschön für deinen Besuch hier! Hab mich bei dir auch schon umgesehn, mir gefallen deine Beiträge und irgendwie sehen wir uns – blogmäßig – ja auch ähnlich!
Man liest sich.
Genau darüber habe ich mir gestern Gedanken gemacht:
Was ist das, dass ich von Notitzbüchern umgeben bin, Tagbuch schreibe und nun auch angefangen habe zu Bloggen? Es ist die Angst zu vergessen.
Ich habe paar Jahre meines Lebens vergessen, glücklicher Weise habe ich damals Tagebuch geführt; habe mich aber bis jetzt nicht getraut diese zu lesen.
Natürlich ist dabei auch eine Portion Egomanie. Als (Geistes)wisssenschaftlerin weiß man, dass man auf Quellen angewiesen ist; wer weiß, vielleicht werden Menschen in fünfhundert Jahren u.a. dank der Blogger den Alttag von Leuten von heute rekonstruieren können?
Liebe ladidaladida,
ich lese meine früheren Aufzeichnungen auch nie. Wichtig ist mir nur zu wissen, dass sie da sind. Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht verlockt der Gedanke, ein paar Spuren zu hinterlassen, bevor wir wieder abreisen. Vielleicht ist es etwas anderes.
Herzliche Grüße
Anhora
gut- ja- wohl- und – weiter- so….
gruß von sonja
Finde das eine gute Idee! Ist doch ähnlich wie Bilderalben, Videobänder-Sammlung, nur eben in bestimmter Stimmung, unter bestimmten Eindrücken geschrieben.
Beste Grüsse
Werde öfter mal vorbeischauen, Grüße