Veränderungen

Eine liebe Nachricht habe ich heute bekommen von jemandem: „.. denke oft an euch und wie sorglos unser abend in der kneipe war. …“ Stimmt, das war wenige Tage, bevor es geschah. Wir werden uns sicher weiter dort treffen und mehr nette Abende miteinander haben, aber sorglos? Wir haben uns verändert. Nicht nur der Junge hat sein Vertrauen in die Unbedenklichkeit des Lebens verloren. Auch für uns Erwachsene gibt plötzlich der Boden nach, und zum Festhalten gibt es wenig. Nichts ist mehr leicht. Es kann wieder passieren, uns selbst oder gar einem der andern Kinder, oder einem der Freunde der Kinder, oder jemandem aus der Familie.

Das Leben meint es nicht gut mit uns, nur weil wir nette Menschen sind und solches Leid nicht zu verdienen glauben. Es passiert trotzdem. Alles Mögliche passiert, jeden Tag, die schlimmsten Dinge, wir sind mit unserem Schicksal nicht Spitzenreiter. Man kann zum Beispiel im Bericht einer Medizinstudentin lesen, was es auch noch gibt. Und wie mag es den Angehörigen der Passagiere gehen, die in einem Flugzeug in der Nähe von Brasilien ins Meer gestürzt sind. Die meisten wird man nie finden, so dass es nicht einmal einen Körper zum Abschied nehmen gibt, und was in der letzten halben Stunde ihres Lebens geschah, werden die Familien kaum je erfahren. Auch was Michael Jackson mit all seinen Operationen körperlich und seelisch gelitten hat, wollen wir am liebsten nicht wissen.

Der Mensch muss das Leid anderer beiseite wischen, es würde uns sonst zerstören. Aber dann klopft es an der eigenen Tür, und die Sorglosigkeit hat ein Ende.

Was gibt es Neues aus Ulm? Sein Vater berichtet, es gehe ihm gut. Sie waren draußen im Freien mit ihm, er kommt mit dem Rollstuhl zurecht. Auch habe er sich einige Dinge merken können, über die man zuvor gesprochen hatte, und er redet klarer. Er sehnt sich nach der Reha, morgen sind es vier Wochen im Krankenhaus. Das ist lang. Die Schwester meinte jedoch, sie würden ihn gerne noch eine Woche behalten und prüfen, ob alles gut heilt.

Jedenfalls geht es ihm besser und ich habe etwas Abstand gefunden in den letzten zwei Tagen ohne Besuch. Zu sehen, was er durchmacht, ist manchmal kaum auszuhalten.

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Ein Gedanke zu „Veränderungen

  1. sternenmond

    Danke fürs Pingback 🙂

    Vielleicht seid ihr nicht Spitzenreiter… aber doch zumindest schon ziemlich weit oben. Ich wünsche dir und deiner Familie alle Kraft der Welt auf eurem weiteren Weg, der sicherlich immer noch viel Anstrengung bereit hält, aber ihr habt auch meine volle Bewunderung dafür, was ihr bereits geschafft habt.

    Alles, alles Liebe. Sternenmond.

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