Was geht am Wochenende?

Morgen wird ein schöner Tag. In der Früh werden wir mal wieder in die Rehaklinik fahren und den Jungen holen, zum ersten Mal ohne Rollstuhl, Rollator oder sonstiges Gerät. Die Tage des Herumsitzens zu Hause an den Wochenenden sind vorbei! Weit kann er freilich nicht gehen, schnell sowieso nicht und er wird hinken. Das rechte Knie braucht noch Zeit, um wieder geschmeidig zu werden. Aber er braucht keine Hilfe mehr. Er kann wieder gehen.

 

Am Abend – da gehen wir ins Irish Pub. Dorthin, wo wir vor ein paar Monaten saßen und ich weinte und wusste mir nicht zu helfen, weil mein Kind so schwer verletzt worden war. Der irische Kellner, der uns ein Glas Whiskey servierte und ein paar Augenblicke lang zuhörte, als ich von dem Unfall erzählte, betrachtete mich unsicher als ich ihn fragte, ob er ein Gebet für meinen Sohn zum Himmel schicken könne. Er gab zu bedenken, dass er lange nicht gebetet habe und ich sagte: das macht nichts. Beten hilft immer. Je mehr, desto besser, dachte ich, gerade die Selten-Beter findet Gott vielleicht besonders anrührig und er wird aufmerksam. Es kann nicht schaden, dachte wahrscheinlich der junge Ire und versprach, für den Jungen zu beten.

 

Als wir ihn das nächste Mal im Pub sahen, berichtete er nicht ohne Stolz, dass er tatsächlich gebetet habe. „And you know what? I will do it again.“

 

Sie wurden alle gehört, unsere Gebete, und deshalb gehen wir morgen zusammen mit ihm, seiner Freundin, seinen Geschwistern und jedem, der Lust hat, ins Irish Pub zum Feiern. Ich freu mich drauf!

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