Das Wort zum Sonntag

Dass meine Haare nachwachsen, ist eine tröstliche Nachricht, aber ich dachte beim Friseur neulich noch über etwas anderes nach. Während die süße Blonde meine Resthaare kürzer schnitt, blätterte ich nämlich eine Zeitschrift durch. Ich gehöre nicht zu denen, die dem Friseur anvertrauen wollen, was sie gerade so erlebt haben mit dem Nachbarn oder dem Kind, und dann kann es langweilig werden. Es lag also eine „Brigitte“ herum, der ich generell nichts abgewinnen kann, aber es gab keine Alternative. Ich ging die Überschriften durch und fand doch etwas, das mich interessierte. Ich glaube, es ging um Burn-Out, und als Anregung wurde folgende Frage gestellt:

„Wenn Sie eine Entscheidung treffen könnten und Sie hätten die Sicherheit, dass Sie damit niemanden kränken, enttäuschen oder schädigen – was würden Sie tun?“

Ich kam auf Anhieb zu keinem Ergebnis, und war überrascht. Aber es ist doch so: Auch wenn man niemanden kränkt oder schädigt, könnte das Leben nach der Entscheidung ganz anders verlaufen. Was wir gerne loswerden wollen, ist durchaus interessant herauszufinden. Was wir davon haben werden, ist es aber auch. Woher weiß ich denn, was die veränderte Situation bei mir auslösen würde und ob ich damit umgehen könnte? Im Artikel gab es dazu keine Hilfestellung, „Brigitte“ eben. Nix Halbes, nix Ganzes.

Ich warf die Zeitschrift auf die Ablage vor dem Spiegel und unterhielt mich mit der Friseurin übers Wetter. Da ist von vornherein klar, dass wir es weder vorhersehen noch ändern können. Wir müssen nur entscheiden, was wir anziehn.

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