Entscheidungen

Wenn eine Gelegenheit sich bietet, etwas Ungeliebtes zu verlassen – macht man sich sogleich aus dem Staub? Nehmen wir an, die Arbeitsstelle bereitet uns Kummer und wir bekommen die Möglichkeit zu wechseln. Eine Tür ist aufgegangen und lockt uns einzutreten, doch wird sie hinter uns zufallen und was dann kommt, wissen wir nicht.

Derzeit ist – um bei unserem Beispiel zu bleiben – das Pensum nicht zu schaffen, Misstrauen herrscht im Büro oder wir werden angegriffen. Verabscheuen wir bei der Arbeit aber wirklich alles? Oder doch nur manches? Wir zerreißen uns zwischen dem Bedürfnis zu fliehen aus einem Missstand und zu bleiben bei dem, was vertraut ist. Gerade jetzt, wo wir mit solchen Gedanken spielen, ist es in der Firma gar nicht so schlimm! Unsere Wahrnehmung ändert sich: An diesem Arbeitsplatz müssen wir nicht ausharren, sondern wir können. Wenn wir wollen.

Nach langen Jahren ohne Veränderungen, aber auch in Zeiten mit vielen Umwälzungen tun wir uns außerdem schwerer, etwas Neues zu beginnen, auch wenn das Bestehende uns peinigt und eine andere Chance uns zu sich winkt. Lohnt sich der Aufwand? Wäre es dort überhaupt besser? Schuldgefühle nisten sich auch noch ein, weil wir Menschen enttäuschen, wenn wir sie verlassen. Betreten blicken wir an ihnen vorbei, damit sie in unseren Augen nicht lesen, was weiter hinten in Gedanken versinkt: ob wir uns darauf einlassen sollen, ob es woanders besser sein mag, und dass nichts vergänglicher ist als die Gelegenheit.

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