Newcastle

Wir übernachten in einem Hotel in der Nähe von Newcastle und man glaubt, in einem Agatha-Christie-Film gelandet zu sein: Hohe Zimmer, Stuckverzierungen, hohe schmale Fenster in erkerartigen Ausbuchtungen,  schwere Vorhänge davor. Drei Leute mindestens hätten dahinter Platz, ohne bemerkt zu werden. Es knarrt, es zieht, ich höre Stimmen aus angrenzenden Zimmern. B. ist nicht da, er hat einen Termin und ich betrachte die schweren Möbel, die Strukturtapeten und die rot-goldene Streifen an der Wand an der Stirnseite des Riesenbetts.

Fröstelnd krieche ich unter die Decken und schalte den Fernseher an. Es läuft ein Krimi, ich liebe englische Krimis, sie sind voller Atmosphäre und herrlich verstrickt, niemals könnte es solche Fälle tatsächlich geben. Die Morde werden auf die feine englische Art alle gelöst und ich schaue nacheinander Taggart, A touch of Frost und Lewis an. Danach Michael Palins Reiseberichte und am Ende Mr. Bean. B. Wunderschöner Abend!

Frühstück „Full English“ sieht so aus:

Das Schwarze ist Black Pudding, bei uns nennt man das Schwarzwurst. Gebratene Schwarzwurst *shudder* . Dazu noch mehr Schwarzes: gebratene Scheiben eines Riesenpilzes. Sieht grauslig aus, schmeckt aber ordentlich. Der Rest ist bekannt: Gebratene Tomaten, Ei, Schinken, und eine komische Wurst. Ähnlich wie Thüringer, aber auch wieder nicht.

In Newcastle gibt es ungefähr so viele Brücken wie in Ravensburg Türme. Sie führen über den Tyne und die berühmteste ist die Millennium Bridge, die mich zum Baltic bringt, einem Museum für zeitgenössische Kunst.

Millennium Bridge, dahinter das Baltic Museum

Fesselnd die Foto-Ausstellung von Martin Parr über Luxus in der High Society in all ihren Nuancen, eine herrliche Offenbarung. Er zeigt, dass in dieser Welt auch nur Menschen leben. Sie sind nicht glücklicher und erst recht nicht schöner als die restlichen 99% der Erdbevölkerung!

Neben dem Baltic liegt eine berühmte Konzerthalle, The Sage. Der Architekt Norman Foster hat sie erdacht, er entwarf auch die gläserne Reichtstagskuppel in Berlin.

The Sage

Und das wars, morgen geht’s zurück in die Heimat. Ich schließe mit den Worten von Paul von Heyse:

Erdachtes mag zu denken geben,
doch nur Erlebtes wird beleben.

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