Beklagenswert

Das einzige, was ich an meinem arg in die Jahre gekommenen Toyota vermisse, ist ein gescheites Radio. „Sarrazin kassiert nun 1000 Euro mehr im Monat …“, sagte ein Sprecher eben, nun beginnt es zu rauschen und zu fauchen, zu schnattern und zu knattern, ich hör nix mehr. Es ist aber nicht schwer zu erraten, dass Sarrazin endlich geht und niemanden mehr blamiert außer sich selbst. Kriegt er nun 10.000 EUR im Monat oder 11.000? Es dringen nur noch Wortfetzen aus dem Äther und das Einzige was hilft ist dann: Fenster runter, Hand raus und Antenne festhalten. Sofort wird der Empfang klarer.

Wenn man auf diese Art unterwegs ist, denkt man schon manchmal nach. Ich bin ja keine 18 mehr, und selbst 18jährige fahren heutzutage mit Audis rum. Aber wegen des Radios kaufe ich kein anderes Auto, und ein neues Radio (dann hätte ich allerdings einen CD-Player!) samt Antenne lohnt sich bei der alten Kiste nicht. Sie könnte nämlich jeden Tag auseinanderfallen, ich spare mein Geld lieber. Wer weiß was kommt.

Da! Jetzt hab ich wieder was gehört: „… Pension …  hätte ihm … 2014 … zugestanden.“ Dass er nur sechzehn Monate im Amt war, kriege ich auch noch mit. Clever. Bevor er seinen Mist veröffentlicht, wechselt er zur Bundesbank. Das verspricht einen guten Preis, damit er dort wieder geht, plus die Einnahmen für das Buch. Die vorzeitige Pension, aufgestockt,  bezahle nun ich. Es sind meine Steuern und die von vielen andern, Monat für Monat abgetreten nach harter Arbeit.

Angewidert lasse ich die Antenne los.

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4 Gedanken zu „Beklagenswert

  1. Anhora Autor

    Grrrr….

    In meinem nächsten Leben werd ich Bundespräsident…

    Ich glaub, S. hätte auf jeden Fall Geld gekriegt, um zu gehen. Ob mit oder ohne Bundespräsident, er ist nicht mehr tragbar und damit hat er m.E. kalkuliert.

    Ich geh jetzt ins Bett und les ein Buch. Um auf andere Gedanken zu kommen. 😉

    Man liest sich!

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  2. Bredenberg

    Der Bundespräsident hat zuviel kommentiert und sich damit die Möglichkeit genommen, S. zu entlassen. Um diesen Fehler zu korrigieren, musste er einen zweiten begehen, nämlich einen Deal anzubieten.
    An einen Plan von S., über die Bundesbank und über eine Provokation zu einer höheren Pension zu kommen, kann ich nicht glauben. Dann hätte er den Doppelfehler des Präsidenten einkalkulieren müssen.
    Der Fehler liegt nicht bei S., aber er nutzt ihn aus. Das ist allerdings langfristig auch ein Fehler, weil es seiner Glaubwürdigkeit schadet.
    Wegen Geld werden ständig Fehler gemacht.
    Was die Höhe von Pensionen anbetrifft: S. erhält nun jährlich 120.000 €, die des Präsidenten wird 200.000 € betragen, vielleicht schon in 5 Jahren.
    Schlaf gut!

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  3. Anhora Autor

    Du hast sicher Recht. Der Bundespräsident hat ja so gar nix getan, um die Situation zu beherrschen, er hat sie noch nicht mal kommentiert. So hatte ich ihn auch eingeschätzt: Sieht nett aus, redet nettes Zeug, in der Politik nutzlos.

    Ich weiß nicht, warum Sarrazin zur Bundesbank wechselte, habe keine Lust, mich mit dieser Person noch mehr zu beschäftigen. Ich vermute aber, dass er diese Position bewusst anstrebte, um ein provozierendes Buch zu veröffentlichen und sich seinen Rückzug aus der Öffentlichkeit vergolden zu lassen. Wahrscheinlich wollte er noch viel mehr Geld, deshalb zog es sich eine Weile lang hin. Und von unseren Steuern erhält dieser durchtriebene Mensch eine so hohe Pension, dass er sie gar nicht ausgeben kann. Ich könnt mich aufregen …

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  4. Bredenberg

    Ich bin überzeugt, die Verantwortung für die erhöhte Pensionszahlung Sarrazins liegt beim Bundespräsidenten. Dadurch konnte er S. dazu bewegen, „freiwillig“ zu gehen. Arbeitsrechtlich wäre es kaum möglich gewesen, S. zu entlassen.
    S. hätte entweder bleiben sollen und es auf einen Prozess ankommen lassen oder wirklich freiwillig gehen ohne Pensionszuzahlung. Meine Meinung.
    So hat alles wieder einen üblen Beigeschmack.

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