Bisschen Luftschnappen

Um die letzten kraftlosen Herbstsonnenstrahlen einzufangen, spaziere ich in der Mittagspause durchs Dorf. Ich gehe an einem Bach entlang und schaue auf einer kleinen Holzbrücke versonnen ins Wasser. Es sind keine Fische darin. Dann muss über mich selbst grinsen. Mein Liebster sieht nämlich in jedem Gewässer nach, ob Fische drin sind, und jetzt fang ich auch schon damit an! Er geht eben gerne zum Angeln, deshalb. Das heißt aber nicht, dass er mit Hecht und Barsch um die Schultern nach Hause kommt und ich muss dann Fischbäuche aufschneiden. Oh nein. Was er gefangen hat, wirft er ins Wasser zurück. Ob das den Tieren gut tut? Mein Liebster sagt: Ja. So sähen sie mehr von der Welt.

Ich weiß nicht. Wenn ich keinen Fisch essen will, dann fange ich auch keinen, aber wir reden hier ja von Sport. Allerdings: auch Dressurreiten ist Sport, und müsste ich wählen – dann wäre ich doch lieber Fisch. Gut, dass ich keins von beiden bin, denke ich und gehe langsam zurück, zur nächsten  Voltigier-Runde im Firmenzirkus …

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