Stillleben

Kennt ihr das? Man hat keine Lust zu reden, und jemand stellt eine Frage. Es quält sich eine Antwort durch und schon während des Antwortens weiß man: der Fragende fragt nach. Weil er nichts verstanden hat. Man ist eben grad ungesprächig, da feuert die Stimme kein Hossa ab, es schmettert nicht lustig das Horn. Stattdessen wurschtelt ein Murmeltier verschlafen in seinem Bau und grummelt „Hmpff.“ „Wo sagtest du steht das Salz?“  „Im Schrank.“ „Ich seh es nicht, wo denn im Schrank?“ „In däinnentür..“ „WO?“ Kein Wunder: während des Antwortens wusste ich bereits, dass er nachfragt.

„Mami wer hat mein rotes Auto genommen?“  „… auf’m fensersims stes.“ „WO?“ Schon bei den Kindern hat mich das früher genervt. „Um wieviel Uhr fängt das Konzert morgen an?“- „‘m hal ach glab..“ „WANN?“ „Wie heißt dein Grafikprogramm nochmal?“ „..Paintshbr..“ „WIE?“

„Sprich deutlich“, ermahnten mich schon in Jugendtagen meine Schulfreunde, auch damals hatte ich nicht immer Lust zu reden. Doch man kann nicht immerzu etwas sagen wollen. Man muss auch mal still sein. Pscht.

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2 Gedanken zu „Stillleben

  1. Anhora Autor

    Ach danke! 🙂

    Ich finde Schreiben einfach angehmer. Man darf einen Satz zu Ende bringen, man darf ihn danach nochmal zurechtbiegen, man darf Worte zurücknehmen und erst wenn man soweit ist, darf man das, was zu sagen ist, endgültig freigeben. Hat was. 🙂

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