Mein Job ist mein Leben

„Ist es nicht schön?“ ruft die Abteilungsleiterin und genießt den Blick in die Runde. Zwanzig Leute sitzen in einem ungemütlichen Besprechungsraum um einen Tisch herum. Sachbearbeiter, Sekretärinnen, BA-Studenten und Aushilfskräfte beugen sich über Teller mit geschmelzten Maultaschen, der Cateringservice lässt sie jetzt allein. Vollversammlung im Vertrieb. Der Nachmittag steht an mit Entwicklungen, Ausblicken, Zahlendatenfakten.

Das Haar der Abteilungsleiterin ist zu einem borstigen Dutt geknotet, was nichts Gutes verheißt. „Zeig mir deine Frisur, und ich sag dir, wie du  drauf bist“, wird gelegentlich über sie gespottet, wenn Angst und der tägliche Überdruss die Lust am Spotten noch zulässt. Beim Dutt ist Vorsicht geboten. Ein paar Köpfe schauen daher vom Teller auf, zweifelnd. Hat sie das eben gesagt? Tatsächlich. Da vorne sitzt sie, beim Flipchart, aufgeräumt und voller Leben. „Ist es nicht schön?“ ruft sie, „wir alle zusammen an einem Tisch? Das ist ja wie in einer Familie!“

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8 Gedanken zu „Mein Job ist mein Leben

  1. Anhora Autor

    Danke für diesen netten Kommentar! Ja es ist nicht alles einfach in diesem Job, aber man entwickelt Strategien und dann gehts. Solchermaßen gestählt könnt ich mich eigentlich als Regierungssprecher bewerben. Was Schäuble kann, kann man hier schon lange! 😉

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  2. Karin

    Ich bin stolz auf Dich – wie du das so alles meisterst… aber du machst wohl gute Arbeit … und die Arbeit macht dir wohl Spaß – deshalb ist für dich alles erträglich und stimmig. Drück dir die Daumen, dass es weiterhin so gut für dich läuft… bei uns im Büro scheint es zumindest diese Familie noch zu geben… hoffe noch solange, bis ich in die Rente gehen kann. Schick dir liebe Grüße und Kopf hoch.

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  3. Anhora Autor

    Du meinst eine Fee hat sich in Deutschlands Unternehmen verirrt und erfüllt dort alle Wünsche? Naja den einen oder andern vielleicht … manchmal …
    Zu einem Märchen mit glücklichem Ende für alle und so weiter reichts, glaube ich, nicht.

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  4. Anhora Autor

    Wenn man genau hinschaut, findet man schon Erstaunliches: Die junge Kollegen, die sich wie eine Tochter von den Älteren betütteln lässt; die harte Abteilungsleiterin, die ihre Strenge fallen lässt und eine Art Familie um den Tisch versammelt. Andere fliehen vor der wirklichen Familie an den Schreibtisch im Büro. So ein Arbeitsplatz ist doch eine enorme Plattform für alle Arten von Bedürfnissen!

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