Es war einmal eine ganz Schlaue

Wenn man glaubt, es läuft alles rund, dann kommt eine Reklamation. Das hat der liebe Gott so eingerichtet, damit das Menschlein bescheiden bleibt. Wenn man glaubt, man sei schlau, dann sagt der Kunde: „Wir müssen Ihnen leider mitteilen …“ Schade, wenn der Chef dann nicht hinter einem steht, aber er darf sich gerne jemanden suchen, der noch viel schlauer ist.

Was mich wirklich ärgert ist, dass ich diesen Mist um halb sechs in die Schublade meines Schreibtischs schließe – und er bleibt nicht drin. Stattdessen begleitet er mich getreulich nach Hause: „Habe ich nicht sorgfältig gearbeitet? Warum hat der Chef nicht zugehört? War es überhaupt unser Fehler?“ Mies gelaunt stoße ich die Wohnungstür auf, gedankenverloren überhöre ich, was mein Liebster zu sagen hat, und in der Nacht träume ich von schreienden Sprachpaaren. Unerholt kehre ich am nächsten Morgen zurück und warte auf den nächsten Kläffer.

Vage erinnere ich mich, früher um fünf den Bleistift fallen gelassen zu haben, und zwar auch im Kopf. Das ist lange her. Bevor Computer erfunden wurden wahrscheinlich, da hatte man noch mehr Zeit für weniger Aufgaben. Weniger Reklamationen hatte man auch. Glaub ich jedenfalls.

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