Parkhausgeschnatter

Als wir in Zürich das Parkhaus betreten, fällt dem Liebsten die verwickelte Geschichte einer Geschäftsreise ein, die er vor Jahren hierher unternommen hatte. Als er damals nach einem Kundentreffen mit dem Kollegen nach Deutschland fahren wollte, fand dieser das Parkhaus nicht, in dem sein Wagen stand. Der Liebste war von England angereist, konnte also auch nicht helfen.

Während er die Schilderung dieses Dilemmas mit immer weiteren Details ausschmückt, schreiten wir die Autoreihen ab. Wir wechseln auf eine anderen Ebene (es gibt nur zwei), aber auch dort bleibt unsere Suche ergebnislos. Der Liebste, immer noch beschäftigt mit der Darstellung verworrener Anläufe, irgendein Parkhaus mit irgendeinem Deppen in irgendeiner Nacht zu finden, fügt nun häufiger Pausen ein und blickt um sich. Wir suchen wieder in der ersten Ebene, die Erzählung bricht ab. Wo zum Teufel steht unser Auto? Es wird doch niemand einen 19 Jahre alten Toyota stehlen, nicht mal in Zürich, wo wir aufgrund dichter Polizeipräsenz in den Straßen von entsprechender Kriminalität ausgehen müssen.

Wir finden es jedenfalls nicht. Als letzte Eingebung verlassen wir das Gebäude, kehren um und tun so, als wären wir unser Auto ein paar Stunden vorher. Durch die Einfahrt durch, paar Meter weiter, dann links – da stehts doch. Ist aber auch verwinkelt dort, attestieren wir uns gegenseitig. Parkhaus Urania: nie ohne Kompass einfahren! Und dann erzählt der Liebste seine Geschichte weiter. Die geht noch lange, aber auch da wird das Auto am Ende gefunden.

Gleich neben der Polizeistation, in dessen Eingangsbereich wir uns hier befinden, kommt das Parkhaus Urania.

8 Gedanken zu „Parkhausgeschnatter

  1. Mme Lila

    >>Als letzte Eingebung verlassen wir das Gebäude, kehren um und tun so, als wären wir unser Auto ein paar Stunden vorher. <<

    🙂 !

    Funktioniert das auch mit Brillen und Schlüsseln und Handys (stumm geschaltet) ?
    So tun, als wäre ich erwähnte Brille, um sie in ihrem Versteckt aufzuspüren ?

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    1. Anhora Autor

      Im Prinzip funktioniert es schon! Du musst nur alles nochmal machen, bevor du die Brille oder den Schlüssel verloren hast. Ich gebe zu, das funktioniert in Parkhäusern leichter.
      Du kannst natürlich auch versuchen, dich in die Brille hineinzudenken. Wo würdest du denn liegen, wenn du eine wärst? Das wäre der metaphysische Ansatz. 😉

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      1. Mme Lila

        Du meinst, wo ich mich als Brille verstecken würde, um sicher nicht gefunden zu werden…?
        Himmel.
        Ich werde das ausprobieren: Und falls ich die Brille dann doch nicht finde…Hmmm…Dann sag mir einfach, dass ich sie neben die Schale mit den Äpfeln gelegt habe 😉

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  2. Sofasophia

    du warst in zürich!
    (ich auch – fast jedenfalls, bin nur dran vorbei gefahren.)
    hach, parkhäuser! da hätte ich auch ein paar ganz ähnliche geschichten auf lager – mit einen noch älteren toyota!
    ach, und wenn ich es mir so recht überlege, habe ich mein auto auch schon wo anders nicht gefunden (bevor ich es irgendwann dann doch noch gefunden habe natürlich) 🙂
    GPS sind wirklich eine tolle erfindung!
    liebgrüss, d.

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    1. Anhora Autor

      Wie, es gibt noch ältere Toyotas als meinen?? 😉

      Jedenfalls ist das Parkhausproblem wahrscheinlich fahrzeug-unabhängig! Trotzdem war es ein schöner Tag, ich mag Zürich. Hoffe, du konntest deine Zeit in der Heimat auch ein wenig genießen.

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  3. Anhora Autor

    Bin ich froh! Ich meine, dass auch du der Meinung bist, dieses Parkhaus habe eine spezielle Architektur. Man zweifelt ja immer ein bisschen an sich selbst.

    Jedenfalls wissen wir jetzt, wo wir ggf. hinkommen müssen, wenn wir am Silvesterlauf teilnehmen wollen. Hauptsache, er geht nicht durch das Parkhaus durch, das könnte zu Verzögerungen führen. 😉

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  4. runningtom

    Genau an diesem Parkhaus vorbei, um nicht zu sagen drum herum führt der alljährliche Zürcher Silvesterlauf, dieses Jahr am 14. Dezember.
    Besagtes Parkaus hat wirklich eine etwas spezielle Architektur.

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