Die Pyramiden von Südtirol

Nicht weit von unserem Hotel entfernt befinden sich die berühmten Erdpyramiden von Terento. Berühmt trifft die Sache nicht ganz, denn ich habe noch nie von ihnen gehört. Jedenfalls handelt es sich um mehrere etwa dreißig Meter hohe Säulen, auf deren Spitzen jeweils ein  Gesteinsbrocken liegt. Der Anblick ist originell, ihre Entstehung nicht minder.

Sie ist vermutlich auf ein Unwetter vor rund zweihundert Jahren zurückzuführen, bei dem herabstürzende Regenfälle den Hang aufrissen, die darunter liegenden Moränenschichten fortspülten und tiefe Furchen zwischen den herumliegenden Felsenbrocken hinterließen. In den hier typischen trockenen Sommern wurde das Erdreich dann fest zusammenbacken, während in den Regenzeiten die Rinnen immer weiter ausgewaschen wurden. Nur die Bereiche um die großen Steine herum blieben ausgespart, sodass sich darunter eine Art Pfeiler bildeten. Wenn der Steindeckel irgendwann herunterfällt, verschwindet auch die Pyramide mit der Zeit. An anderen Stellen bilden sie sich jedoch immer wieder neu.

So ganz hab ichs nicht verstanden, aber mir gefällt das Bild – im tatsächlichen wie im übertragenen Sinn: Nach einem Erdrutsch bildet sich ein Steilhang, an dem in einem ständigen Kreislauf interessante Formationen entstehen und vergehen, was mit einer panzerartig umschließenden Grasnarbe nicht möglich wäre.

Wie im Leben.

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3 Gedanken zu „Die Pyramiden von Südtirol

  1. Hausfrau Hanna

    Mein erster Gedanke war tatsächlich,
    liebe Anhora,
    dass diese Steinformen von Menschenhand geschaffen wurden. Kunst also!
    So kann hausfrau sich täuschen…
    Spannend, deinen Ausführungen zu folgen. Bis zu deinem Schlusssatz:
    „Wie im Leben.“

    Noch schöne weitere Ferientage wünscht
    Hausfrau Hanna

    Gefällt 1 Person

    Antwort
    1. Anhora Autor

      Liebe Hausfrau Hanna, solche Kunstwerke bringt die Natur ganz alleine hin, und im Gegensatz zu manchem menschlichen Künstler gehört in diesem Fall noch eine ganze Geschichte dazu: Regen, Erdrutsch, bestimmte geologische und klimatische Voraussetzungen – alles kam zusammen und nur so konnte es zu etwas Neuem werden. Schön. 🙂
      Hoffe, du hattest auch schöne Pfingsten. Ach ja, der Song Contest, du hattest es ja gut. Wir weniger. ;-(

      Gefällt 1 Person

      Antwort

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