Koi Zeit – Ruatefescht!

Inzwischen hab ich natürlich schon wieder Zeit, denn das Rutenfest ist vorbei. Ich rede vom legendären Höhepunkt des Jahres in meiner Heimatstadt, wenn gefühlt die komplette Bevölkerung auf den Beinen ist bzw. mit dem Hintern auf einer Bierbank, für deren Aufstellungsorte es vielerlei Möglichkeiten gibt. Wir können so ein Fest auch nicht in einem Tag abhandeln – es braucht von Freitag bis Dienstag, plus Rutenausgraben und -vergraben davor und danach.

Als ich ein Teenager war, bummelte ich manchmal mit meiner Mutter durch den Rummel, oder wir sahen uns einen der Schießwettbewerbe an oder wackelten den Trommlerzügen hinterher. Es war schon damals so schön. Aber der Sinn des Rutenfests ist es natürlich nicht, mit der Mutter unterwegs zu sein.

Der Sinn des Rutenfests ist es, Leute zu treffen, egal ob man sie kennt oder nicht. Deshalb ließ sie mich einst gern zum Jugendtanz in eine Veranstaltungshalle, während sie im Bärengarten Kollegen und andere Leute traf. Der Bärengarten ist übrigens kein Zoo, sondern ein Biergarten. Während des Rutenfests wird dort soviel Bier pro Quadratmeter konsumiert, dass er es ins Guiness Buch der Rekorde schaffte.

40.000 Menschen schauten sich dieses Jahr den historischen Festzug an, es gibt Kindertheater, Jugendkonzerte und Fanfarenzüge, aber der größte Charme des Spektakels sind die Ravensburger Patrioten. Unendlich viele kommen zum miteinander Feiern, auch wenn sie schon lange nicht mehr hier wohnen. Aus der ganzen Welt reisen Gäste an, und so trifft man immer wieder Menschen, die man Jahre oder Jahrzehnte nicht gesehen hat.

Ich war aber schon glücklich, meine Kinder wieder einmal vollzählig um mich zu haben, die sich aus München/Stuttgart/Freiburg auf den Weg gemacht hatten. Den Samstagabend verbrachten wir mit ihnen und FreundInnen und Tausenden anderen mit dem Weingläsle in der Hand auf dem Marienplatz, und mit den Kindern kamen auch deren Freunde und ehemaligen Klassenkameraden. Da flog mir ein junger Mann in die Arme, den ich zum letzten Mal in der Kommuniongruppe gesehen hatte, die ich damals leitete, und einen nunmehr älteren Mann hatte ich nachgewiesenermaßen 34 Jahre nicht mehr gesehen.

Ach, was hatten wir für einen Spaß, und wie kostbar ist es, liebe Menschen um sich zu haben und zusammenzugehören. Schee wars!

Die schönsten Bilder vom Rutenfest

Historischer Festumzug

Geschichtliches

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6 Gedanken zu „Koi Zeit – Ruatefescht!

  1. Hausfrau Hanna

    ‚Koi Zeit‘,
    liebe Anhora,
    ich erwartete nach dieser Überschrift eine Geschichte über teure Zuchtfische… 😉
    Aber es war auch schee, von deinen Begegnungen und Erlebnissen an eurem lokalen Fest zu lesen!

    Herzlichen Gruss in den strahlenden Morgen
    Hausfrau Hanna

    Gefällt 2 Personen

    Antwort
    1. Anhora Autor

      Wenn es um Kois geht, dann würdest du dir in meiner Umgebung vorkommen wie in einem gigantischen Zierteich – vor allem die letzten Tage, wo alle mit diesen Plaketten rumliefen: Koi Zeit – Ruetafescht! 🙂

      Gefällt mir

      Antwort
    1. Anhora Autor

      Solange man sich den Genüssen nicht verschließt, kann man das andere immer irgendwie aushalten. Und der größte Genuss ist es nun mal, von lieben Menschen umgeben zu sein. Daeshalb kann ich vom vergangenen Rutenfest lange zehren. 🙂

      Gefällt 1 Person

      Antwort

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