Dunkerque

Heute sind wir 800 km gefahren. Schließlich stehen wir auf dem Parkplatz der Autofähre von Dunkerque (Dünkirchen), das ist in der Nähe von Calais. Von hier aus geht es über den Ärmelkanal nach Dover. Viele Menschen warten hier. Wenn man wie wir den richtigen Pass hat, darf man Tickets lösen. Danach wird man durch Passkontrollen geschickt und anschließend von Sicherheitsleuten aufgefordert, Kofferraum und Türen des Fahrzeugs zu öffnen. Jeder. Bei uns ein kurzer Blick, alles gut. Bis zur Ankunft der Fähre werden wir auf einen Parkplatz im inneren Bereich des Hafengeländes geleitet.

Die anderen, die mit dem falschen oder gar keinem Pass, können das nicht. Hohe Zäune und Stacheldraht sorgen dafür, dass es so bleibt.

Dies hier ist kein schöner Ort.

Einige Stunden später befinden uns in einem Studentenzimmer der ehrwürdigen University of Oxford, wo man in den Semesterferien Bed&Breakfast buchen kann. Man denkt, jeden Moment kommt Inspector Lewis aus der gleichnahmigen britischen Krimiserie um die Ecke. Uns geht’s gut.

SoSo hat vor kurzem einen Artikel geschrieben, der ausdrückt, was ich im Moment gerade fühle.

Dunquerke (1)

Der äußere Parkplatz, auf dem wir warten, bis wir Tickets lösen können.

Dunquerke (2)

Auf der anderen Seite des Zauns.

Flüchtlinge2

Nicht wegschauen: Blogger für Flüchtlinge, eine Initiative zur Unterstützung der Flüchtlingshilfe.

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8 Gedanken zu „Dunkerque

  1. Ulli

    es gibt nun immer mehr solcher unschönen Orte und unschöne Geschichten zuhauf … mich gruselt es mehr und mehr … danke für Ruths Artikel obendrauf und euch eine gute Zeit in England …
    liebe Grüsse
    Ulli

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    1. Anhora Autor

      Danke, Ulli! Und ich fürchte: die unschönen Geschichten gabs schon immer. Sie wurden aber nicht so effektiv ausgeschlachtet, das Internet eröffnet der Presse ganz andere Möglichkeiten.

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      1. Ulli

        einerseits ja, einerseits nein, das eine ist die immer grösser werdende Gnadenlosigkeit der Medienwelt, das andere ist, dass es schon lange und ich meine richtig lange nicht mehr solche Flüchtlingsströme und Menschen in Not gegeben hat … und „wir“ haben etwas damit zu tun, vielleicht nicht du und ich, aber selbst das gilt es zu hinterfragen-

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        1. Anhora Autor

          Es ist 70 bis 75 Jahre her, seit es die letzten richtig großen Flüchtlingsströme in Europa gab, und die Propaganda gegen diese Menschen war noch viel schlimmer als heute. Die Presse kann nur das verkaufen, was die Leute lesen wollen, auch Verlage müssen profitabel denken wie jedes Unternehmen. Das Problem sind die einfach denkenden Menschen, die einfache Informationen wollen. Sie waren schon immer am gefährlichsten, weil sie die Masse sind.
          Danke für deine Gedanken dazu.

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  2. Flohnmobil

    Danke für den Gedankenanstoss. Muss ziemlich beunruhigend gewesen sein, die Anreise nach England.
    Wenn du mit dem Grübeln durch bist, kannst du dich dann ausgiebig deinem auszurottenden Akzent widmen. 😉
    Viel Spass dort drüben!
    Bea

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    1. Anhora Autor

      Die Anreise geht mir in der Tat nicht aus dem Kopf. Ich weiß nicht, wie ich das einordnen soll.
      Was den Akzent betrifft, so befinden wir uns seit heute in Schottland. Da kannst du erstmal alles vergessen, was du je über Englisch gelernt hast, die sind auch nicht besser als Schwaben. 😉

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      1. Flohnmobil

        Dazu muss ich einfach Folgendes loswerden: Als wir Australien bereisten, trafen wir einen mit Kind und Kegel herumreisenden Familienvater mit einem gewaltigen Wohnmobil und einem noch gewaltigeren Akzent. Ich dachte mir noch, der Kerl spricht zwar ein tadelloses Englisch, aber was für ein fürchterlicher Akzent. Der muss wohl weit weg der Insel aufgewachsen sein. Du ahnst es: Er war Schotte. 😆

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