Der Engel des Nordens oder: Zeigen, wo der Hammer hängt

Die nordenglische Stadt Gateshead grenzt direkt an Newcastle, und beide Städte liegen in einem andauernden Wettstreit, wer die bessere ist. 1998 hatte nun Gateshead plötzlich ein Monument, das seinesgleichen suchte: Antony Gormleys Skulptur Angel of the North, die vom östlichen Zubringer zur A1 aus zu sehen ist und weltberühmt wurde.

Newcastle schlug zurück und baute im Jahr 2000 das neue Wahrzeichen der Stadt:
die Millennium Bridge.

Millennium-Bridge

Darauf folgte 2004 die Fertigstellung der spektakulären Konzerthalle in Gateshead: The Sage.

The-Sage

Städte sind manchmal wie kleine Kinder.

Zurück zum Engel des Nordens: Die Skulptur erscheint dreidimensional, ist aber ausschließlich aus flachen Metallplatten gefertigt. Und warum ein Engel?

Gormley: „Ich kann dazu nur sagen, dass noch nie jemand einen gesehen hat und wir sollten uns die Vorstellung davon bewahren. Der Engel des Nordens ist

  1. ein historisches Denkmal zur Erinnerung an die Bergleute, die über zweihundert Jahre lang genau an dieser Stelle unter Tage Kohle abgebaut haben,
  2. ein zukunftsweisendes Denkmal, weil es unseren Übergang vom industriellen Zeitalter ins Informationszeitalter darstellt,
  3. ein Denkmal als Zielpunkt für unsere Hoffnungen und Ängste.“

Mein Eindruck ist: Der rostbraune Stahl steht in einem fantastischen Kontrast zum blauen Himmel und egal ob man davor, daneben oder dahinter steht – der Engel strahlt in jeder Perspektive eine enorme Ruhe, Stärke und Schönheit aus. Ein großes Erlebnis.

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4 Gedanken zu „Der Engel des Nordens oder: Zeigen, wo der Hammer hängt

    1. Anhora Autor

      Donner und Blitzen! Du kennst den Engel des Nordens nicht? Muss ich mal nachdenken … ich glaube, ich kenne ihn auch erst, seit ich quasi-familiäre Verbindungen zu Newcastle habe. Die Engländer meinen aber, er sei weltberühmt. Da lassenwerse mal in dem Glauben. 😉

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  1. Stef.

    Lese gerade einen Artikel in The Guardian … denke, über diesen Künstler/diese Skulptur hast du doch mal was gelesen, aber wo? Jetzt fiel es mir wieder ein – es war genau hier bei dir. Da sieht man doch, wie alles irgendwie doch miteinander verbunden ist/sein kann – und dass Blog-Lesen auch bildet, oder?
    Herzliche Grüsse aus Schweden!
    /Stef.
    Hier der Artikel: https://www.theguardian.com/artanddesign/2016/jul/06/antony-gormley-humans-building-termites-nest-white-cube

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    Antwort
    1. Anhora Autor

      Liebe Stef, das ist ja toll, dass dir ein Blogeintrag von mir wieder eingefallen ist! Gormley ist eben auch ein bemerkenswerter Künstler. Vor dem Angel of the North zu stehen, ist ein erhabener Augenblick, den man nicht mehr vergisst. Aber auch die Eisenmänner des Horizon Field im österreichischen Vorarlberg haben wir gesehen und sie lösten dasselbe Gefühl ausgelöst: Als stünde man einer anderen, abgehobenen Welt. Schade, dass die Ausstellung in London nicht früher war. Das wäre ein Have-to gewesen bei der letzten Reise. Danke für den Link zu dem Artikel! 🙂

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