Vom sinnvollen Umgang mit der Zeit

Was stellt man sich noch langweiliger vor als angeln? Jemandem zuschauen beim Angeln. Trotzdem gehe ich gelegentlich mit, wenn der geliebte Brite zu einem kleinen See fährt. Setzt euch mal mehrere Stunden lang an einen abgelegenen Ort in der Natur – ohne Ziel! Alles, was ich hier tue ist: Zuschauen, wie der Brite den Köder auswirft, die Angeln positioniert, gelegentlich an Schnüren zieht. Ansonsten muss ich nur da sitzen. Einen Eisvogel beobachten. Zu einem Plätschern im Schilf Geschichten erfinden. Wieder aufhören damit. Den Wind auf der Haut spüren, träg sein. Auf dem Wasser spiegeln sich Weiden und Ulmen, Insekten rennen über die Oberfläche, Libellen brummen vorbei wie kleine Hubschrauber.

Bis etwas an der Angelschnur zieht: Jetzt wird es aufregend. Der Brite hält die Angelrute fest, als hätte sich am anderen Ende ein Hai verfangen. Ich reiche ihm professionell tuend den Käscher, er zieht eine Schleie heraus. Keine Angst, mein Liebster ist kein Fischmörder. Wir schauen das Tier nur an, vermessen es (45 cm), fotografieren. Angeblich kann ein Fisch bis zu einer halben Stunde an Land überleben, aber das testen wir nicht. Nach ein paar Minuten wird er dorthin zurückbefördert, wo er hingehört.

Dann:
Lesen, plaudern, schauen, dösen. Einen zweiten Fang gibt es heute nicht.
Zeit  anhalten.
Aussteigen.

 

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12 Gedanken zu „Vom sinnvollen Umgang mit der Zeit

  1. Flohnmobil

    Ab und zu gehe ich mit meinem innig geliebten Mitbewohner mit auf den See. Also das Seelein. Aber irgendwie hat der Kerl für mein Hinterteil zu viel Ausdauer. Mir wird es eher früher als später zu unbequem auf dem Ruderboot mit Holzbank.

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  2. Mallybeau Mauswohn

    Liebe Anhora!
    Ha da hasch abr a schees Tegschdle mit Bildle gmacht. Des gfallt mr. Vor allem, dass r diea Fisch et fanget ond wieder ins Wasser dent. I find des toll schtondalang en dr Natur zom sitza ond nix zom do. Do dät i grad mitganga! Na hent r sichr scho a richtigs Fischlexiko mit lauter Vrmessunga. Des hoißt dann schbäter „Readers Anhora“ odr so …
    I war heit au draußa, aber na send Traktora komma ond hent Krach gmacht, na wars et so gmietlich, aber i han se gfilmt, des krieget r dann au mol uffs Aug driggt.
    Was hent r denn dann gessa, wenns koin Fisch gab? Gfillte Oberschiena? 🙂
    Grießle von dr Alb
    Mallybeau

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    1. Anhora Autor

      Liebe Mallybeau, schee dass dir mei Tegschdle gfalla hot! A Gronik von alle gfangene Fisch hot bloß mein Liebschder, weil i jo net jedes Mal mitgang. Aber er macht immer Bildle.
      Und gässa hommer Wurschtbrot und Pfirsiche, alles schee eipackt drhoim, damit mr nix kaufa misset. War fein. Oberschiena gibts demnägschd au wieder. 🙂

      Gefällt 1 Person

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