Ausgesiedelt

Auf dem Grund dieses Sees lebten einmal etwa hundert Familien. Da war hier natürlich noch kein See, der kam erst später. Das Wasser, das alles überflutete, war aber keine Folge des Klimawandels und steigender Meeresspiegel, sondern eines Stauseeprojekts mitten in den Bergen. Das zwang 1950 eine ganze Dorfgemeinschaft, ihre Häuser zu verlassen und ein paar Stockwerke hangaufwärts oder gleich ganz wegzuziehen.

Tausende Autofahrer sehen täglich einen eindrucksvollen Rest: den Glockenturm der einstigen Pfarrkirche St. Katharina. Man sieht ihn auf dem Weg nach Italien im Vorbeifahren in dem Ort Reschen.

Ein lesenswerter Artikel erzählt die Geschichte der Menschen, die enteignet wurden und kaum Entschädigung erhielten. Um vertrieben zu werden, braucht es manchmal keinen Krieg.

Es ist, wie es ist

 

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22 Gedanken zu „Ausgesiedelt

    1. Anhora Autor

      Liebe Cornelia, nun musste ich doch ein wenig grübeln, aber du meintest sicher „Wenn der Wasser*spiegel* im Edersee sinkt.“ 😉
      Es scheint tatsächlich mehr untergegangene Dörfer zu geben, als ich bisher wusste. Ich stells mir ja ein bisschen schaurig vor, dass sich in diesem Fall gelegentlich die Mauerreste zeigen. Der Friedhof ist sogar begehbar bei niedrigem Wasserstand, hab ich grad bei Wikipedia gelesen. Interessante Geschichte! 🙂

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        1. Anhora Autor

          Also ich würde die alte Heimat sicher gelegentlich besuchen. Vielleicht weckt es traurige Erinnerungen an die alte Heimat, vielleicht glückliche. Vielleicht werden die Erinnerungen nunmehr mit Ruinen und Nässe vermischt. Immerhin ist diese Art der Zerstörung nicht ganz so sinnlos wie die durch einen Krieg.

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    1. Anhora Autor

      Hallo Reiner, man liest auch von verschwundenen Dörfern durch den Braunkohleabbau. Was das wohl mit den Menschen macht … Darüber darf man auch im Zusammenhang mit Flüchtlingen mal nachdenken.
      Grüßle und schönen Nachmittag!

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      1. Reiner

        Hallo Anhora, die Menschen aus den Tagebau-Gebieten sind zumindest finanziell entschädigt worden – die Flüchtlinge haben nicht mehr als sie tragen können.

        Was den bodenständigen Landmenschen in ihrem Schmerz nicht hilft. Selbst war ich nie so, aber vorstellen kann ich es mir ein wenig. Darüber hinaus ist es ein Verbrechen an der Natur … zu unserem „Gemeinwohl“ in Sachen Energie.

        Lieben Gruß Dir !

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        1. Anhora Autor

          Gegen den enormen Energiebedarf und seine Folgen kann immerhin jeder – im Kleinen – etwas tun. Fahrrad fahren statt Auto, unnötige Geräte abschalten, überflüssigen Konsum einschränken. Was Flüchtlinge betrifft – da fällt mir nichts ein, was ich persönlich zur Vermeidung der Konflikte tun könnte.
          Grüßle und noch einen schönen Tag!

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  1. Ulli

    Diese Kirche sah ich als Kind das erste Mal und erfuhr die Geschichte dahinter- wenn wirtschaftliche Interessen da sind zählen die Menschen so gut wie nix, das war schon damals so und ist heute nicht anders, schade, ja! Mehr als das, es sind Schicksale, die da besiegelt werden … seufz…
    liebe Grüße
    Ulli

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    1. Anhora Autor

      Ich hab den Turm auch schon früher einmal gesehn, aber erst jetzt die Geschichte dazu nachgelesen. Die Menschen sind damals zwangsenteignet worden und hatten bis zum Schluss dagegen protestiert. Heute ist der Kirchturm mehr ein Touristenspektakel als ein Mahnmal, glaube ich.

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  2. Mallybeau Mauswohn

    Liebe Anhora!

    Da han i glei an die ägyptische Stadt Wadi Haifa und Abu Simbel denka müssa. Des hot mr au wega ma Stausee überflutet ond omgsiedelt. A Wahnsinnsprojeggt.
    Des Bild isch scho beeidnruggend, wemmr so die Kirch do sieht. Irgendwie au oheinmlich. Fascht wie a Goischterstadt. Seid r do in Eirm Urlaub vorbeiglaufa?
    I hoff bloß, dass s Oweddr bei ons et so schdarg wird ond mir überschwemmt werdet, grad hots hier brutal donnert …

    Grüßle von dr Alb 🙂
    Mallybeau

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    1. Anhora Autor

      Was du alles woisch! In Ägypten war i noch net und Wadi Haifa kenn i au net. Aber Stauseea werdet offenbar völlig underschätzt! 😉
      Den Kirchturm im Reschensee hond mir beim Vorbeifahre nach und von Meran gsäa und er isch tatsächlich a bissel gruselig. I hoff bei eich isch koi Kirch überspült worda! Bei uns hots bloß a baar Dropfa gäba und a bissel rumort am Himmel. Jetzt isch alles scho wieder vorbei, und unser Kirch isch no frei zugänglich. 🙂
      Grüßle und guts Nächtle!

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      1. Mallybeau Mauswohn

        In Ägübta war i au no nie. Abr i han da halt amol a Doku gsäha auf arte, weil des war scho a saumäßige Aktion, da hent se an Tempel abbaut ond woandersch wieder aufbaut, damit mr do hot fluta kenna …
        Hier ischs Gwittr vorbeizoga. S hot au bloß drebflt. Fürn Garda wär a bissle meh sogar gut gwä. Muss mr halt wiedr gießa.
        I winsch eich a gmietlichs Wochaend ohne Oweddr 🙂

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        1. Anhora Autor

          Aah, jetzt fallts mir wieder ei, von dem umgstellte Tempel hon i au scho ghört. Wenigstens hond die Statue a schöns neus Plätzle kriegt, was mr von de Leit aus Graun und Resche net sage kann.
          Bei uns hots au net viel geregnet. Aber gnug, dass i gestern net hätt gießa brauche, i Depp. Wieder Wasser verschwendet … 😉
          I wünsch dir au an gmietliche Nochmiddag bei angenehme Temperadure.

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          1. Mallybeau Mauswohn

            Ja i gugg au emmr genau bei dr Weddrvorhersag. Weil mei Muddr hot au scho n Schlauch en da Garda glegt ond wollt wässra. Des hätt was koscht. I han dann grad no saga kenna: Noi noi, s rägnet….wenigschtens hots no a bissle drebpflt. Ond jetzt wäht a agnehms Lüftle 🙂
            Grüßle von dr Alb

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            1. Anhora Autor

              Gud, dass du bei deiner Mudder eigreife konndesch! Ältere Leit brauchet halt manchmal a bissel Hilfe. Leider hot mir mei Dochter net s’Gießkännle aus der Hand schlage könne, weil sie net bei mir wohnt. So ischs halt. Dann bassieret solche Sache. 😉

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