Wer machts nach?

Ein Mann ist heute mehrere Minuten lang im Rhein geschwommen!
Wassertemperatur: 6 Grad
Außentemperatur: um die 0 Grad

Diese spektakuläre Aktion haben wir in Basel gesehen.

Der Mann sprach uns an und bat freundlich darum, bei seiner Schwimmstrecke am Ufer neben ihm herzugehen für den Fall, dass es medizinische Probleme gebe. Dann solle man den Notarzt rufen. Unbedarft ging ich darauf ein, er zog sich aus und stieg ins Wasser. Die Strecke über 4 Minuten schaffte er mühelos, sogar ein zweites Mal.

Als er sich abschließend bedankte und mir die Hand gab (er stand noch in der Badehose da), drückte ich eine ganz warme Hand, während meine – trotz Handschuhen – eiskalt war.

Erst danach ging mir durch den Sinn, was ich eigentlich gemacht hätte, wenn er tatsächlich in Not gekommen wäre. Ein Ambulanzwagen steht ja nicht am Ufer geparkt. Also hinterherspringen?
Gut, dass man manchmal nicht so viel nachdenkt. 😉

 

Die Bilder werden mit dem Einverständnis des tapferen Schwimmers veröffentlicht.
Das Urheberrecht liegt bei ihm, eine weitere Verwendung ist nicht gestattet.

40 Gedanken zu „Wer machts nach?

  1. Wolfgang

    Das ‚EisSchwimmen‘ ist gar nicht so unverbreitet.. und bei weiten nicht auf „Russland“ beschränkt.

    > drückte ich eine ganz warme Hand,
    das ist genau das Ding. Solange man(n) sich gut bewegen kann und die eigene Konstitution soweit fit ist. Der Kreislauf ist stabil. Im INNERN funktioniert alles..

    — Kommt halt mehr drauf an was drin steckt als auf das was aussen drum ist — 😉

    Schlimm ist es eher wenn man bei 0 Grad oder -X Grad Luftemperatur raus kommt und sich nicht zügig anziehen kann.. 2..3 Minuten mag es gut gehen. Aber dann sind warme und trockene Klamotten angesagt.

    Ich bin auch schon im Oktober in der Ostsee geschwommen.. aber im Winter im Rhein (fliessende Gewässer sind immer kälter) ist natürlich noch mal ein Unterschied. Mit etwas Training (und Motivation durch MitschwimmerInnen) würde ich mir das aber auch zutrauen. – Aber so ohne Begleit Person/Boot würde ich das nicht angehen. Aber der Mann hat ja auch Erfahrung in dem Bereich.

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    1. Anhora Autor

      Dir traue ich eine solche Aktion zu! 🙂
      Der Winterschwimmer sagte, er habe ewa 15 Jahre trainiert, um bei so niedrigen Temperaturen ins Wasser gehen zu können. Ich denke aber, es ist auch Typsache, um überhaupt die Motivation zu haben und die Disziplin. Wenn dann noch regelmäßiges Training und Vorsicht dazukommen, schafft man es wahrscheinlich auch.

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  2. Agnes Podczeck

    Ich kann mir vorstellen, dass das toll sein könnte, im eisigen Wasser zu schwimmen, vorausgesetzt, ich wäre vorher in der mindestens 90 Grad heißen Sauna und hätte hinterher Gelegenheit, mich aufzuwärmen.
    Was Deinen letzten Satz betrifft – dem stimme ich zu. Wenn ich immer alles bis in alle Konsequenzen durchdacht hätte, hätte ich einiges nicht gemacht, woran ich mich heute gern erinnere. Insofern bin ich froh über meine „gefährliche Naivität“ von „damals“.

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    1. Anhora Autor

      Nach einer Sauna hält man es nur sehr kurz aus, sagte mir der Winterschwimmer. Höchstens 1 Minute. Der Temperaturschock sei zu groß. Was man alles nicht wusste … 😉
      Ja, ein bisschen Naivität darf man bei Neuem schon haben, sonst traut man sich ja nicht und macht immer das Gleiche!
      Lieber Gruß

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  3. Suomalainen

    Hoi Z’samme,

    bin absolut gesund. Ich schwamm auch am Silvester und am Neujahr. Es macht echt Spass ! Nur das quatschen nach dem Schwimmen, wenn man schon durchgefroren ist, ist ein kleines Bisschen anstrengend 😉. Aber – sehr sympathisch.

    Ich weiss dass es ein paar Winterschwimmer in Basel gibt. Habe aber die Anderen nie getroffen.

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    1. Anhora Autor

      Oh!! Hoi und danke für deinen Kommentar! Und ich dachte, Schwimmen im eiskalten Wasser sei etwas Russisches. Nun stelle ich fest, es ist (auch) etwas Schweizerisches. Toll! Ich weiß zwar nicht, warum man so etwas trainiert, schwimme selbst aber auch sehr gerne, auch wenn das Wasser kühler ist. Aber unter 18 Grad kriegst mich nicht mehr rein.
      Jedenfalls müssen Extremsportler wie du schon damit rechnen, dass man danach angesprochen wird, es ist einfach spektakulär. 🙂
      Herzlicher Gruß aus Deutschland!

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    1. Anhora Autor

      Vielleicht schon. Ich bin mal in eine Teich gefallen, vollständig bekleidet natürlich, und ich stellte fest, dass Kleidung auch im Wasser ein bisschen wärmt. Nicht lange wahrscheinlich, aber für ein paar Minuten hätte es vielleicht gereicht, bis die Ambulanz da gewesen wäre.
      Aber man weiß nicht, was man tatsächlich machen würde. Was denkst du, wie du ggf. reagiert hättest?

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      1. Major Tom

        Ja, du hast da ganz Recht.
        Ich nehme an, dass es keinen Anderen gab. Würde zuerst den Notruf anrufen, damit jemand Bescheid weißt, wo ich bin und auch der Man ist. Dann könnte ich auch ins Wasser springen, da ich der einzige wäre, ihm helfen könnte.
        Ich hatte jetzt aber echt Zeit darüber nachzudenken und bin mir jetzt nicht sicher, welche ich zuerst machen würde. Man darf aber auf keinen Fall vergessen, die Polizei oder den Notruf anzurufen, denke ich.
        Aber was du erlebt hast, finde ich total interessante Erfahrung 😂 Es könnte nur in Russland passieren, würde ich früher behaupten 😁

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        1. Anhora Autor

          Du hast Recht: Wenn wir in der gemütlichen Stube darüber nachdenken, kommt man zu evtl. zu anderen Entscheidungen als bei einer spontanen Reaktion. Ganz sicher hätte ich als Erstes die Notrufnummer gewählt. Aber schon da fängts an, denn ich kenne die Nr. in der Schweiz nicht, und der Schwimmer übrigens auch nicht. Er wusste nur 117 ist die Polizei.
          Jedenfalls war es wirklich ein Highlight an diesem Tag, so jemanden kennenlernen zu dürfen. 🙂

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    1. Anhora Autor

      Lieber Ernst, i glaub mir alle vertraget d’Kälde net wirklich. Der Mann im Rhein hat viele Jahr trainiert dafür. I persönlich wüsst ja bessere Sache, die i trainiere möcht. 😉
      Alles Liebe dir, und nur s’Beschde fürs neie Jahr!

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      1. ernstblumenstein

        JOHRESÄNDI
        Vor em Ändi dänk ech über s alti Johr no noh
        ond gnüss die letschte freie Täg eifach so
        ech läbe si grad us, we si sech gänd
        flick nüm anene ume vor em Johresänd.

        Ech han die letschte Täg am Johresändi gern
        sie send am Neujohr nüm wechtig ond scho fern
        sie hanged no we e Vogelschüchi em Ghölz verusse
        ond wartet, bis de Neujohrsmorge dämered dusse.
        1993

        Au dir alles Liebe ond Gueti em 2019. Ernst

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    1. Anhora Autor

      Ich glaube, dieses Schwimmen in eiskaltem Wasser gibt es auch anderswo, in Moskau z.B. Mein Fall wärs natürlich auch nicht, aber Zuschauen schon! Zumal ich mich mit dem Mann auch etwas unterhalten konnte. Krebsrot wurde sein Körper, als er aus dem Wasser stieg, war schon interessant alles!

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      1. mannisfotobude

        der stand aber nicht in der nassen Badehose da als die Unterhaltung stattfand oder ? Ich frage mich auch,was macht man da wenn man aus dem Wasser kommt ? Bademantel Umziehmöglichkeiten ? Mir reichte früher schon in der Sauna das Tauchbecken mit eiskaltem Wasser für Sekunden !!!

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        1. Anhora Autor

          Lieber Manni, er stand wirklich ein paar Minuten lang in der Badehose da, nass, und wir unterhielten uns noch ein bisschen. Als ich ihm die Hand gab, war die ganz warm.
          Danach wird er sich irgendwie der Badehose entledigt und sich angezogen haben, wir gingen dann weiter. 🙂

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            1. Anhora Autor

              Ich glaub nicht, dass er sich etwas geholt hat gestern, da alle Viren und Bakterien arantiert erfroren oder am Schock gestorben sind. 😉 Außerdem war er ja warm, auch ohne dass ich den restlichen Körper angefasst habe.
              15 Jahre habe er übrigens gebraucht, um das zu trainieren. Also, seinem Körper solche Temperaturen zumuten zu können.
              Nee, für mich wär das auch nix!

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            2. mannisfotobude

              Danke und ich finde dieses Beitrag super interessant.Das erlebt man nun wirklich nicht alle Tage. Denke schon dass man sich das antrainieren kann aber das kostet glaub immer sehr viel Überwindung. Also mal was ganz anderes was du hier gezeigt hast ! Viel Spaß heute und rutsche gut rein ins 2019 !

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  4. Hausfrau Hanna

    Erst dachte ich,
    liebe Anhora,
    ich seh‘ nicht recht!
    Dann die Bestätigung: Es war tatsächlich Basel 🙂
    Noch ein kleiner Tipp zum Hardcoreschwimmer: Auf der andern Seite des Rheins (man sieht das Gebäude auf dem Bildle) befindet sich das Unispital! Und da wäre ein ganz schnell jemand zur Stelle gewesen…

    Etwas erleichtert bin ich jedoch schon und schicke ein liebes Grüssle über die Grenze
    Hausfrau Hanna Basel

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    1. Anhora Autor

      Liebe Hausfrau Hanna, Basel ist eine tolle Stadt, und wie immer bei unseren Besuchen denke ich ganz fest an dich. 🙂 Vor allem beim Anblick der Helvetia-Skulptur vor der Brücke.
      Danke für den Hinweis, dass Hilfe schnell gekommen wäre. Aber ich wusste nicht einmal die Notrufnumer in der Schweiz. 110 wie bei uns? Der Schwimmer wusste es nämlich auch nicht, er ist Pole. Er sagte, ich solle 117 wählen, das sei die Polizei.
      Aber ist ja alles gutgegangen. 🙂

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