Frage zum Alltag eines …

… Frutariers. Ich komme nämlich beim Waldlauf an diesem Holzstapel vorbei und da geht mir durch den Kopf: Frutarier essen das, was die Natur freiwillig hergibt. Also Obst, Nüsse, Samen, weder ein Tier noch eine Pflanze darf geschädigt werden.

Wenn das ethische Gründe hat, kann ein gefällter Baum kaum zum Leben des Frutariers gehören, auch wenn der Baum nicht gegessen wird. Da dies praktisch unumsetzbar ist, fragt man sich schon: Warum hält sich jemand bei der Ernährung an Regeln, die bei Möbeln und in Form von Papier nicht gelten können?

Während ich weiterlaufe und vor mich hinhechle, fallen mir auch Veganer und Vegetarier ein: Sie essen nichts, wofür ein Tier getötet wurde. Was ist aber mit all den Käfern und Kleinstlebewesen, die unter der Rinde eines Baums zu Hause sind und beim Schälen zu Tode kommen?

Wird hier zwischen vermeidbar und unvermeidbar unterschieden? Stirbt es sich in unvermeidbaren Fälle leichter?

Versteh ich nicht ganz. Ihr?

26 Gedanken zu „Frage zum Alltag eines …

  1. Stephanie Jaeckel

    Wir haben möglicherweise auch unseren Bezug zum Tod verloren. Dachte ich beim Lesen. Dass ein Tier sterben muss, damit ein anderes (oder eben Menschen) überleben, war über Jahrtausende gesetzt. Darüber nachzudenken und Alternativen zu finden, ist klug, zumal wenn sich die Lust auf Fleisch verselbstständigt und jeden Tag etwas Tierisches auf den Teller soll. Dennoch, diese moralische Frage ans Essen zu knüpfen, oder genauer, die Idee, man könne beim Essen/Überleben „unschuldig“ bleiben, ist möglicherweise falsch, bzw. übertrieben.

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    1. Anhora Autor

      An diesen Zusammenhang habe ich noch nie gedacht! Tatsächlich ist das Negieren des Tods wahrscheinlich zumindest Teil des Phänomens Vegetarismus und Veganismus. Wenngleich es vielen (mir z.B.) auch um die schlimmen Zustände bei der Haltung von Tieren geht. Ich esse zwar Fleisch, aber nur wenig und wenn ich ungefähr weiß, wo es herkommt. Das Ausklammern des Sterbens aus dem Leben gehört ist aber verbreitet bei uns. Wir sind in Europa nicht mehr daran gewöhnt, etwas nicht unter Kontrolle zu haben.

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  2. lyriost

    Alles Leben ist Leben auf Kosten anderer. Jeder schränkt ein und wird eingeschränkt. Nur abzumildern, nicht zu ändern:

    Nichts ohne Schuld
    in Ketten gelegt
    die Meere Steinereißer
    aus Uferwacht
    verurteilt
    das Urteil
    der Zeit

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    1. Anhora Autor

      Vielen Dank für deine Gedanken und poetischen Zeilen! Mit Schuld würde ich ja weder den Verzehr von Fleisch oder lebendem Salat noch die Nutzung von Holz belegen. Wir müssen uns nun einmal ernähren und brauchen ein Dach über dem Kopf. Man kann sich jedoch über Tierhaltung und Pflanzenschutzmittel informieren und entsprechende Quellen bevorzugen. Aber auch nur, wenn man es sich finanziell leisten kann.
      So ist es nun mal im Leben, es gibt kein Dogma, nach dem alles richtig oder alles falsch ist.
      Hab einen schönen Tag!

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    1. Anhora Autor

      *g* Bisher hat noch kein Vegetarier oder gar Veganer versucht, mich zu bekehren. Aber wenn ich das nächste Mal jemanden treffe, frage ich nach der Sache mit dem Holz. 😉

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  3. Flohnmobil

    Meine (zugegeben leicht absurden) Gedanken gingen letzthin in eine ähnliche Richtung. Veganes Holz kann es ja eigentlich gar nicht geben, weil im Holz immer Kleinstlebewesen wohnen. Aber Möbel aus Plastik sind wohl auch keine Alternative. 😳

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    1. Anhora Autor

      Aus Plastik kannst du zur Not Möbel bauen, aber wahrscheinlich keinen Dachstuhl, und überhaupt ist ein Hausbau ganz ohne Holz vermutlich unmöglich. Noch unmöglicher ist natürlich die holzfreie Papierherstellung, und ein Buch aus Altpapier hält wahrscheinlich nicht lange.

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  4. Zoé

    Vielleicht hatten sie die Möbel schon vorher, ehe sie vegan/vegetarisch wurden. Vielleicht benutzen sie auch nur Recycling – Papier. Ich muss gestehen, dass ich in meiner veganen Zeit so weit nicht gedacht habe. Es war auch so schwierig genug und ich habe mir manchmal meine Gleichgültigkeit zurück gewünscht. Das Leben war vorher einfacher. Denn egal was wir essen, anziehen, benutzen: irgendwo leidet dafür ein Mensch, ein Tier oder die Umwelt.

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    1. Anhora Autor

      Wenn du als ehemalige Veganerin nicht mal eine Antwort für mich hast, dann gibt es vielleicht keine Antwort auf meine Frage?
      Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass der strenge Ernährungsplan von Veganern zu einer Art Besessenheit führen kann (muss natürlich nicht). Ich könnt das nicht, das Leben ist auch ohne das schon reglementiert und kompliziert genug. 😉
      Unser Leben ist Naturgesetzen unterworfen wie jedes Leben: Fressen und gefressen werden. Daran wird auch der Mensch nichts ändern, und damit kann/muss ich leben.
      Hab einen schönen Tag!

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    1. Anhora Autor

      Das stimmt, es lässt sich eben nicht vermeiden. So wenig, wie es sich vermeiden lässt, dass (normalerweise) Tiere und Pflanzen sterben, wenn wir essen wollen. So will es die Natur.

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  5. David

    Man kann sowohl alles übertreiben, als auch überall ein Haar in der Suppe sehen und ich glaube beides begünstigt sich auch irgendwo 😉 Wir wissen heutzutage alle recht gut über Herkunft und Umstände der Lebensmittel-Herstellung Bescheid. Die groben Fehler sollten m.E. vermieden werden (Produkte aus Massentierhaltung etc.). Ich selbst bin Vegetarier, mache immer noch genug „falsch“ aus veganer Sicht, aber sehr vieles richtig, gemessen an meinem Background und der Selbstfürsorge. Ich verurteile niemanden für seine Lebensweise, aber wenn ich merke, dass es keine bewusste ist, versuche ich ein wenig von meinen Erkenntnissen weiterzugeben. Extrembeispiele wie deines halte ich für gesundheitsschädlich und selbstkasteiend, aber jeder wie er meint.

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    1. Anhora Autor

      Hallo David, ich bin ganz deiner Meinung, dass jeder für seine Lebensweise selbst zuständig ist, das geht mich nichts an. Ich esse selbst ja auch wenig bis gar kein Fleisch, weil wegen mir kein Tier leiden soll. Nur diese strengen Regeln bei Veganern oder gar Frutarierern – die bringen mich zum Nachdenken. Warum tut man sich eine solche Ernährung an, wenn man in anderen Bereichen die eigenen Prinzipien doch wieder brechen muss? Ich würds einfach gerne verstehen. 🙂
      Lieber Gruß

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  6. hanneweb

    Super Gedankengänge, woran man mal wieder sieht, wie herrlich klar der Kopf beim Waldlauf wird. 😀
    Von dieser Art Spezies hab ich noch nie gehört. Aber inzwischen wundert man sich diesbezüglich über fast nichts mehr.
    Vegetarier ist auch meine Tochter, aber sie möchte schon als Kleinkind nicht so gerne Wurst oder Fleisch.
    Veganer sind für mich eher ein Modetrend, der hoffentlich bald wieder rückläufig wird, weil extrem übertrieben finde ich. Vor allem kenne ich mindestens einen Veganer, der zwar alles tierische ablehnt, aber dickes Auto mit echten Ledersitzen fährt und leidenschaftlich gerne Lederschuhe trägt. Somit alles ja doch wohl eher, um von anderen Problemen abzulenken!? 😉
    Liebs Grüßle von Hanne und hab noch ein schönes Wochenende 🌞🍀

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    1. Anhora Autor

      Liebe Hanne, ich könnte zwar nicht als Veganerin oder gar Frutarierin leben, aber wenn andere das tun, ist es auch in Ordnung. Ich würde nur gerne verstehen, wie sie es halten mit der Frage, dass eine konsequente Umsetzung unmöglich ist. Vielleicht mag es für manche nicht mehr als ein Modetrend sein, aber andere führen ethische Gründe an. Zu recht, wie ich finde, ich esse auch kein Fleisch aus Massentierhaltung und trage kein Leder. Aber das ist halt bei mir nur angehaucht, kein Dogma. Ich weiß nicht, warum sich jemand bei der Ernährung kasteit und in anderen Bereichen beide Augen zudrückt, wenn es ums Tier- und Pflanzenwohl geht.
      Lieber Gruß zurück! 🙂

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  7. Mallybeau Mauswohn

    Liebe Anhora!

    Intressante Gedanke hosch Du bei Deim Waldlauf. Auf so Idea muss mr erschmol komma.
    I glaub, s goht gar et om vermeidbar oder et, sondrn um a grundsätzliche Lebenseischdellung. Ob mr des mit seim Gewissa ond seira Vorschdellung vom Leba älles so vereinbara ka. Ond do muss halt jeder selber gugga, wie r s macht.
    Also in dät jedafalls koine Baumschdümpf essa, isch mr doch a bissle z hart… au wenn mir Schwoba hart em nehma send 🙂

    Grüßle von dr Alb
    Mallybeau

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    1. Anhora Autor

      Liebe Mallybeau,
      i moin scho au, dass jeder sei Ding mache soll, und weder an Fruddarier noch an Veggedarier schadet irgendjemand. Im Gegedoil. Es isch bloß: I däds gern verstande. Warum nix esse, was abgschnitte wird (Kopfsalat z.B.), aber auf en Holzstuhl hocke. Oder a Buch Babier lese. Wie fühlt sich des an? Freilich gibts jetzt E-Reader, aber ohne Babier gohts trotzdem net. Des isch mir halt so durch de Kopf gange, weil er sonscht nix zum due ghabt hot. De Weg beim Laufe kenn i ja scho. 😉

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