Abendbesuch

Während  die Tagesschau läuft, klopft etwas ans Fenster. Ich entdecke einen Nachtfalter, der von draußen gegen das Glas schlägt.
Er nimmt ein paarmal Anlauf, sieht ein, dass es hier nicht geht, biegt um die Ecke des Hauses und flattert kurz darauf durch die offene Balkontür herein. Als habe er sich vorhin an die Stirn geklatscht – „Ich Dummerle, falsche Seite!“ – und dann den richtigen Weg eingeschlagen.

Ich kann es nicht erklären, aber der Falter scheint sich hier auszukennen.

Man liest ja manchmal von Seelenwanderungen. Das gibt es allerdings, wenn überhaupt, eher in östlichen Ländern.
Freilich sind zwei Nachbarn verstorben in den letzten zwölf Monaten. Nicht dass ich es für relevant halte, es fällt mir nur gerade ein. In unserer Wohnung blieben m.W. bisher alle am Leben.

Jetzt hat er an der Wand neben dem Fernseher Platz genommen.
Als gehöre er hierher.

Hattet ihr schon einmal den Eindruck, dass eine Seele in einen anderen Körper gewandert ist?

Bildquellen:
oben – Pixabay – tomwieden,
unten – Pixabay – blackstarvideo

8 Gedanken zu „Abendbesuch

    1. Anhora Autor

      Manche Nachtfalter sind wunderschön. Ich mag sie aber auch nur, wenn sie an der Wand sitzen und Ruhe geben. 😉
      Inzwischen hab ich gelesen, dass sie im antiken Griechenland ein Symbol für die Seele waren. Na, wenn das nicht passt!
      LG Anhora

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  1. Mallybeau Mauswohn

    Liebe Anhora!

    Der sieht toll aus. Mir gfallet die braune Farba gut. Ond Lärm macht dr Kerle jo au et. So an Gascht hat mr jo emmr gern, gell.
    I han au scho manchmol denkt, dass vielleicht d Seele von ma Vrschtorbna in a Katz gewandert isch, die hier emmr romlauft. I woiß au et, warom mir des damals plötzlich eigfalla isch. I glaub, manchmol hat mr oifach so Gedanka. Wer woiß, vielleicht schdemmds jo 🙂 Mol ieberlega, als was i gern wieder uff d Welt komma dät. Woisch Du s ?

    Liebs Grüßle … au an da Faldr
    Mallybeau

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    1. Anhora Autor

      Liebe Mallybeau,
      des isch der Punkt: ma hat manchmal so ’n Gedanke, dass da was isch, aber ma kanns net benenne. So gohts mir mit der Motte an dr Wand. Irgendwas isch bsonders an der.
      Als was i nommal auf d’Welt komme möcht? Als gar nix. I war scho so oft da, mir roichts. I woiß jetzt s’Meiste übers Läbe, und was i no net woiß, lern i in koim Lebe mehr. Dann bin i halt z’bleed.
      Also, i bleib furt.
      Liebs Grüßle zrück von mir und em Ehregascht. 😉

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      1. Mallybeau Mauswohn

        Do hosch Recht. Mr hot jo scho so viel erläbt. Ond wer woiß scho, wie oft mr selber scho uff dr Welt war und s bloß nemme woiß 🙂 Vielleicht war i frieher amol an Norddeitscher ond davor an Ami ond davor a Schbanierin … also i muss saga, a schwäbischs Läba als Abschluss isch genau s Richdige 🙂

        Gefällt 2 Personen

        Antwort

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