Angekommen

An unserem letzten Wandertag wurde es wieder warm, und wir marschierten gemütlich vor uns hin. Von Cravanzana nach Cortemilia, 13 km, 450 m nach oben, 790 m nach unten. Ein letztes Mal ließen wir uns von der Schönheit der Natur einfangen.

Etwa 80 km gingen wir in sechs Tagen zu Fuß und keuchten knapp 3000 Meter bergauf. Die Muskeln und Gelenke sind fit geworden, der Geist auch. Wir wissen nun, dass Wegbeschreibungen nicht strikt befolgt werden dürfen, dass Wegmarkierungen öfters fehlen oder an interessanten Stellen erscheinen, z.B. vor (!) einer Kreuzung. Als wollten sie sagen: „Links? Rechts? Was sind das für Fragen! Geh, wohin dein Herz dich führt, dann kommst du schon an. Wo auch immer.“
Nur auf die App mit dem Tourenverlauf war Verlass, deshalb haben wir uns auch nie verirrt. Respekt vor den Wandersleut, die früher nur mit einer Karte losgezogen sind.

Nun sind wir wieder zu Hause. Ich sehe noch immer das unendliche Grün der Landschaft und das strahlende Blau des Himmels vor mir. Es ist nicht so, dass eine solche Wanderung das große und einzigartige Erlebnis ist. Es sind die vielen kleinen Begebenheiten unterwegs: was man alles sieht, wen man trifft, was man lernt, wie die Strapazen immer besser gemeistert werden, wie die Natur die Seele weitet.
Es geht darum, was der Kopf mitnimmt auf einer solchen Reise und wie manches Thema des Lebens in den Hintergrund rückt.
Deshalb mache ich sowas.

„Reise! Geld kommt zurück, Zeit nicht.“

Gebucht haben wir diese Wandertour bei AbenteuerWege.
Wir waren in hervorragenden Hotels oder Gästehäusern untergebracht und unser Gepäck wurde immer zur nächsten Unterkunft gebracht. Hat alles prima geklappt.

14 Gedanken zu „Angekommen

      1. etoilefilante22

        Ach, weisst du, der jakobsweg beginnt mit einem schritt, mit einem kilometer….. 🙂 Heute würde ich ihn mir allerdings auch nicht mehr zutrauen, rein körperlich. Der geist hingegen ist immer noch unterwegs. Interessanterweise ist die kirche im dorf, wo ich gelandet bin, dem jakob geweiht und auf dem dach steht er, die muschel um den hals und schaut gegen westen! Vom Cabo Finisterre in spanien bin ich im Finistère in frankreich gelandet, So ein zufall !?!?!

        bisous vom meer

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        1. Anhora Autor

          Ob Zufall oder nicht – was für eine schöne Geschichte! 🙂
          Inzwischen ist der Jakobsweg ja zu einer Art Massenveranstaltung geworden. Das hat ein bisschen den Reiz genommen, etwas Besonderes zu tun. Der religiösen Berufung tut es natürlich keinen Abbruch.
          Mir persönlich wärs einfach zu weit, da bin ich ehrlich. Nach 1-2 Wochen hab ich in der Regel genug vom Wandern. Bin ja nicht mehr die Jüngste. 😉

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  1. Mallybeau Mauswohn

    Liebe Anhora!

    Die Tour hot richdig Schbaß gmacht. Au aufm Blog 🙂
    Toll, dass r am ledschda Dag no schee Weddr ghet hent. Hier rägnets wied Sau.
    Jetzt kammr gut erholt au wiedr richdig zupagga ond äbbes schaffa 🙂

    Liebs Grüßle ond an guda Schdard en d neue Woche
    Mallybeau

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