Klischees oder was?

Neulich am Zigarettenautomat: Ein ledriger Rocker mit schwerer Jacke und nackenlangem, zurückgekämmtem Haar wirft ein Geldstück ein. Er verharrt kurz, blickt nach unten, greift in den Rückgabeschacht und holt die Münze wieder heraus.
Er wirft sie noch einmal ein, vorsichtiger diesmal, wieder fällt sie unten heraus.
Etwas funktioniert nicht.
Mit zurückgebogenem Kopf hält er die Münze nun behutsam an den Einwurfschlitz und gibt ihr einen unendlich gefühlvollen kleinen Schubs. Die Münze verschwindet im Schacht, wird diesmal verdaut und als Marlboro wieder ausgeschieden.

Oder einmal bei Edeka: An der Kasse steht ein riesiger Mann vor mir. Mächtige Schultern, Schenkel wie Baumstämme, Jeans, Karohemd und Steppweste, schwarz, cool. Der Kassierer schiebt ihm Bananen zu und der Mann greift danach, verharrt, zieht sie dann zur Seite und holt erst die Milchpackung und eine Flasche Orangensaft, stellt beides in die Papiertüte. Dann kommen Wurst- und andere Packungen dran, zum Schluss eine Gurke und die Bananen obendrauf. Ordentlich wie eine schwäbische Hausfrau.

Was will ich damit sagen? Harte Kerle sind sensibel und Afrikaner gewissenhaft. Jedenfalls manche. Man muss sich die Menschen immer erst anschauen.

The Australian Biker (6748309015)
Bildquelle: Alex Proimos from Sydney, Australia [CC BY 2.0]

13 Gedanken zu „Klischees oder was?

  1. ronnytauchenmitBella

    vadammt
    du hast mich erwischt
    ich muß mich denn mal
    outen
    ich bin ne schwäbische hausfrau
    schweres und stabiles kommt an der kasse unten in den rucksack
    weiches zerbrechliches
    zerdrückgefärdetes oben drauf
    wobei ich da jetzt nun grad ins grübeln komme
    was das mit schwäbisch zu tun hat
    nix gegen de schwaben
    auch wenn unsereiner se nich versteht
    aber das is eben tradition
    und die sollte man erhalten
    doch nochmal zum einpacken
    jeder denkende
    wird so packen
    leider gibt es heutzutage von denen nimmer sooo viele
    wir werden ja zur klatschreingesellschaft erzogen
    und alle denen selbst das zu blöd is
    die bedienen sich am lieferservice
    frei nach dem motto ich brauch für nächste woche was zu fressen
    schickt mal was für 50 euro
    gruß von der foodbox und vergleichbarem
    ich werd mein essen immer selbst kaufen
    und selbst verpacken
    tja gruß von den sieben schwaben
    die nur einer sind hier im lande brandenburg
    der ronny wars samt bella 🙂

    Gefällt 2 Personen

    Antwort
    1. Anhora Autor

      Die schwäbische Hausfrau ist genau so ein Klischee wie der harte Kerl bei den Rockern oder der desinteressierte Afrikaner. Es gibt diese Menschen, aber verallgemeinern kann man es nicht. Ich persönlich kann bestätigen, dass schwäbische Frauen ordentlich und organisiert sind, aber längst nicht alle. Und ich wette, nicht alle Berliner sind unfreundlich. 😉

      Gefällt 1 Person

      Antwort
      1. ronnytauchenmitBella

        wetten kannste da klar
        aber helfen kann ich dir dabei nich
        ich kenne höchstens fünf berliner
        und das letzte mal in berlin war ich
        glaub vor etwa drei jahren
        es gibt ja dort nix was es hier in potsdam nich auch gibt
        ich kenn ja hier aus dem blog noch eine
        achnein zwei andere schwäbische frauen
        tja bei der frau mallybeau kann ich da nix sagen
        das sie nich ordentlich wäre denn sie kenn ich nicht so gut
        doch die andere kenn ich sehr gut und auch persönlich
        die passt ins klischee 🙂
        doch klischees sind mir ansich egal
        mein bauch sagt mir
        mit wem ich gut kann
        egal von wo der / die is
        gruß ronny

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        Antwort
  2. Hausfrau Hanna

    Solche Beobachtungen,
    liebe Anhora,
    von alltäglichen Szenen sind wunderbar. Und wenn sie dazu noch Vorurteile aufweichen, sind sie noch wunderbarer!
    Gut gefallen hat mir übrigens auch dein Vergleich ‚ordentlich wie eine schwäbische Hausfrau‘ 😉

    Ein ganz herzliches Grüssle über die Grenze
    Hausfrau Hanna Basel

    Gefällt 2 Personen

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    1. Anhora Autor

      Liebe Hausfrau Hanna, der Begriff „Hausfrau“ wird unterschätzt. Man sollte ihn viel öfters benutzen und positiv belegen.
      Aber zum Glück – zum großen Glück – haben wir dich! 🙂
      Aufgeräumtes Grüßle
      Anhora

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    1. Anhora Autor

      Es braucht vielleicht viel Selbstbewusstsein, um andere so zu lassen, wie sie sind, obwohl sie anders sind als man selbst. Wer weiß, was da manchmal an verborgenen Wünschen oder Ängsten eine Rolle spielt. Richtig ist es trotzdem nicht. Ich meide solche Leute, wenn es geht.

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      Antwort
    1. Anhora Autor

      Ich glaube ohne Vorurteile geht es gar nicht, jeder hat sie. Sie erleichtern dem Gerhirn die Wahrnehmung der Welt. Aber man sollte nicht die Tür verschließen. Es kann immer auch alles anders sein. :-

      Gefällt 4 Personen

      Antwort

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