Arbeiten will gelernt sein

Es ist so eine Sache mit dem Arbeiten zu Hause. Egal wann ich beginne – erst komm ich in den Arbeitsfluss nicht rein, und wenn es dann endlich läuft, dann komm ich nicht mehr raus. Es war schon so, als ich noch als Übersetzerin arbeitete und oft bis in den späten Abend am Schreibtisch saß. Man hat eigentlich keinen Rhythmus mehr, geschweige denn die üblichen Arbeitszeiten.

Es leidet auch die Energie des Raums, der bisher mein Rückzugsort war. Hier habe ich gelesen, geschrieben, nachgedacht, ausgeruht. Hier konnte ich allein sein. Allein bin ich zwar immer noch, aber es liegen Ordner auf dem Boden, Unterlagen auf dem Tisch, zwischen Papier und Büroklammern ist eine Tasse Tee eingeklemmt, auf dem Fenstersims liegt das Diensthandy.

Doch was jammere ich. Fast tausend Tote in Italien in den letzten 24 Stunden. Gütiger Himmel …

15 Gedanken zu „Arbeiten will gelernt sein

  1. Pit

    „Egal wann ich beginne – erst komm ich in den Arbeitsfluss nicht rein,“
    Das ging mir frueher aehnlich. Wenn ich in Wochen mit extrem viel Arbeit am Wochenende mal frueh aufgestanden bin, um am Schreibtiosch zu sitzen und zu arbeiten, dann hat das so gut wie nie geklappt. Ich habe immer etwas Anderes zu tun gefunden, als die Arbeit, die ich eigentlich erledigen wollte. Scherzhaft habe ich mal so formuliert. „Ich war so damit beschaeftigt, mich zum Arbeiten zu zwingen, dass ich zum eigentlichen Arbeiten gar nicht gekommen bin.“ 😉 Abends dagegen, auch bis in die fruehen Morgenstunden hinein, lief Alles wie geschmiert. Deswegen habe ich es spaeter auch aufgegeben, frueh zum Arbeiten am Schreibtisch aufzustehen.
    Lieber Gruesse,
    Pit

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    1. Anhora Autor

      Das beruhigt mich ja, dass es dir genauso ging! Ich verlier mich zunächst immer in unwichtigem Mist, anstatt mich an die großen Aufgaben zu machen. Übrigens egal ob ich in der Früh oder erst am Nachmittag beginne zu arbeiten. Aber wenn ich mich dann überwunden habe und mich endlich in eine wichtigen Sache verbissen habe, dann … kann ich nicht mehr aufhören. Das zum Abschluss kommen ist derselbe Kampf wie das in die Gänge kommen.
      Bescheuert, irgendwie.
      Liebe Grüße zurück!

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          1. Pit

            Apropos Prokastination: denk‘ an den alten Spruch „es gibt nichts, das so dringend waere, als dass es nicht noch dringender wuerde, wenn man es auf die Lange Bank schiebt!“ 😀
            Oder, wie wir in Anlehnung an eine Esso-Werbung in den 60er oder 70er Jahren gesagt haben, „es gibt Viel zu tun. Lassen wir es liegen!“
            In diesem Sinne ein schoenes Wochenende, und bleibt gesund,
            Pit

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            1. Anhora Autor

              Ich kenne die Esso-Werbung als „Es gibt viel zu tun. Schauen wirs an.“ 😉
              Also ich habe jedenfalls ein Thema, es hat etwas mit Prokastination zu tun, und damit werde ich mich befassen müssen. Wird ja noch länger gehn mit dem Home Office, wie wir heute erfahren haben. Vor dem 20. April ändert sich an den Beschränkungen, sagt die Regierung.
              Wie ist es bei euch – habt ihr inzwischen auch den Lockdown?

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            2. Pit

              Hier bei uns in Fredericksburg haben wir es (noch) verhaeltnismaessig but: kein Ausgehverbot. Und zum Glueck haben wir in unseren gesamten County auch noch keinen einzigen bestaetigten Fall. Andere, insbesondere New York [wie Du ja bestimmt gehoert haben wirst], betrifft es da viel schlimmer. Und leider haben wir hier ja einen leitenden Oberaffen, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, aber meint, er alleine sei der grosse Schlaumeier. Und das laesst Schimmstes befuerchten.
              Trotzdem: wir lassen uns nicht unterkriegen!
              Liebe Gruesse und bleib‘ gesund,
              Pit

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            3. Anhora Autor

              Ja, in New York scheint sich ein Desaster anzubahnen, kommt ständig in den Nachrichten. Schlimm, dass man in einer solchen Krise eine unfähige Regierung hat.
              In diesen Tagen bin ich recht stolz auf mein Land. Darf man als Deutsche ja normalerweise nicht laut sagen, aber derzeit muss es raus. Wir haben wenig Tote, helfen anderen Ländern. 😊
              Ich hoffe bei euch bleibt es so ruhig. Wusste gar nicht dass es noch Regionen ohne Infizierte gibt. Passt auf euch auf. 😊

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            4. Pit

              Ich weiss, dass es verpoent ist, das zu sagen, aber warum eigentlich nicht. Es gibt schon Dinge, auf die wir stolz sein koennen. Ich habe schon immer etwas gegen diese „Unpatriotismus“ gehabt. Genauso wie es mich schuettelt, wenn ich hier im deutschstaemmigen Fredericksburg das Motto unserer High School Sportler [deren Maskottchen sind, wie „Hennes“ beim FC Kolen, die Ziegen, hierzulande „billy goats“ genannt] hoere oder sehe, „Billies ueber Alles“ – genauso.
              Aber um auf’s Thema zurueckzukommen: Deutschland hat es wirklich viel besser gemacht als Amerika.
              Wir hoffen auch, dass es hilft, dass wir in einer relativ kleinen Stadt [knapp ueber 10.000 Einwohner] und in einer nicht ganz so dicht besiedelten Region leben.
              Pass‘ auch Du gut auf Dich auf,
              Pit

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            5. Anhora Autor

              Deutschland rüstet sich derzeit für eine große Welle an schweren Fällen. Es könnte sein, dass wir hier Italien-ähnliche Zustände kriegen, wird uns gesagt. Ich hoffe ich habe nicht zu früh gelobt, aber immerhin haben wir uns mehr Zeit verschafft für die Vorbereitungen.
              Patriotismus findest du in allen Ländern außer in Deutschland. Ich bin immer neidisch, wenn ich in England, Frankreich, Italien, der Schweiz oder Österreich bin. Patriotismus vermittelt ein Wir-Gefühl, das wir nur bei Fußball, Tour de France (Emmanuel Buchmann wohnte bei mir um die Ecke!) und anderen Sportereignissen erleben dürfen. Und jetzt ein bisschen wegen Corona. Schon krass.
              Lieber Gruß über den Teich!
              (PS: Woher aus Deutschland stammst du eigentlich?)

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            6. Pit

              Zum Glueck hat Deutschland ja viel getestet und auch relativ fruehzeitig isoliert. Das koennte helfen. So war es jedenfalls hier in der Washington Post zu lesen.
              Und ja: es gibt auch einen „guten Patriotismus“.
              Ich stamme aus dem Rheinland: geboren und aufgewachsen in Krefeld, studiert in Koeln und Bonn, und dann – bis zu meiner Auswanderung – im Rhein-Sieg-Kreis gearbeitet und gewohnt.
              Liebe Gruesse und bleib‘ gesund,
              Pit

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            7. Anhora Autor

              Ah, ein Rheinländer bist du! Darunter stelle ich mir immer entspannte und gesellige Menschen vor, obwohl ich überhaupt niemanden kenne. 😉 Doch! Jetzt dich.
              Ich komme aus dem Süden, aus Oberschwaben (Ravensburg). Da ist man nur gesellig, wenn man gerade in der Stimmung ist. 😉
              Hab einen schönen Tag und viele Grüße!

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            8. Pit

              Zu „gesellige Rheinlaender“: es kommt drauf an, woher genau im Rheinland. „Gesellig“ gilt mit ziemlicher Sicherheit fuer Koelner, aber weiter rheinabwaerts nach meiner Erfahrung (etwas) weniger. Aber im Prinzip hast Du Recht.
              Viele Gruesse, und bleib‘ gesund,
              Pit

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