Zimmerreise 4/2021: H wie Henne

Seit einiger Zeit ruft puzzleblume zu Zimmerreisen auf. Echte Reisen sind ja immer noch nicht möglich, aber auch in einem Zimmer gibt es viel zu entdecken und darüber zu erzählen. Also nehme ich euch gerne wieder mit, heute zu einem Reiseziel mit dem Buchstaben H.

Da ich auf meiner Tour durch die Wohnung immer wieder feststellen muss, dass seit dem letzten Umzug nicht mehr viel da ist, wovon ich berichten könnte, greife ich schon wieder auf ein Bild zurück. Wenigstens davon gibt es noch einige zur Auswahl.
Diese Henne zum Beispiel schaut mir seit zweiundzwanzig Jahren beim Kochen zu. Fünf Küchen hat sie gesehen, überall fand sie einen Platz und blickte interessiert auf das, was um sie herum geschah.

Es handelt sich um einen Kupferstich, zwei Blätter gibt es davon. Das erste tauschte ich irgendwann aus, weil ein großer Fleck sich darauf ausgebreitet hatte. Auch dieses hier ist nicht mehr ganz rein, ich frage mich wie in einem eingerahmten Bild Flecken entstehen können? Es ist wahrscheinlich nur in der Küche möglich, inzwischen steht es auch nicht mehr neben dem Herd. Das hilft wahrscheinlich.

Ein Kupferstich ist ein grafisches Druckverfahren. In eine Kupferplatte werden Linien geschnitten oder kleine Flächen abgeschabt. Dann kommt dickflüssige Farbe darüber, die wieder abgestrichten wird, bis nur noch in den Kerben des gewünschten Motivs Farbe übrig ist. Diese muss aufs Papier: Es muss ein besonders saugfähiges sein wie Büttenpapier. Es wird angefeuchtet und fest auf die Platte gepresst, sodass die Farbe ins Papier sickert.

Albrecht Dürer war ein großer Meister diese Kunst, und meine Tochter auch. Sie brachte diese Henne 1999 aus der Schule mit, seither gehört sie zum Haushalt. Es gefällt mir besser als ein Dürer.

32 Gedanken zu „Zimmerreise 4/2021: H wie Henne

  1. pflanzwas

    Der Dürer konnte schon was, aber das Bild deiner Tochter gefällt mir auch besser 🙂 Ein tolles Bild! Aus deinen genannten Gründen mag ich Bilder nicht in der Küche aufhängen, obwohl ich es manchmal gerne tun würde. Oder man muß eine Kopie machen, die man dann vollkleckern kann 😉 Aber die Henne paßt wirklich sehr gut zur Küche. Ich finde es immer schön, wie du bei deinen Zimmerreisen ein Thema näher beleuchtest. Das liest sich immer sehr spannend und ist anregend! Danke dafür 🙂

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    1. Anhora Autor

      Danke für diesen netten Kommentar, ich freu mich sehr darüber und dass dir meine Zimmerreisen gefallen. 🙂
      Tatsächlich habe ich 3 Küchenbilder, aber nur der Kupferstich ist fleckig geworden. Es liegt wohl an dem weichen, saugfähigen Papier.

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  2. Pingback: Einladung zu den Zimmerreisen 05/2021 | Puzzleblume ❀

  3. Hausfrau Hanna

    Oh,
    liebe Anhora,
    deine Tochter war/ist eine Künstlerin!
    Ihr Kupferstichhuhn bekäme bei mir einen Platz an einer Wand in meinem Zimmer, die voller Bilder ist, die mir kleine und grosse Künstlerinnen (!) geschenkt haben 🙂

    Viel Freude weiterhin an diesem Tochterbild und ein liebes Grüssle über die Grenze
    Hausfrau Hanna

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    1. Anhora Autor

      Danke! Ich werde es meiner Tochter genauso ausrichten. Sie ist vor drei Monaten Mutter geworden und es dauert also nur noch 11-12 Jahre, bis sie vielleicht auch ein Hennenbild bekommt. 🙂
      Gackerndes Grüßle zurück über die Grenze! 🙂

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        1. Anhora Autor

          Inzwischen habe ich auch andere gesehen. Als ich „berühmte Kupferstiche Albrecht Dürer“ googelte, kam nichts ansprechendes. Aber das Rhinozoros z.B. gefällt mir auch.

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            1. Anhora Autor

              In dem Beitrag geht es um Kupferstiche. Deshalb hatte ich nach einem Kupferstich von Dürer gesucht. Ein anderer Meister fiel mir nicht ein. 😉

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    1. emhaeu

      Die Melancholie war im Mittelalter eine Krankheitsbild, das nicht auf die heute üblicherweise gemeinte melancholisch-depressive Stimmungslage beschränkt war. Auch alle möglichen körperlichen Krankheiten wurden darunter gezählt, nicht zuletzt Wahnvorstellungen. Entsprechend wird der kräftig mit allerlei Symbolen überladene Kupferstich von Dürer von den Kunsthistorikern auch sehr unterschiedlich gedeutet – – – eigentlich nicht wichtig, ist mir nur aufgefallen, weil ich mich gerade mit Hexen und Melancholie in der Zeit Dürers beschäftigt habe …. Melancholie galt nämlich weithin als die Krankheit, unter der die Hexen gelitten haben …

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  4. puzzleblume

    Ich liebe Bilder in der Küche und deine Henne wirkt sehr gemütlich. Woher ausgerechnet rosa Flecken kommen können, weiss ich leider auch nicht, von Wasserdampf würde ich eher braune Stockflecken erwarten. Aber ein bisschen Rosa steht ihr zumindest hier aus meiner Sicht ganz gut. Womöglich färbt irgendetwas vom Rahmen oder der Rückseite ab?

    Soweit ich das sehe, liegt der verschwundene Ping nicht an deinem Link zu mir, der funktioniert als Verbindung, ist aber wirklich nicht zu finden. Darum ist es gut, sicherheitshalber einen „richtigen“ Kommentar nachzulegen.

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    1. Anhora Autor

      Ich habe gleich mehrere Bilder in der Küche! Es gibt so schöne Motive und es ist hier nicht so wichtig, ob es zur Einrichtung passt. Küche ist Küche.
      Warum sich die Farben des Bildes verändern, weiß ich nicht. Ich tippe auf Einfärbungen im Papier, die erst mit der Zeit sichtbar werden. Ein bisschen Feuchtigkeit hat man in einer Küche ja immer. Es könnte aber auch die Rückseite sein, eine dünne Spanplatte, oder der Rahmen, wie du sagst. Jedenfalls ist es ein lebendiges Bild, es sieht immer wieder anders aus. 😉

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      1. puzzleblume

        Entgegen der modernen Inneneinrichtungskonzepte für repräsentative Küchen, bei denen den Besuchern die Augen herausfallen sollen wegen all dem Style, hänge ich auch an der altmodischen Idee einer Küche als Raum, in dem sich das Privatleben in einer Verbindung von Liebe, Fürsorge und Freundlichkeit bündelt, ggfs. auch für Gäste, die sich dort eher wohl als beeindruckt fühlen sollen.

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        1. Anhora Autor

          Das sehe ich genau wie du! Meine Küche ist zwar stylisch (da neu), aber viel zu klein, um zu beeindrucken. Das ist ok. Und zum „Auflockern“ der durchgestylten Einrichtung brauche ich ein paar Querschläger, die so gar nicht dazupassen. Erst dann wird es „meine“ Küche. 😉

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