Archiv der Kategorie: Reisen

Grüße von der Blumeninsel

Hier ein paar Farbtupfer von der wunderschönen Insel Mainau im Bodensee.

Nochmal etwas Landwirtschaft!

Da staunt die Schrebergärtnerin: In Zürich, gleich neben dem Hauptbahnhof, entdeckte ich am Wochenende diese Kleingartenanlage.

Gibt es zu wenig Gemüse-Anbauflächen in der Stadt? In mehreren Hochbeeten wachsen hier Salat, Tomaten, Zwiebeln, Gewürze. Angesichts der großen Masse an Menschen unterschiedlichster Coluleur im direkten Umfeld ist es erwähnenswert, dass offenbar niemand je ein Hälmlein verbogen hat. Schweiz halt.

Ich frage mich ja, wer das gepflanzt hat. Und wer ernten wird. Bis dahin ist es auf jeden ein hübscher Blickfang!

Der Golem von Prag

Vor langer Zeit lebte in Prag ein alter Rabbi namens Judah Löw. Damals wurden jüdische Menschen verfolgt und angegriffen, weil sie angeblich das Blut kleiner Kinder vergossen für ihre religiöse Riten. Um seinen Mitbürgern zu helfen, erschuf der Rabbi aus Lehm von den Ufern der Moldau eine riesige Gestalt, den Golem. Er hauchte ihm durch magische Zahlen- und Buchstabenfolgen Leben ein und schrieb das Wort „emet“ auf seine Stirn, „Wahrheit“.

Der Golem gehorchte dem Rabbi und beschützte die Menschen im jüdischen Ghetto. Mit der Zeit wurde er jedoch immer brachialer und begann sogar, Menschen zu töten. Da versprach man Löw, dass alle Gewalt gegen die Juden aufhören würde, wenn er den Golem zerstören würde. Der Rabbi stimmte zu. Er entfernte den ersten Buchstaben aus „emet“ und so wurde es zu „met“, das Wort für „Tod“. Da wich das Leben aus dem Golem. Die Juden aber durften fortan in Frieden leben.

Diese überlebensgroße Statue steht am Übergang zur Josefstadt in Prag. Wenn man darunter steht, wird einem gruselig, man möchte diesem Wesen des nachts nicht begegnen. Sie zeigt übrigens nicht den Golem, sondern den Rabbi.

Was ist ein Golem?

Die Legende von Rabbi Löw und dem Golem

Die klagende Geige

Eins muss ich noch erzählen, und zwar von einem schaurigen Gruß aus der Vergangenheit. Wir hatten die Prager Burg bestaunt (die größte Burg der Welt übrigens, darüber kann man ausgiebig googeln) und hatten schon fast den Ausgang erreicht, da sah ich ein paar Leute durch ein vergittertes Tor starren. Und was sah man da? Ein Skelett, gefangen in einem Foltergerät.

Ich will nicht glauben, dass dort wirklich menschliche Knochen ausgestellt werden, sicher hat sich ein Meister des Plastik-Gruselkabinetts etwas für Touristen einfallen lassen. Das Foltergerät dagegen wird wohl echt sein, und das Ganze befindet sich im Daliborka-Turm. Er wurde 1496 errichtet und nach seinem ersten Gefangenen benannt: dem Ritter Dalibor von Kozojedy, weil der eine Bauernrevolte auf dem benachbarten Gut unterstützt und die Aufständischen bei sich aufgenommen hatte.

Der Legende nach erlernte er in diesem Turmgefängnis das Geigenspiel. Seine Musik sei so berührend gewesen, dass immer mehr Leute ihm Essen und Trinken brachten, um ihn spielen zu hören. Man wagte nicht, den Tag seiner Hinrichtung bekanntzugeben und die Menschen erfuhren vom Tod des großmütigen Dalibur erst, als seine Geige verstummte.

Sein Schicksal inspirierte später Friedrich Smetana zu seiner Oper Dalibor, und bis heute gibt die Redensart: „Die Not hat Dalibor das Geigenspiel gelehrt“, wenn man etwas gegen seinen Willen tun oder zugeben muss.

Hasch mich!

Was hat es in Prag nur mit all den Cannabis-Produkten auf sich? In den Auslagen sieht man Kekse, Schokolade, Lutscher, Bonbons – ich denk, ich bin in Amsterdam! In vielen Läden und Souvenirshops stapeln sich die grünen Produkte mit dem Hanfblatt drauf, dabei ist der Besitz von Haschisch in Tschechien genauso verboten wie bei uns. Ich hätt ja was mit nach Hause gebracht, traute mich aber nicht …

In irgendeiner Tiefe des Internets las ich, dass für diese Waren kein “Drogenhanf“, sondern “Nutzhanf“ verwendet wird. Bei dessen minimalem THC-Gehalt (man liest sich ja ein) finge höchstens eine Fliege an zu kichern. Nach Genuss eines kompletten Cookies, versteht sich.

Wozu also diese merkwürdigen Cannabiswaren in den Regalen? Doch nicht etwa, um doofe Touristen reinzulegen?