Archiv der Kategorie: Tagesgedanken

Jahrmarktzeit

Was gehört dazu? Heißer Punsch, gebrannte Mandeln, und … hmmm … Bratwurst! Nie schmeckt sie besser als an einem kalten Novembertag.

Ich verstehe ja nicht, warum Menschen auf Fleisch verzichten, damit keine Tiere getötet werden. Tragen sie alle nur Leinenschuhe und Plastikgürtel? Und überhaupt: Wenn wir Gemüse essen, töten wir doch auch. Wenn ich aus einer Knoblauchzehe den Keim herausschäle, leide ich mehr als beim Anblick einer Gulaschsuppe. Bei der sehe ich ja nicht, wer oder was es einmal war, aber das blasse Knoblauchbaby auf dem Weg ins Leben mit dem Gemüsemesser zu zermetzeln – das tut weh.

Fruktarier nehmen zwar auch auf lebendes Gemüse Rücksicht und essen nur das, was vom Baum fällt oder sonstwie freiwillig hergegeben wird. Aber hey! Ein Apfelkern hat sich seine Zukunft auch anders vorgestellt als in menschlichem Gedärm und einer irdenen Kloschüssel! Wieviele Apfelbäume sind auf diese Weise schon am blühenden Leben gehindert worden? Und ich möchte sagen: Gott sei Dank! Wir hätten ja keinen Wohnraum mehr, wenn jeder Apfelkern der Welt zu einem Baum herangewachsen wäre.

Billige Fleischwaren aus Massentierhaltung kaufe ich niemals, aber gelegentlich eine Frikadelle  aus der Metzgerei des Vertrauens? Wir müssen nun einmal töten, was wir essen, die Natur hat gesprochen. Oder wie seht ihr das?

 

 

Sauwetter

Schon weiß man, was man nicht vermisst hat!

 

An solche Bilder muss man sich erst wieder gewöhnen. Nach gefühlt hundert Jahren regnet es bei uns seit gestern ohne Unterbrechung. Das ist gut für den Boden und perfekt für den Sonntagnachmittag. Immerhin war ich schon beim Joggen. Jetzt liege ich ohne schlechtes Gewissen auf dem Sofa mit Kaffee, Kuchen und einem Buch. 🙂

Ich wünsche euch allen einen schönen Nachmittag!

Halbe Hunde

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, und so kam es, dass ich vor der Hochzeit meiner Tochter zum ersten Mal in meinem Leben ein Nagelstudio aufsuchte. Drei zierliche Damen sitzen dort nebeneinander an kleinen Tischchen und beugen sich über die Hände ihrer Kundinnen. Ohne von der Arbeit aufzublicken, unterhalten sich die drei von Zeit zu Zeit miteinander.

Diese kleinen Wortwechsel in dem ansonsten stillen Studio erinnern an das Miauen von Nachbars Katze. Es handelt sich bei dem Trio nämlich um Vietnamesinnen, und in ihrer Sprache klingen die Wörter gedehnt, mit viel Melodie. Ich muss dann genau aufpassen, denn ihr Deutsch ist stark von der Muttersprache eingefärbt. Wenn die junge Frau vor mir etwas sagt, ist nicht ohne weiteres zu erkennen, ob sie mich meint auf deutsch oder eine der Kolleginnen auf vietnamesisch. Es hört sich eigentlich gleich an.

Einmal betritt eine Kundin den Laden und fragt: „Wie lange würde es dauern, bis ich drankomme?“ Eine der Damen blickt auf, schätzt mit einem Blick die drei Tische ab und antwortet: „Halbe Hunde.“ „Bitte?“ „Halbe Hunde!“ kommt es vernehmlicher, wohl in der Annahme, sie habe zu leise gesprochen. „Gut,“ antwortet – ebenfalls in einer Annahme – die Kundin. „Dann komme ich in einer halben Stunde wieder“.

Ich könnt da jeden Tag hingehen. Aber für regelmäßige Behandlungen ist es dann doch zu teuer. Schade.

Sie haben ihr Ziel erreicht!

Gestern noch auf der Rutschbahn, heute schon auf dem Standesamt: Mein Baby ist jetzt Ehefrau, und ich habe einen Schwiegersohn. Krass.

Wir haben nun griechische Verwandte, und auf der Hochzeit wurde Sirtaki getanzt. Das möcht ich unbedingt auch können, den Lehrmeister haben wir ja nun in der Familie. Was für eine Lebensfreude und Ungekünsteltheit die Griechen mitbrachten, kann ich kaum beschreiben – und die Deutschen waren unbeschwert, begeistert dabei. Alle hatten Spaß, und ich war die stolzeste Brautmutter der Welt. 🙂

Aktuelles Kochstudio

Meine selbst eingemachten Zucchini sind die Hölle. 4 Esslöffel zerstoßener Pfeffer auf 1 Liter Aufguss ist zuviel. Ob es die Schärfe ist, die nicht ganz durchgekochten Zwiebelringe (5 Minuten sind zu wenig), oder der Essigsud, den ich nicht ja nicht wegschütte, sondern austrinke – wenn ich jedenfalls ein Schüsselchen von meinem ersten Zucchini-Einmachversuch verputzt habe, stoßen wenig später Feuerwellen durch meinen Körper. Schweiß bricht aus, Schnappatmung setzt ein, und selbst die entlegensten Zellen werden aus dem Schlaf gerissen.
Hat was.
Meine neue Hausmedizin gegen Kreislaufschwäche.