Archiv der Kategorie: Tagesgedanken

Liebe ältere Menschen, ich hab nichts gegen euch!

Ich bin ja selbst älter, und es macht mir nichts aus. Dachte ich.

Eigentlich wollte ich nur das Sommerloch hier stopfen und ein kleines Sommerrätsel posten. Tippte das also in die Suchmaschine ein und als Erstes erschien: „Sommerrätsel für Senioren und Demenzkranke“. Das nicht, war mein erster Impuls.

Es folgten Rätsel für Kinder (unter fünf verschlungenen Wegen den einen erkennen, der zum Strand führt), das Sommerpreisrätsel einer Tageszeitung (ein Kreuzworträtsel) und mehr Denksportaufgaben für Menschen im höheren Lebensalter.

Nein, dachte ich wieder, keine Seniorenrätsel. Womöglich spricht es mich an und dann habe ich es schriftlich: Ich bin die Zielgruppe. Alt. Oder gar dement. Es gibt Dinge, die will man nicht wissen und so war ich ratlos.

Ich meine – ich hab nichts gegen ältere Menschen. In den Jahren, als ich mich um meine Mutter kümmerte, habe ich eindrucksvolle Persönlichkeiten kennengelernt und ins Herz geschlossen, alle zwischen 90 und 100 Jahre alt. Ich verstehe meinen Widerwillen selbst nicht recht.

Na gut.

Hier mein Sommerrätsel:

Es handelt sich um ein Anagramm, d.h. Buchstaben müssen richtig geordnet werden.
Zum Beispiel STAPELEFACH  —> richtig APFELTASCHE

Jetzt die Aufgabe: Was verbirgt sich hinter ARSCHBROT?

Die Lösung findet ihr unter https://www.seniorenfreundlich.de/raetsel-quiz.html
(man muss etwas nach unten scrollen)

Eine Menge witziger Rätsel wie z.B.
„Schreibt man „nämlich“ mit H?“ (Ja, nämlich mit einem H am Ende!)
gibt es hier:
https://www.seniorenfreundlich.de/pisa-test.html

Bildquelle: https://pixabay.com/

Ist es für euch ein Unterschied zu wissen, dass es sich um Seniorenrätsel handelt?

„Selig seid ihr, es wird euch gut ergehen“

Von der Mythologie her befinden wir uns auf geheiligtem Boden. Auf der Insel Samos wurde die Göttin Hera geboren, später heiratete sie hier den Göttervater Zeus. Hera gilt auf der Insel als Wächterin der Geheimnisse des ehelichen Lebens, als Schutzpatronin der Ehe und als Geburtsgöttin.

Wenn das nicht passt, hatte ich gedacht beim Anflug auf Samos. Aber beim Gebären sind wir aktuell noch nicht. Erst einmal wurde geheiratet auf Samos, und zwar vor einer Woche und mit so viel Glamour wie sicherlich einst das Götterpaar.

Meine Tochter und ihr griechischer Mann haben sich nun also nicht nur vor der Welt, sondern auch vor Gott das Ja-Wort gegeben. Unsere Familie hat jetzt deutsche, österreichische, schweizerische, britische und griechische Mitglieder. Was für ein Fest! Wir freuen uns so.

 

Und wenn man schon mal da ist, genießt man natürlich die herrliche Insel, die vom Massentourismus zumindest auf der Südseite noch nicht entdeckt wurde.

Die Wahrheit über den Sirtaki

Rechter Fuß Schritt rechts seitwärts
Linker Fuß kreuzt hinter rechtem Fuß
RF rechts seitwärts
LF vorn überschwingen …

Wusstet ihr, dass der Sirtaki gar kein griechischer Tanz ist? Und schon gar nicht traditionell?

Er wurde 1964 erfunden, und zwar zur Filmmusik von Mikis Theodorakis für den Film Alexis Sorbas. Angeblich soll der Hauptdarsteller Anthony Quinn tänzerisch nicht begabt gewesen sein und  man wollte es ihm leichter machen. Der Schauspieler selbst erklärte die Erfindung der Tanzschritte mit einer Fußverletzung. Durch den Film wurde der Sirtaki weltweit bekannt und viele Nicht-Griechen halten ihn für den Inbegriff des griechischen Tanzes. Dabei sollte auffallen, dass es nur eine einzige „Sirtaki“-Melodie gibt, die wir natürlich alle kennen. D-rrmmm ….

„Sirtaki“ ist übrigens die Verkleinerungsform von Syrtos, und das ist der eigentliche griechische Volkstanz, ein Kreistanz. Der Sirtaki wird dagegen meist zu zweit getanzt mit den Armen über den Schultern des Nachbarn.

Griechische Tänze? Kann ich. Jedenfalls ein bisschen. Ich hab es mir auf Youtube genau angesehn.

Gelegenheit zum Üben habe ich am Samstag: Im letzten Jahr gab die Tochter nämlich das Ja-Wort zu ihrem Mann vor der Welt, am Samstag gibt sie es vor Gott. Und zwar in Griechenland, der Heimat des Schwiegersohns.

Das wird ein Fest!

Rechter Fuß Schritt rechts seitwärts
Linker Fuß kreuzt vor rechtem Fuß

 

Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?

Ich bereite ein Brötchen mit lecker Josta-Marmelade drauf, eine Tasse Apfelminztee dazu, trage alles zum Sofa. Feierabend. Ich daddle ein bisschen auf dem Handy herum, höre Musik, hänge meinen Gedanken nach, nehme das Brötchen und – was ist das? Es gleicht dem Logo eines weltbekannten Smartphone-Herstellers! Kurz gesagt: es fehlt ein Stück. Jemand hat in mein Brötchen gebissen.

Wie kann das sein? Der geliebte Brite ist nicht zu Hause, ich bin allein und starre ungläubig auf den Teller.

Es gibt natürlich nur eine Erklärung: Wer kann es schon gewesen sein außer ich selbst.
Ein unangenehmes Gefühl macht sich breit. Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, von dem Brötchen abgebissen zu haben.
Erschöpft von der Woche oder erstes Anzeichen von Alzheimer?

Habt ihr auch manchmal solche „Ausfälle“?

Vereinte Nationen

Ich schau mir morgen den European Song Contest an. Ist das schlimm? Ich habe sogar eine Verabredung verschoben deswegen. Und das, obwohl die Musik meist gar nicht mein Geschmack ist. Aber darum gehts ja auch nicht.

Mir geht es um die Idee.

Da treffen sich Menschen aus Deutschland, Großbritannien, Griechenland, der Schweiz,  Dänemark, Russland, Aserbaidschan, Nordmazedonien oder aus welchem Land auch immer. Gestern im Halbfinale traten auch Sängerinnen und Musiker mit Behinderungen auf.

Sie alle haben sich herausgeputzt, treten auf dieselbe Bühne, und allen merkt man ihre Aufregung an, aber auch den Stolz auf ihr Land. Wenn man ihre Sprachen nicht hörte – man würde keine Unterschiede erkennen. Gebt mir diese funktionierende Welt als  Zwischenruf in unseren komplexen Zeiten.

Lasst uns doch schauen, was uns aneinander hält, was uns allen Spaß macht, und was uns zusammenhält. Lasst uns das miteinander feiern, und alle gewinnen.

Schaut ihr euch das Spektakel auch an?

 

Über Glück, Alter und einen Bahnhof

„Was für eine Freude! Gerade in der heutigen Welt mit all dem Jammern und Klagen und Kämpfen.“

Das sagt der 91-jährige Denis Robinson aus London an einem Ort, an dem auch wir schon einmal stehen geblieben sind.

Dieses Klavier findet man im Bahnhof von St. Pancras und es ist für jeden frei zugänglich. Zweimal in der Woche kommt Denis Robinson und spielt darauf. Es mache ihm solche Freude, wenn er das Lieblingsstück eines Passanten spielen kann. Einmal sei eine Frau zu ihm getreten und habe ein Lied aus „Cats“ gesungen, zu dem er sie begleitete. Es stellte sich heraus, dass es Ceili O’Connor war, einer der Stars aus diesem Musical.

Ein anderes Mal spielte er ein Kirchenlied für einen Mann aus Derby. Es war auf den Tag genau vor fünfzig Jahren bei dessen Hochzeit gespielt worden, und der Mann war so dankbar. „Niemand spielt hier Kirchenlieder,“ sagt Dennis“, „nur ich manchmal“.

Auf jeden Fall sieht er noch einige weitere Jahre vor sich, die er auf diesen Bahnhof kommen will. Das verdanke er dem Klavierspiel, der Lebensfreude und einem gelegentlichen Brandy.

Zum BBC-Video (mit Untertiteln)

Habt ihr auch ein Rezept, um euer Leben ein bisschen lebenswerter zu machen?

Die drei ???

Als ich kürzlich zur Arbeit fuhr, stand ein Bernhardiner am Zebrastreifen. Er schaute nach links, schaute nach rechts und durch meinen Kopf schossen drei Fragen:
1.) Muss man am Zebrastreifen auch für einen Hund bremsen? 2.) Kann ein Hund Verkehrsregeln begreifen? und 3.) Wo ist Herrchen?

Ich hatte noch keine einzige Antwort gefunden, da erledigte sich die erste Frage schon von selbst: Ich hielt an, denn der Hund war einfach losgetrabt und überquerte die Straße.
Als ich weiterfuhr, schlappte ein verschlafenes Frauchen um die Ecke, somit war auch die dritte Frage beantwortet.

Aber nun die zweite Frage an alle Hundebesitzerinnen und -besitzer: Kann ein Hund die Bedeutung von Zebrastreifen verstehen? Oder hatte ich eine Halluzination?