Mrs Garden Plot proudly presents:

In meiner Funktion als stolze Besitzerin eines Schrebergärtchens habe ich die erste Ernte eingefahren: 5 Radieschen erblickten gestern das Licht der Welt!

Freilich gab es zuvor schon reichlich Schnittlauch und andere Kräuter, aber die gehören zum übernommenen Bestand des Gartens. Die Radieschen hingegen habe ich höchstselbst gesät, gegossen, gepflegt und aus dem Boden gezogen.

Jetzt warten wir auf den ersten Salat und die Tomaten. Die nette russische Nachbarin hat mich mit so vielen Setzlingen beglückt, dass ich einen Teil davon mit nach Hause nehmen musste, um sie auf dem Balkon großzuziehen. So viel regengeschützten Platz habe ich im Garten nämlich gar nicht.

Mit anderen Worten: Die Produktion läuft gut an.

Euch noch einen schönen Sonntag!

Bitte freimachen

Wer gerade den Wohnort wechselt, weiß vielleicht, wie seltsam nackt man sich an einem Umzugstag fühlen kann. Ein paar Menschen kommen zusammen zum Helfen, man betritt die neuen Wohnräume und dann werden Kartons geöffnet, einer nach dem andern. Nicht dass man die privatesten Dinge anderen überließe, aber es fängt schon beim Alltäglichen an: Die eingetrockneten Wasserreste einer Blumenvase, der speckig gewordene Kochlöffel, die gefühlt 150 Müslischüsseln, für die man plötzlich eine Rechtfertigung abgeben soll.

Ich war gestern eine solche Helferin. Ich habe eine Küche eingeräumt mit weniger Schränken als in der alten Wohnung, kämpfte nicht immer erfolgreich gegen ein „Das wird man ja noch sagen dürfen“ und trug damit wohl nicht zur Entspannung der umziehenden Kücheninhalberin bei.

Deshalb an dieser Stelle ein lieber Gruß an die Tochter, die ihre Zelte in München abgebrochen hat und wieder bei uns in der Heimatstadt angekommen ist: Das Schlimmste ist überstanden, es ist wunderbar, dass ihr da seid, und du wirst sehen: Bald findet alles seinen Platz. 🙂

Eine gemeinsame Sprache finden

Im Schrebergarten: Das Grundstück neben unserem Areal wird von einem internationalen Ehepaar bewirtschaftet: Sie stammt aus Tschechien, er aus England, beide leben seit Jahrzehnten in Deutschland. Ihr Mann spreche fließend tschechisch und sie überhaupt kein Englisch, erzählt die Frau hinter dem Johannisbeerstrauch, und dass sie tschechisch oder deutsch miteinander reden. Dieses Deutsch höre ich, wenn die beiden im Garten werkeln. Weder er noch sie beherrschen die Grammatik so richtig, und auch die Wortwahl ist mitunter … überraschend. Sie haben sich ihre eigene Sprache gezimmert: fehlerhaft, aber keiner merkts und niemanden störts. Man muss nicht alles können.

 

Der Golem von Prag

Vor langer Zeit lebte in Prag ein alter Rabbi namens Judah Löw. Damals wurden jüdische Menschen verfolgt und angegriffen, weil sie angeblich das Blut kleiner Kinder vergossen für ihre religiöse Riten. Um seinen Mitbürgern zu helfen, erschuf der Rabbi aus Lehm von den Ufern der Moldau eine riesige Gestalt, den Golem. Er hauchte ihm durch magische Zahlen- und Buchstabenfolgen Leben ein und schrieb das Wort „emet“ auf seine Stirn, „Wahrheit“.

Der Golem gehorchte dem Rabbi und beschützte die Menschen im jüdischen Ghetto. Mit der Zeit wurde er jedoch immer brachialer und begann sogar, Menschen zu töten. Da versprach man Löw, dass alle Gewalt gegen die Juden aufhören würde, wenn er den Golem zerstören würde. Der Rabbi stimmte zu. Er entfernte den ersten Buchstaben aus „emet“ und so wurde es zu „met“, das Wort für „Tod“. Da wich das Leben aus dem Golem. Die Juden aber durften fortan in Frieden leben.

Diese überlebensgroße Statue steht am Übergang zur Josefstadt in Prag. Wenn man darunter steht, wird einem gruselig, man möchte diesem Wesen des nachts nicht begegnen. Sie zeigt übrigens nicht den Golem, sondern den Rabbi.

Was ist ein Golem?

Die Legende von Rabbi Löw und dem Golem