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Narri, Narro!

Heute beim Rosenmontagsumzug: Kalt wars, aber schön!

Schön, dass dieses Brauchtum auch in unserer digitalisierten Zeit immer noch so viele Menschen auf die Straße lockt! Bilder von weiteren 60 Gruppen erspare ich euch aber. 😉

 

Hinweis: Laut Gesetz zum Recht am eigenen Bild ist es erlaubt, Menschen bei öffentlichen Veranstaltungen zu fotografieren, wenn diese nicht den Bildinhalt darstellen, sondern als „Beiwerk“ gelten können. Auch Gruppenfotos von mehr als 7 Personen sind erlaubt, wenn erkennbar ist, dass fotografiert wird und sie sich jederzeit bemerkbar machen könnten, wenn sie damit nicht einverstanden sind.
Sollte sich aber trotzdem jemand auf den Bildern erkennen und diese Veröffentlichung nicht wünschen, dann bitte eine kurze E-Mail an anhora1 (ät) gmx.de, und ich lösche das entsprechende Bild sofort.
Nix für ungut!

Höllagluat – Deifelsbruat

Narrensprung: Gruselige Larven, dämonische Häser, extrem-mundartliche Narrenrufe – die kleinsten Käffer haben oft die schönsten Ideen, um Figuren und Geister aus finsteren Legenden wiederzubeleben – schwäbisch-alemannische Fasnet eben. Doch die größte Aufregung sind diesmal nicht die Narrengruppen und Fanfarenzüge, sondern es ist ein Feuerwehreinsatz, bei dem zwei große Einsatzwagen mit Blaulicht durch den Umzug pflügen.

Das Gelächter und Gehopse der Zuschauer kommt zum Erliegen und jeder scheint zu überlegen, ob dies ein lustiger Einfall der Organisatoren ist oder ob es brennt. Ein Stück weiter vorne bleiben die Fahrzeuge nun stehen. Ein paar Leute fangen an, hinterherzuschlendern, da schreit eine Frau neben mir: „Jetzt rennen die alle da hin zum Gaffen, das darf ja nicht wahr sein!“
Auch der geliebte Brite – er versteht die Frau natürlich nicht – hat es plötzlich eilig, zu den Wurstständen zu kommen, die zufällig genau hinter der Einsatzstelle sind.
„Wollten wir nicht erst nach dem Umzug essen?“ wende ich zögernd ein.
Doch es gibt kein Halten, er steht schon auf der Straße und marschiert los. Verschämt dackle ich hinterher, vorbei an der Frau und den Umstehenden, die sich im Moment nicht mehr rühren und wohl einen inneren Kampf zwischen Moral und Neugier austragen.

Den Rest sehen wir aus der Perspektive des Wurststands. Die Feuerwehrautos ziehen wieder ab und ein paar letzten Narrengruppen hüpfen vorbei, dann ist das Spektakel zu Ende. Ich halte meine Currywurst wie ein Banner vor mich hin für den Fall, dass die Frau einen Kontrollgang macht. Wir hatten wirklich Hunger. Es war nicht wegen des Feuers.

Später erfahren wir, dass eine Hexengruppe mit ihren Rauchbomben zu nahe an das Alarmsystem der Kreissparkasse geraten war. Fehlalarm.

 

Der Narrenruf „Höllagluat – Deifelsbruat“ (Höllenglut – Teufelsbrut) gehört übrigens zur Narrenzunft in Schlier, „Breisgau – Ofaloch“ den Plätzlern in Weingarten, wo wir gestern waren. Doch für mich gibt es natürlich nur den einen: Kolba hoch – Verio!
Die Ravensburger Hexen waren gestern aber woanders unterwegs.

Ein Häs besteht aus einer handgeschnitzten Holzmaske (auch Larve genannt) und einem Narrenkleid, das komplett von Hand hergestellt wird.  Kein Häs gleicht dem andern, und wer Mitglied in einer Narrenzunft ist, trägt sein Häs ein Leben lang. Natürlich nur während der Fasnet.