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Ablenkung

Wer auf andere Gedanken kommen will, dem empfehle ich Simone Kermes. Mir hats geholfen. Ich erlebte am Wochenende ein Konzert mit ihr im Festspielhaus Baden-Baden, wo sie zusammen mit Vivica Genaux auftrat. Rival Queens nennt sich das Programm, bei dem die beiden Stars zwei Sängerinnen nachspielen, die sich vor fast dreihundert Jahren auf den Opernbühnen in London gegenseitig an die Wand gesungen haben.

Ich klebte mit Augen und Ohren nur an Simone Kermes, der Lady Gaga unter den klassischen Sängerinnen. Sie feuert eine Energie in den Saal, dass einem die Lebensgeister Saltos schlagen. Dabei bleibt sie bei all ihrer Stimmgewalt und oft bizarren Aufmachung ganz sich selbst. Sie singt ja nicht einfach vor. Sie ist das, was sie singt. Mir fehlen jetzt grad die Worte.

Man kann nur auf die Knie fallen und Gott danken, dass es solche Künstler gibt. Da lohnen sich ein paar Euro mehr für die Eintrittskarte. Ich habe einen Abend erlebt, den ich nie vergessen werde.

Kostprobe?

Das gehörte nicht zu „Rival Queens“, zeigt aber ihre großartige, makellose Stimme.

 

Auch das gehörte nicht zur „Rival Queen“, zeigt aber, wie Simone Kermes „tickt“. Und: Sie trägt bei dieser Aufführung in Zürich dasselbe Kleid wie letzten Freitag.

Jetzt muss ich weiter durch Youtube klicken, ich krieg nicht genug!

Jubel!

Hey Leute, ich hab mein Übersetzungsprogramm kapiert! Trados, falls das irgendjemandem was sagt. Nach wochenlangen erfolglosen Eigenversuchen dachte ich schon, ich bin komplett verblödet, das Ding ist wirklich komplex. Und jetzt – nach nur einer Schulung (es folgen weitere) kann ich ein Projekt anlegen, mit Translation Memorys umgehen, Termbanken und Autosuggest-Wörterbücher einfügen und alignieren. Funktioniert alles! Muss das grad mal loswerden.

Es ist nämlich so: Man glaubt, alles und jeder verabschiedet sich, weil man etwas nicht beherrscht. Oder nicht gleich. Seit Wochen quäle ich mich mit dieser Software herum, dabei hab ich genug Zeit zu lernen, ich muss noch nicht leben können von Übersetzungen. Es ist eigentlich nicht wichtig, aber das ist nicht durchgedrungen. Deshalb habe ich manchmal beschlossen, etwas zu tun, was ich sicher kann: Die Wohnung putzen zum Beispiel. Aber jetzt … kann ich Trados! (Naja die Basics.) Ich bin stolz auf mich!

Schlafzimmergeschichte

Meine Tochter sagt: Das geht vorbei. Es dauert etwa vier Wochen, dann verliert es sich, so ist es bei allen. Ich hatte ihr beunruhigt berichtet, was sich kürzlich in unserem Schlafzimmer zugetragen hatte.

Da nämlich war mein Liebster in demselben verschwunden und ich dachte, er hat sich zur Ruhe gelegt. Stattdessen fand ich ihn vor dem Bett stehend mit einem glänzenden, schwarzen Kästchen in der Hand, und er führte weit schwingende Bewegungen aus wie ein Magier, der Geister vertreibt. Auf seinem Gesicht lag ein entrücktes Kichern, das schierer Begeisterung wich, als er mich erblickte. So soll es natürlich sein, doch der Grund war nicht ich, sondern was er mir zeigen wollte. Mit glänzenden Augen deutete er auf das Kästchen, das er nun zu schütteln begann, während er mich unverwandt beobachtete und auf eine Reaktion zu warten schien. Ich war noch dabei, geistige Ausfallserscheinungen seinerseits gegen Halluzinationen meinerseits abzuwägen, da schoss seine Hand vor und offenbarte das Kästchen aus der Nähe. Eine Kerze war darauf abgebildet, und sie flackerte. Als er die Hand ruhig hielt, wurde auch die Flamme ruhig und leuchtete still. Aha. Sein iPhone war gekommen.

In dieser Nacht schlummerten wir beim lauschigen Schein einer elektronischen Kerze, und der Mann neben mir konnte vor Aufregung kaum einschlafen. 62 Jahre ist er übrigens. Da ist wohl mal wieder die 2 abhanden gekommen …

Schau!


Willkommen uns, du Tag der Freude

Bin ein bisschen heiser heute. Kein Wunder, wenn man sich bei kühlem Regenwetter tagelang im Freien aufhält und gegen Trommeln, Fanfaren und Schlagermusik von Live-Bands anschreit. Aber was muss, das muss, und der Husten geht auch wieder weg. Wenn eine ganze Stadt sich selbst feiert und man lebt in diesem Flecken, dann ist das fast ein bisschen wie Fußball-Weltmeisterschaft. Na gut, der Umfang der Fangemeinde beschränkt sich auf die Größe dieser Kleinstadt, doch patriotisch ist man hier auch: Du Perle in dem Schussental, sei mir gegrüßt viel tausendmal, viehiel tauuuseeendmaaal! (*hust*)

Dabei kann Heimatverbundenheit einzig eine Folge praktischer Überlegungen sein, z.B. wenn man nach dem Studium im Heimatort eine Arbeitsstelle angeboten bekommt, oder wenn Kinder geboren werden und die Verwandtschaft wichtig wird. Da sitzt man dann also und kann nicht anders, doch die Einbindung in eine vertraute Dorfgemeinschaft oder ins altbekannte Stadtleben hat einem Menschen, glaube ich, noch nie geschadet.

Also feiert man mit: Jahr für Jahr ein Fest für die ganze Stadt. Erinnerungen werden zusammen getragen, die als Grundschüler beginnen mit den verschiedenen Kostümen, die beim historischen Umzug jeweils getragen wurden. Dann folgt das Feiern auf Plätzen und in Biergärten, das Wiedersehen von alten Bekannten, die Trommeln, Pfeifen und Dudelsäcke, Spiele für die Kinder, Schülertheater, Zielschießen auf Wappen, Türme und Adler, das Kopfschütteln wegen der konservativen Gymnasien, wo Mädchen nicht denselben Stellenwert haben in den Traditionen, auch das gehört zum Programm. Wie die heisere Stimme und der gedankenverlorene Blick heute morgen, als ich nach dem Spektakel wieder an den Schreibtisch zurück kehrte.


Rutenfest

Nicht für sich allein

So. Nun weiß ich, was ein Bodhisattva ist. Eben las ich darüber, ich bin nur nicht sicher beim Aussprechen des Wortes. Weniger der Klang gibt Rätsel auf als die Buchstabenfolgen. Das Auge kann nicht recht folgen, beginnt wieder von vorn, im Gehirn verheddert es sich, aber darum geht’s ja nicht. Sondern darum, was es ist: Zunächst einmal fremd.

Ein Bodhissatva ist ein Mensch mit dem Ziel, von allen Bedürfnissen abzulassen, um sich vom Leiden des Lebens zu befreien und ins Nirwana zu finden. Soweit so normal für jeden Buddhisten. Mit dem finalen Verlöschen pressiert es einem Bodhissatva aber nicht. Seine Bestimmung liegt im Diesseits.

Irgendwo, unterwegs auf dem achtfachen Pfad, schreitet er voran. Doch was er bereits erworben hat an Weisheit, Sanftmut und Geist, das reicht er weiter. Er hilft den Umherirrenden dieser Welt, ihre Lasten abzuwerfen und Erlösung zu finden.

Solche Erleuchtungswesen vermuten wir – der Name verrät es bereits – in Indien. Auch in China gibt es sie bestimmt, doch in unserer globalen Welt kann der Pfad zur Erleuchtung lang sein. Und so tauchte einer von ihnen in Frankreich auf. In der Metro.

Was dort geschah, zeigt der Film.

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Gefunden in: Aufeinanderzu

Abendgedanken

Denkt ihr abends auch manchmal darüber nach, was das Wichtigste war am Tag? Ich schon. Heute war es der Geburtstag des Freundes meines Sohnes. Nicht dass ich auf der Party gewesen wäre. Ich hab den Jungen nicht mal gesehen heute, eigentlich schon länger nicht mehr. Genau genommen kenne ich ihn kaum.

Seinen letzten Geburtstag vor einem Jahr feierte er sicher zusammen mit meinem Sohn. Vielleicht kam den beiden da sogar die Idee, gemeinsam in Urlaub zu fahren, oder sie hatten das schon vorher ausgemacht, oder nachher, egal. Nach Holland sollte es gehen, Amsterdam ist beliebt bei jungen Leuten. Eine Woche war geplant.

Viele Monate sollte es dauern, bis wir sie wieder zu Hause hatten. Dieselben waren sie nicht mehr, wir alle nicht. Fast ein Jahr ist es her, dass auf der Rückfahrt von Holland ein Audi in die beiden hinein raste und sie beinah zermalmte. Die furchtbaren Wochen in Intensivstationen, die langen Monate in Rehakliniken gehören jetzt zu unseren Erinnerungen, zu unserem Leben. Und heute? Heute hat der Freund meines Sohnes Geburtstag. Er feiert in einem Pub, mein Sohn wird ihm eine gemeinsame Reise nach Holland schenken. Sie sind noch nicht so gesund wie vor dem Unfall, manches wird nie mehr so sein. Aber sie leben, sie lachen, sie haben Pläne. Heute ist ein schöner Tag.

Durcheinandergeraten

Herr Bauer richtet sich auf, ein Sperling singt vor dem Fenster. Wie schön, dass es Frühling wird, denkt er und wärmt sich in der hereinfallenden Sonne. Jetzt wird es heller, alles erwacht, das Leben ist … Nein. Das will er nicht denken.

Es war viel Arbeit gewesen. Herr Bauer hatte telefoniert, sortiert und Listen geschrieben, so dass jeder wusste, was er zu tun hatte und wann. Der Auftrag war groß, und sie hatten nur wenige Tage gehabt, alles heranzuschaffen und zusammenzubauen.

Eine Fliege krabbelt über den Schreibtisch und betastet nun einen Stift. Herr Bauer schaut ihr nach und sieht sie doch nicht. Gerade kommt er aus dem Büro des Drachens, oft genug hat er es als zertretenes Häufchen verlassen müssen. Erst allmählich versteht er, dass die Anfeindungen des Direktors nichts mit ihm zu tun haben, auf jeden hier wird eingedroschen. Das vorhin allerdings kam unvorbereitet.

„Ist mit Martens alles im Plan, Herr Bauer?“
„Ja, heute wird ausgeliefert.“
Der Drache blätterte durch ein paar Unterlagen und fuhr – ohne ihn anzusehen – fort:
„Wer hat das abgewickelt? Sie?“
„Ich habe dafür gesorgt, dass jeder seine Aufgaben kannte und erledigte.“
„Mhm.“
Der Drache schob seine Papiere zusammen und blickte auf.
„Das war eine große Sache, nicht wahr?“
„Ja, aber wir liefern rechtzeitig und vollständig.“
„Schön, dass es geklappt hat, Herr Bauer. Haben Sie gut hingekriegt.“

Herr Bauer ärgert sich, weil ihm auf einmal leicht ist. Weil das Vogelgezwitscher noch schöner klingt als heute Morgen, weil die Sonne nur ihn anzustrahlen scheint. Das alles will er nicht. Nicht wegen eines hingeworfenen Zuckerchens, so wenig ernst zu nehmen wie die gewohnten Peitschenschläge. Herr Bauer scheucht die Fliege fort. Er will nicht hoffen, dass alles anders wird, doch er kann nicht verhindern, dass es sich leichter amtet.

Geschenkt!

Wie war das noch, als meine Tochter mir mit etwa drei Jahren einen selbstgebastelten Stern zu Weihnachten schenkte? Tagelang freute sie sich darauf, wie glücklich ich sein würde über dieses Geschenk. Sie wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass es schönere Sterne gab und dass ich schon zwölf Sterne von ihr besaß. Über solche Dinge dachte sie erst nach, als sie älter wurde. Diesen einen Stern besaß ich damals jedenfalls noch nicht, und sie hatte ihn für mich angefertigt. Ohne Zweifel würde meine Freude groß sein, und so war es auch. „Erst wenn ihr werdet wie die Kinder, gehört euch das Himmelreich“, sagt Jesus.

Heute frage ich mich wie jedes Jahr: Ist Weihnachten als Anlass zum Warenaustausch verkommen? Für die materiellen Bedürfnisse der Menschen hat das Fest ausgedient, denn was wir brauchen, haben wir. Es ist nur noch die Lust am Neuen, die bei all der Freude darauf übrigbleibt. Und doch ist ein Geschenk nicht nur das, was man anfassen kann. Es besteht auch aus der Zeit und vor allem aus den Gedanken desjenigen, von dem es kommt, um gerade dieses Geschenk auszuwählen, es zu besorgen, zu verpacken und zu überreichen.

Jesus hat uns gezeigt, wie es geht, und das ist es, was es auch oder gerade in der modernen Zeit zu feiern gibt: die Freude am Geben, an uns selbst, an der Liebe.

Standpunkte

Ich stelle mir vor, dass jeder Mensch in einem Raum lebt, in den er hineingeboren oder hineingezogen wurde und den er nicht sieht, wohl aber spürt. Es ist ein heiterer Ort, gesegnet mit tiefer Zufriedenheit, denn hier wohnt jemand im Vertrauen, dass das Leben es gut mit ihm meint. Es gibt vielleicht eine gefestigte Partnerschaft, Kinder auf gutem Weg, Freunde, ein sicheres Einkommen, Arbeit, die Spaß macht, sinnvolle Aufgaben, eine helle Wohnung. Selten wird alles auf einmal zu finden sein, doch etwas davon ist bei den meisten dabei, oder etwas anderes, das gut ist. Ein Mensch lässt sich hier am Abend in einen weichen Sessel fallen, und wenn der Tag an ihm vorbei zieht, spielt ein Lächeln um seinen Mund.

In der Mitte teilt eine Trennwand den Raum. Dahinter sieht es anders aus, denn Ansprüche an Menschen und Gegebenheiten lassen den eben noch lächelnden Mund zu einem dünnen Strich werden, Angst lauert in den Ritzen: nicht genug zu haben, nicht genug zu sein. Angst vor dem Vorgesetzten, vor Krankheit, Not und Einsamkeit. Dämonen strecken ihre zitternden dürren Finger aus und versuchen, das fröhliche Geschöpf im anderen Teil des Raumes zu packen und über die Abgrenzung zu zerren. Die Sorge um ein krankes Kind zum Beispiel kann dort viel Raum einnehmen. Doch aufgepasst! Wird das Kind gesund und wir verharren auf der Stelle, nimmt nun vielleicht eine finanzielle Klemme seinen Platz ein. In der Ecke hocken nämlich zahlreiche kleine Teufel und warten, bis sie an der Reihe sind und groß werden dürfen. Mit ihnen schlägt man sich mitunter so verbissen herum, dass man vergisst daran zu denken, was sich hinter der Trennwand verbirgt. Man richtet sich ein in der Düsternis. Sie wird vertraut.

Wofür entscheiden wir uns? In welchem Raum leben wir? Gehört es unabänderlich zu einem Menschen, wo er sich aufhält? Einmal traf ich nach langer Zeit eine Frau, mit der ich zur Schule gegangen war. Sie erzählte, dass eins ihrer Kinder gestorben war, was zu diesem Zeitpunkt schon einige Jahre her gewesen war. Auf mich wirkte sie so, wie ich sie in Erinnerung hatte: Eine lebensbejahender Mensch, der Schmerzliches nicht zu mächtig werden lässt. Sie hatte sich nicht verändert. Untersuchungen zeigen, dass nach einem schweren Schicksalsschlag oder auch nach einem Lottogewinn die Betroffenen oft nach einem Jahr etwa wieder so glücklich oder unglücklich sind wie zuvor.

Ich frage mich weniger, wie wir hinein gekommen sind in die hellen oder dunklen Räume. Dagegen wüsste ich gern, ob wir an diesem Standpunkt etwas ändern können. Vielleicht erinnern wir uns durch immer wieder neues Bewusstmachen, dass es das Andere auch gibt. Das Gute, das bei der Gesundheit anfängt und weiter geht mit dem Dach über dem Kopf, genug zu essen, Sicherheit und vor allem mit den Menschen, die wir lieben und die uns lieben. Andersherum: Schwierigkeiten können wir nicht lösen, indem wir uns davor ducken und wegsehen. Das Einräumen dessen, was ansteht und erledigt werden muss, auch wenn es nicht angenehm ist, gehört ebenfalls zum Wohlergehen im Gleichgewicht. Wo auch immer wir stehen, weil Erlebtes oder unsere Prägungen uns dorthin gebracht haben: Den Blick über die Trennwand sollten wir nicht vergessen, und wer von Angst gefangen ist, kann den Ausgang finden. Wenn es sein muss: immer wieder.

1,9!

Das ist die Abschlussnote meiner Tochter, einer frischgebackenen Bachelorin. Gestern war die Zeremonie der Urkunden-Übergabe, und anschließend gab es eine prächtige Feier mit hunderten jungen Menschen und ihren Eltern, die zum Teil aus ganz Deutschland angereist waren. Wie hübsch sie aussahen. Die Mädchen nicht mehr so aufgeregt schnatternd wie bei der Abiturs-Feier, die Jungs nicht mehr so schüchtern wie damals. Erwachsene sind sie geworden, in ihren feinen Kleidern steckten sie nicht mehr wie Fremde. Vielmehr schienen sie diesen Teil von sich bereits zu kennen oder sich zumindest nicht mehr zu wundern, dass auch die extravagante Person im Spiegel zu Hause sie selbst waren. Mit Stil und Eleganz schlenderten sie also am Buffet entlang, mit gestärktem Hemd und aufgemachtem Haar sammelten sie auf ihren Tellern Häppchen. Allen strahlte die Freude an diesem schönen Anlass aus den Gesichtern.

Die noch studierenden Jahrgänge führten ein Musical auf und wir zogen den Hut, so professionell waren die Darbietungen. Eine Menge Studenten machten mit bei dem Spaß, der viele extra Stunden Probenarbeit bedeutet hatte und jeder, der an einer Dualen Hochschule studiert oder studiert hat, weiß, was das für eine zusätzliche Anstrengung ist. Aber sie waren da, und die Absolventen hatten einen Abend, der des Anlasses würdig war. Perfekt lief übrigens auch die Organisation über die Bühne, es gab nichts, was nicht geklappt hätte. Helle Köpfen müssen am Werk gewesen sein, und für eine Hochschule gehört sich das natürlich!

Meine Tochter, die mit dem Durchschnitt 1,9 (erwähnte ich das schon?) war glücklich, und mit ihr wir alle. Eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, dass ihr Bruder unmittelbar vor den Prüfungen einen schweren Autounfall hatte! Ich beobachtete, wie sie an ihrem festlichen schwarzen Kleid herum nestelte – zur Routine gehört solche Garderobe natürlich nicht – und wie sie sich mit ihren Freundinnen gab, die drei Jahre lang wichtig gewesen waren und sicher bleiben werden. Welche Lebenskraft strömt doch aus jungen Leuten beim Reden, beim Lachen und Tanzen! An einem Abend wie diesem spürt man es intensiv, und für die Älteren ist es eins der schönsten Erlebnisse, sich davon einhüllen zu lassen. Ach, wenn es das alles nicht gäbe für mich – ich würde es vermissen!