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Blumen für Mama

Eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen handelt von Blumen, die ich für meine Mutter pflückte. Da die Stiele in meinen Augen nichts Besonderes an sich hatten, brach ich sie ab und legte meiner Mutter nur das Schönste auf den Schoß: die bunten, zarten Blüten. Neben ihr – wir befanden uns auf einem Spielplatz oder so – saß eine andere Frau mit einem „ordentlichen“ Sträußlein von ihrem Kind in der Hand. Da sagte meine Mutter: „Oh, ich bekomme ja nur die Köpfe“.

Das verwirrte mich so, dass ich es heute noch weiß.

 

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Allen Müttern wünsche ich einen wunderschönen Muttertag!

Betrachtet die Geschenke, die ihr heute vielleicht bekommt, mit den Augen der Kinder.

❤❤❤

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Die Gaben der andern

Eine Chance im Leben sind nicht nur die Lebenspartnerin oder der Ehemann, sondern auch Kollegen und Vorgesetzte. Die lästigen vor allem. Die schnippischen, cholerischen, ungerechten.

Facettenreichtum entdecken
Destillieren wir zum Beispiel aus Gehässigkeit und Beschuldigungen das, was uns wirklich angeht, dann erfahren wir etwas über uns selbst. Eine belanglose Seite vielleicht, vom streitsüchtigen Stänkerer überzogen oder falsch bewertet. Dass sie überhaupt zu einer Reaktion führen würde bei anderen, hätten wir nicht gedacht. Kein Grund, sich nicht damit zu befassen. Gehört diese Besonderheit zu mir, kann ich sie gern haben? Oder hat etwas Falsches mein Wesen infiziert und wenn ja, warum?

Eigenanteil erkennen
Auch Menschen, die Neid in uns wecken, Gereiztheit oder Abwehr, erzählen von uns selbst. Wenn etwa die Lippen schmal werden beim Blick auf den umflatterten Strahlemann in der Werkstatt, während wir die Pausen abseits verbringen – dann können wir das ruhig einmal abklopfen. Vielleicht sind wir es selbst, die die Arme ausspreizen zum Abstand halten. Ist es aus Überheblichkeit? Oder aus Angst, nicht genug zu sein?

Anderer Leute Last abschütteln
Was aber zur Verstörtheit des andern gehört, das lassen wir dort. Furcht und Verdrossenheit schnürt mancher in Bündel und wirft sie uns zu. Das macht es für kurze Zeit leichter für ihn, und so werden Komplexbeladene beleidigend, Frustrierte verteilen Gift, Versager intrigieren. Fangen wir solche Bündel nicht auf, es sei denn wir sind Psychologe und werden dafür bezahlt. Alle andern haben mit diesen Entladungen nichts zu tun, denn jeden können sie treffen.

Nicht vergessen übrigens: Hinter der bunten Schau oder einem garstigen Wesen können wir manchmal Geschichten entdecken, die unseren eigenen Blickwinkel verschieben. Es lohnt sich manchmal, hinzusehn. Menschen und Eigenarten sind ein Geschenk, wenn die Auseinandersetzung mit uns selbst oder Bereicherung durch Verstehen folgt. Nutzen wir diese Möglichkeit.