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Cats

Am Largo di Torre Argentina ereignete sich einer der berühmtesten Mordfälle der Welt: 23 Messerstiche töteten das Opfer an den Iden des März im Jahr 44 vor Christus. Seine letzten Worte waren der Legende nach: „Et tu, Brute“ – „Auch du, mein Sohn Brutus.“ Es war Caesar.

Heute ist der Platz einer der vekehrsreichsten Knotenpunkte in der Altstadt von Rom. Seitlich davon sieht man die Überreste einiger Tempel und des Senatsgebäudes, in dem Caesar seinen letzten Stunden bei einer Sitzung verbrachte und wo er schließlich starb.

Die Ruinen befinden sich unterhalb des Straßenniveaus und sind für Besucher nicht direkt zugänglich, jedenfalls nicht für Zweibeiner. Dies ist das Refugium der Straßenkatzen. Warum sich die Tiere gerade hier heimisch fühlen, weiß keiner, aber es wäre ein prächtige Kulisse für das Musical „Cats“.

Um der Masse Herr zu werden, gibt es direkt neben dem Ort eine Katzen-Pflegestation. Hier kümmern sich Freiwillige um Fütterung, Sterilisation und Impfungen. Wenn ein Römer also ein Haustier möchte, geht er zur Largo Argentina und holt sich eine Katze – mit dem Wissen, dass der Vierbeiner tierärztlich versorgt wurde.

Der Platz ist übrigens nach der Torre Argentina („Straßburger Turm“) benannt, dem 1503 errichteten Turm des päpstlichen Zeremonienmeisters Johannes Burckard von Straßburg (lateinisch: Argentoratum). Hat also nichts mit Argentinien zu tun!

Vom richtigen Gespür

Jemand erzählte mir neulich die wahre Geschichte einer Katze, die nicht nur über sieben Leben, sondern auch über sieben Antennen verfügte. Noch heute ärgert er sich, wenn er an sie denkt. Es begann wie unzählige Geschichten mit Kindern, die sich ein kleines süßes Schmusekätzchen wünschen. Mein Bekannter wusste aber, wer dann für Futter, Tierarzt und Katzenklo zuständig sein würde, und sagte Nein.

Die Kinder hörten indes nicht auf zu bitten und zu flehen, und als alles nichts nützte, brachten sie eines Tages ein Katzenjunges vom Nachbarn, wo es zu ungewolltem Nachwuchs gekommen war. Ob man es eine Weile behalten dürfe, bettelten sie, nur ein halbes Jahr. Das kleine Pelzknäuel maunzte leise und blickte meinen Bekannten mit großen Augen an als wolle es sagen: So herzlos kannst du nicht sein, dass du mich zu Leuten zurückschickst, die mich loswerden müssen. Man einigte sich auf vier Wochen, bis der Nachbar einen Platz gefunden hat, wo es bleiben kann.

Fortan schlich das Kätzchen meinem Bekannten um die Beine, schnurrte, wenn er es auf seinen Schoß hob, rieb behaglich das Köpfchen in seine Armbeuge, wenn er am Abend auf dem Sofa saß, ließ sich die Samtpfötchen kraulen. Eine bezaubernde Liebschaft entstand. Mein Bekannter mochte sich ein Leben ohne Miezchen bald nicht mehr vorstellen und sagte den Kindern, es dürfe bleiben.

Von diesem Tag an begab sich die Katze wieder auf ihre eigenen Wege. Vorbei wars mit den Kuschelstunden. Streicheln ließ sie sich nur dann und wann und meist nicht von ihm. Wenn er sie zu fassen versuchte, fauchte sie und krallte, und was meinem Bekannten blieb, war die Zuständigkeit für Futter, Tierarzt und Katzenklo.

Zuwendung entsteht schon immer fast wie von selbst, wenn ein Ziel im Hintergrund steht. Das ist nicht nur bei Katzen so.