Schlagwort-Archive: Kürbisfest

Kürbisfest

„I’ve been there, I’ve had it, I’ve got the T-Shirt“, sagt der Engländer. Ich auch. Wir waren auf einem Kürbisfest eingeladen und praktisch die einzigen Vertreter von Menschen auf dem Weg zur Vergreisung. Um uns herum eine Vielzahl von jungen Eltern, deren Gespräche sich im Wesentlichen auf Kinderkleidung, Hausbau und „Felix, nicht mit Sand werfen!“ beschränkten. Oft und oft hab ich genau die selben Gespräche geführt und fand sie hochspannend. Vor zwanzig Jahren.

Was wichtig ist und was nicht, wechselt immer wieder mal im Leben. Was bleibt ist die Lust am draußen sitzen, Schaffen und Werkeln, Lagerfeuer. Schaut mal:

Neu im Programm diese Uhus. Auf die waren wir alle neidisch.

Die Hexe ist von uns! Sie wäre niemals so gelungen, wenn ich nicht die Papiervorlage so perfekt mit Tesafilm befestigt hätte. Den Rest erledigte der Liebste, aber das war ja dann einfach. 😉

Und zum Schluss: Gabs Würschtle. Danach gegrillte Marshmellows.

Das ist kein Ufo …

… sondern ein Kürbis von oben.

Diese phantastischen, kreisrund herausgeschnittenen Rauchabzugslöcher sind mein Werk. Dazu saß ich lange in der warmen Nachmittagssonne, schnitzte und schwitzte. Geduldig besserte ich nach, bis nichts mehr zu verbessern war. Nicht meine Art eigentlich, schon gar nicht wegen ein paar Löchern in einem Kürbis. Aber ich hatte nichts anderes zu tun und musste mir Zeit lassen. Seltener Umstand.

Auf dem Kürbisfest im Garten eines Freundes hockten wir also gestern auf Bierbänken wie viele andere Gäste, mit riesigen orangefarbenen Früchten zwischen den Schenkeln. Alle perforierten Zeichnungen aus Internet-Vorlagen auf die glänzenden Schalen, sägten und höhlten aus und warfen Glibberiges in Plastikwannen. Mehr als eine Stunde lang bohrte ich an fünf Löchern herum, während der Liebste ein Vampir-Gesicht ins Kürbisfleisch stanzte. Ich arbeitete ohne Hast und ohne Ziel, denn zu jeder Zeit hätte ich damit aufhören können. Aber dann hätte ich mich gelangweilt. Deshalb wurden die Löcher immer runder, und der Krampf einer ganzen Arbeitswoche fiel mir von der Seele, bis nur noch Kürbisraspel darauf übrig waren.

Auch der Rest kann sich sehen lassen:

Erst Recht im Dunkeln.

Man sieht’s net richtig, meine Kamera ist nicht so leistungsfähig wie meine Hände. In meinem nächsten Leben werd ich Holzschnitzer.