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Wieder online

Hier bin ich wieder! Nach elf Tagen hat Unitymedia es geschafft, uns wieder ans Internet anzuschließen, wir sind wieder online. Seit vorgestern. Allerdings habe ich mich nun ans Leben im Off gewöhnt. Es zieht mich nicht recht zurück ins bunte Netz.

Was passiert, wenn man auf unbestimmte Dauer den Stecker gezogen kriegt?

Ich habe

  • mehrere Bücher gelesen: zum Glück hatte ich vorher noch genug auf den eReader gepackt
  • manche Fragen offen lassen müssen: zwei Kaffka-Erzählungen gelesen und nicht verstanden, das Buch also geschlossen und etwas anderes gelesen
  • Fenster geputzt: jeden Tag eins
  • Nickerchen gemacht: warum nicht, an den Wochenenden?
  • mich gut unterhalten: im Radio eine Sendung des mir zuvor unbekannten Kabarettisten Matthias Brodowy gehört. Der ist gut!
  • Balkonblumen beim Blühen zugeschaut: manchmal saß ich einfach da wie der Mann aus dem Loriot-Sketch
  • festgestellt: wenn man Nachrichten nur im Radio oder Fernsehen hört und nicht zu jedem Huster von Trump oder Erdogan ein eigener Beitrag aufspringt – dann ist es immer das Gleiche. Langweilig.

Bei allem Ärger über den schlechten Kundendienst und Übersetzungsaufträge, die ich ablehnen musste, habe ich auf der anderen Seite erstaunlich viel Zeit und Ruhe gehabt. Und keinen Druck durch „Das will ich noch lesen, was machen die Aktienkurse, eine E-Mail muss beantwortet werden, ein Beitrag sollte geschrieben, gelesen, kommentiert werden, ach das Wetter noch, und was gibts inzwischen Neues in der Welt?“ Was immer man tut am Bildschirm – es scheint das Falsche, etwas anderes wichtiger oder spannender zu sein. Bei mir ist es jedenfalls so.

Ohne Internet war es also entspannter, und solchermaßen entwöhnt will ich auch weiterhin wieder mehr in der realen Welt herumhängen als in der virtuellen. Schön ist es aber, wenn das eine freiwillige Entscheidung ist.

 

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