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On the road again

Am liebsten würde ich leben wie in einem Reisebus. Start, Ziel, Ankunft – alles geplant. Nach jeweils zwei bis drei Stunden würden Zwischenstopps eingelegt zur Erfrischung oder um etwas anzuschauen. Eine malerisch gelegene Burgruine zum Beispiel oder einen Bergsee, an dessen eleganter Promenade es Eiscreme zu kaufen gäbe. Die Tourismusindustrie kennt das Bedürfnis der Menschen nach Komfort, Erwartbarkeit und angenehmen Überraschungen. Die Fernreise im voll klimatisierten Bus mit seitlich und rückwärts verstellbaren Sesseln sowie unterwegs ein paar Oh‘s und Ah‘s kann man deshalb als Komplettpaket buchen.

Im Bus des Lebens lässt sich der Streckenverlauf weit schwerer vorhersagen. Man muss froh sein, wenn das Ziel überhaupt näherkommt, denn darauf gibt es keinen Anspruch. Die Sitze werden auf manch einer langen Fahrt eng und man will nur noch ankommen. Die Straßenschilder mit den Entfernungsangaben bleiben jedoch immer gleich: 798 Kilometer. Wer Mut hat, kann sich aus dem fahrenden Bus fallen lassen mit dem Risiko, sich zu verletzen und der Wahrscheinlichkeit, dass dieser Ort nicht die erträumte Anzahl an Sonnentagen garantiert.

Und dann bleibt so ein Bus mitunter auch noch mitten auf der Strecke stehen. „Aussteigen,“ heißt es dann ohne weitere Erläuterungen, man wird ausgespuckt wie zerbissener Kaugummi. Da steht man dann und findet sich allein mitten auf der Autobahn, orientierungslos, ratlos, andere Fahrzeuge brausen vorbei und keines hält an. Die Raststätte ist geschlossen, der Parkplatz leer.

So geht es mir gerade.

Meine geliebte Arbeitsstelle im Förderprojekt eines Bundesministeriums wird es bald nicht mehr geben. Das Projekt wird eingestellt. Unsere Verträge laufen im Herbst aus.

 Bus

Die passende Musik zur Stimmung habe ich gerade bei finbarsgift gefunden.