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Frohe Weihnachten!

So unterschiedlich Menschen und Kulturen sind, so unterschiedlich sind ihre Götter: Jesus, Jahwe, Allah, Buddha, Sonnen- und Regengötter, aktuell  beten Menschen gar zum Universum, unverbindlich und ohne Regeln, ein Plug&Play-Gott sozusagen. Für jeden ist also etwas dabei, damit wir keine  Angst haben und unser Leben vertrauensvoll in eine andere Hand legen können. Gemeint ist wohl immer dieselbe erhabene, mächtige, göttliche Kraft. Man kann sich ja schwer vorstellen, dass ein Gott am jüngsten Tag zum Beispiel auf die Christen zeigt und ruft: „Bingo! Ihr habt gewonnen, euer Gott ist der einzige, den es tatsächlich gibt!“ und der Rest müsste draußen bleiben, wenn es um die Sitzverteilung im nächsten Leben geht.

Ich glaube nicht an Gott als allmächtigen Vater, und ich rufe keine kosmischen Kräfte herbei. Ich spüre aber das Göttliche, das unsere Existenz ermöglicht und erleuchtet. Es ist in mir drin, und zwar immer dann, wenn ich andere liebe, ermutige, zum Lachen bringe, nicht hängen lasse. Immer dann beginnt etwas zu leuchten. Deshalb steht mir die altmodische Botschaft von Jesus am nächsten, sein Gesetz der Nächstenliebe ist auch meins.

So feiere ich heute Weihnachten, das Fest der Liebe. Ich feiere das Geben und Empfangen, das die Menschen leben lässt und glücklich macht.

weihnachten

 

Euch allen wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest,
erholsame Feiertage und
schöne Stunden mit euren Lieben.

 

Zum Reichtum führen viele Wege

Nie wieder will ich in einem Unternehmen arbeiten, das Handelswaren produziert. Solche Firmen überweisen zwar am Monatsende mehr Geld auf mein Bankkonto, fordern dafür aber immer schnellere Abläufe, höhere Leistung, mehr Rendite. Dagegen sind die Gehälter weit weniger üppig, wenn das „Produkt“ Menschen sind.

In meiner neuen Arbeitsstelle wird benachteiligten jungen Leuten geholfen, einen Schulabschluss, eine Ausbildung oder einen Deutschkurs zu machen und viel Geld verdiene ich dabei nicht. Trotzdem werde ich hier reich. Meine Kollegen sind herzliche Menschen, die wie ich daran glauben, dass jeder Schwache eine Chance braucht. Gemeinsam tun wir etwas dafür und Nächstenliebe gilt nicht nur an Weihnachten. Im Gegenzug ließen die Syrer gestern den letzten Tag ihres Sprachkurses ausfallen und belegten stattdessen den ganzen Vormittag die Küche. Mittags wurden wir zum Essen eingeladen und saßen alle zusammen bei köstlichen Falafel-Wraps.

Das fühlt sich richtig an.

Warum sollte ich also in einem profitgetriebenen Unternehmen arbeiten, um ein höheres Gehalt zu bekommen und mehr Dinge kaufen zu können, die ich nicht brauche? Die wahren Schätze liegen in keinem Regal.

… noch nicht zu spät

Die welt geht verloren
wäre da nicht ein
wundervoller glaube
nicht an den himmel
nein
an den einen
der sich aufrichten
und seine wahrheit
über unsere köpfe
hinweg
rufen wird

Der uns an unsere
menschlichkeit
erinnert
an unsere zuversicht
an die brüderliche
liebe
an die nächstenliebe

Und wenn wir
sein wort hören
werden wir
verstehen
nicht die lüge
und die gier
länger dulden

Wir werden neu geboren
in eine gemeinschaft der
gebenden
ohne heuchelei
uns des alltags
erfreuen
unseren kindern
ein vorbild sein

Die wasser
die wiesen und wälder
segnen
und alle pflanzen und tiere
respektieren
mit den völkern
der erde
eins werden

Es ist noch nicht
zu spät
den traum zu
leben
und die erfüllung
zu suchen
in jeder stunde
deiner zeit
unter der sonne
wie auch
im sanften schlaf
unterm sternenlicht

Der macht
über uns
dankbarkeit
zu zeigen und ohne
trauer
in der vollendung
unseres seins
zufrieden und
nicht in einsamkeit
zu sterben

von berndg42, den ich bei bei Heavens Food gefunden habe.

L’Union Fait La Force

(frz., „Stärke durch Einheit“)

Ein Leben im Kolonialherrenstil hat sich meine Freundin nicht vorgestellt, als sie in jungen Jahren mit ihrem Partner die Heimat Belgien verließ und ein paar Jahre lang in Haiti lebte, um dort bei sozialen Projekten mitzuhelfen. Doch es kam anders.

Wir waren neulich bei ihnen zum Abendessen eingeladen und die beiden erzählten, wie sie auf der Insel einst als Lehrer und Übersetzer arbeiteten. Um den Menschen zu demonstrieren, dass alle am gleichen Tisch sitzen, kochten und putzten sie selbst und verrichteten auch sonst alle Arbeiten im Haus. Erst viel später erfuhren sie, wie im Dorf geredet wurde: Man hielt die blonden Europäer für geizig. Warum? Weil sie die ganze Arbeit lieber selbst erledigen, anstatt jemanden einzustellen.

Widerwillig nahmen sie ein Mädchen. Sie wurde mit einem Zettel auf den Markt geschickt und kehrte mit vollen Taschen wieder, kochte ein bisschen, putzte ein bisschen, bewachte das Kind, und zum Haushalt gehörte nun eine Dienerin.

Diese Frau unterstützen die beiden noch heute, und die Haitianerin hat von diesem Geld Ziegel gekauft. Sie sparte es ab von dem Wenigen, das sie hatte, legte einen Ziegel auf den andern und jetzt gehört ihr ein Haus: Garagengroß, fensterlos, unverputzt und mit Lehmboden: ihr Eigenheim und ihr ganzer Stolz.