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Jobgeflüster

Die größte Schwierigkeit bei meiner neuen Arbeitsstelle besteht darin, den Kaffeebecher vom ersten in den dritten Stock zu transportieren. Auf der Treppe kann man nämlich leicht von einem um die Ecke flitzenden Studenten umgerannt werden. Die jungen Leute sind ja die Einzigen, die ich hier mal in Eile sehe, und wahrscheinlich haben sie auch nur zu viel Feuer und könnten ebenso gut langsam gehen.

Oben angekommen muss ich aber noch die richtige Tür finden, auch das ist nicht einfach. Man kommt nämlich von der Treppe in einen geräumigen Flur, aus dessen Mitte ein mächtiger Holzbalken wächst und genau meine Bürotür verdeckt. Immer wieder will ich in den falschen Raum, nämlich in den daneben, und jedes Mal ist er abgeschlossen, zum Glück. Der richtige ist ein schummriges kleines Büro mit schmalem Kastenfenster, vor dem die herbstlichen Reste einer mächtigen Buche hin- und herschaukeln.

Nun ist alles unter Kontrolle. Ich balanciere den Kaffeebecher an den Schreibtisch und mache mich an Harmloseres: an meine Arbeit. Was ich hier tue, tue ich gern: ich schreibe. Ich schreibe Texte für Broschüren, Flyer oder die Website, und wenn ich Lust habe etwas anders zu tun, dann mache ich etwas anderes. Ich bin fürs Marketing eines Forschungsprojekts zuständig, mehr hat man mir nicht gesagt. Und so schöpfe ich aus der Erfahrung meiner vergangenen Berufsjahre, und möchte hier nie wieder weg.