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Vereinte Nationen

Ich schau mir morgen den European Song Contest an. Ist das schlimm? Ich habe sogar eine Verabredung verschoben deswegen. Und das, obwohl die Musik meist gar nicht mein Geschmack ist. Aber darum gehts ja auch nicht.

Mir geht es um die Idee.

Da treffen sich Menschen aus Deutschland, Großbritannien, Griechenland, der Schweiz,  Dänemark, Russland, Aserbaidschan, Nordmazedonien oder aus welchem Land auch immer. Gestern im Halbfinale traten auch Sängerinnen und Musiker mit Behinderungen auf.

Sie alle haben sich herausgeputzt, treten auf dieselbe Bühne, und allen merkt man ihre Aufregung an, aber auch den Stolz auf ihr Land. Wenn man ihre Sprachen nicht hörte – man würde keine Unterschiede erkennen. Gebt mir diese funktionierende Welt als  Zwischenruf in unseren komplexen Zeiten.

Lasst uns doch schauen, was uns aneinander hält, was uns allen Spaß macht, und was uns zusammenhält. Lasst uns das miteinander feiern, und alle gewinnen.

Schaut ihr euch das Spektakel auch an?

 

Fundstück

Das haben wir in der Gerätekammer unserer Gartenhütte entdeckt!

Es handelt sich um ein Wespennest und Google behauptet, dass man bis zu 50.000 EUR Strafe zahlt, wenn ein solches ohne Genehmigung entfernt wird. Na gut. Ich hätte es auch ohne Strafandrohung gelassen, allerdings ist der Raum dort nur etwa 2 qm groß. Ich hoffe also, dass die Viecher werden nicht nervös werden, wenn ich Hacke oder Rasenmäher brauche. Und dass der Nestbautrieb nicht ausufert und im Sommer etwas Kürbisgroßes in der Hütte hängt!


Hat von euch jemand Erfahrung mit einem Wespennest im oder am Haus?

Der Schatten des Esels

Ein Zahnarzt mietete einen Esel für eine Tagesreise. Als er sich in der Mittagshitze in den Schatten des Tiers legte, hinderte ihn der Eselstreiber daran. Er habe ihm wohl den Esel vermietet, nicht aber dessen Schatten. Dafür seien zusätzliche Gebühren fällig. Es folgte ein unangenehmer Streit, die Sache kam vor Gericht, die Bürger der Stadt mischten sich ein, dann das ganze Land und schließlich kam es zur Spaltung des Volks und Bürgerkrieg. „Esel oder Schatten?“ wurde zur Glaubensfrage.

Diese Geschichte schrieb ein Dichter aus Biberach im 18. Jahrhundert, angelehnt an ein Grundmotiv aus der Antike. Es ist eine Satire auf die Macht der Deutung und das Spiel der Advokaten. Wer seinen Standpunkt nicht aufgibt, und wer sich von geschäftstüchtigen Juristen oder anderen Leuten mit eigenen Absichten dabei noch befeuern lässt, der riskiert den Frieden.

(Spontan fallen mir dazu die lieben Engländer mit ihrem Brexit-Chaos ein.)

Biberacher Marktplatz: Skulptur von Peter Lenk nach „Der Prozess um des Esels Schatten“ von Christoph Martin Wieland (1733-1813) aus Oberholzheim bei Biberach.

Was gibt es sonst noch in Biberach?
Es lebe die Vielfalt!

Heiligs Blechle!
(Skulptur vor dem Museum Biberach)

Einblicke (in den Museums-Innenhof)

Übrigens:
In Biberach fand die erste Shakespeare-Aufführung in deutscher Sprache statt, und ihre mächtige gotische Kirche nutzen die Gläubigen beider christlichen Konfessionen schon seit dem 16. Jahrhundert gemeinsam.

Mir gefällts hier! 🙂

Das Büro-Klo

Zur Toilettensituation an meiner Arbeitsstelle ist zu sagen, dass es sich um eine nachträglich eingebaute WC-Kabine handelt, und dass nicht genug Platz dafür vorhanden war. Es ist also sehr, sehr eng darin. Auf einen Klopapierabroller und eine Vorrat-Halterung wurde deshalb verzichtet, statt dessen baut die Reinigungsdame immer auf einem ca. 1,5 m hohen Mauervorsprung hinter der Toilette mehrere Klopapierrollen zu einer kleinen Pyramide auf. Nach dem Geschäft muss man sich also halb umwenden und nach oben greifen, um an die Spitzenrolle ranzukommen. Da darf man nicht ungelenkig sein!

Heute morgen war ich aber noch tapsig. Ich griff in die falsche Reihe und brachte das Konstrukt zum Einsturz. Mehrere Klopapierrollen rollten im Klo herum, die ich natürlich noch in sitzender Position alle erreichen und wieder einsammeln konnte. Einen Teil balancierte ich wieder an ihren Platz zurück, und dabei hab ich mir den Nacken verrenkt. Ich spüre dort einen scharfen Schmerz seither.

Ist das jetzt ein Arbeitsunfall?

 

Bild von Manfred Antranias Zimmer auf Pixabay

Über Glück, Alter und einen Bahnhof

„Was für eine Freude! Gerade in der heutigen Welt mit all dem Jammern und Klagen und Kämpfen.“

Das sagt der 91-jährige Denis Robinson aus London an einem Ort, an dem auch wir schon einmal stehen geblieben sind.

Dieses Klavier findet man im Bahnhof von St. Pancras und es ist für jeden frei zugänglich. Zweimal in der Woche kommt Denis Robinson und spielt darauf. Es mache ihm solche Freude, wenn er das Lieblingsstück eines Passanten spielen kann. Einmal sei eine Frau zu ihm getreten und habe ein Lied aus „Cats“ gesungen, zu dem er sie begleitete. Es stellte sich heraus, dass es Ceili O’Connor war, einer der Stars aus diesem Musical.

Ein anderes Mal spielte er ein Kirchenlied für einen Mann aus Derby. Es war auf den Tag genau vor fünfzig Jahren bei dessen Hochzeit gespielt worden, und der Mann war so dankbar. „Niemand spielt hier Kirchenlieder,“ sagt Dennis“, „nur ich manchmal“.

Auf jeden Fall sieht er noch einige weitere Jahre vor sich, die er auf diesen Bahnhof kommen will. Das verdanke er dem Klavierspiel, der Lebensfreude und einem gelegentlichen Brandy.

Zum BBC-Video (mit Untertiteln)

Habt ihr auch ein Rezept, um euer Leben ein bisschen lebenswerter zu machen?

Frühling am Bodensee

Wenn der Frühling grüßt,
dann hüpft das Herz vor Freude.

(Sinnspruch aus Irland)

 

Die drei ???

Als ich kürzlich zur Arbeit fuhr, stand ein Bernhardiner am Zebrastreifen. Er schaute nach links, schaute nach rechts und durch meinen Kopf schossen drei Fragen:
1.) Muss man am Zebrastreifen auch für einen Hund bremsen? 2.) Kann ein Hund Verkehrsregeln begreifen? und 3.) Wo ist Herrchen?

Ich hatte noch keine einzige Antwort gefunden, da erledigte sich die erste Frage schon von selbst: Ich hielt an, denn der Hund war einfach losgetrabt und überquerte die Straße.
Als ich weiterfuhr, schlappte ein verschlafenes Frauchen um die Ecke, somit war auch die dritte Frage beantwortet.

Aber nun die zweite Frage an alle Hundebesitzerinnen und -besitzer: Kann ein Hund die Bedeutung von Zebrastreifen verstehen? Oder hatte ich eine Halluzination?