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Einfach mal dableiben!

Ohne den geliebten Briten könnte ich solche Übersetzungen ja nicht bewerkstelligen. Oder nicht so gut. Was ich für eine neuen Agentur gerade vom Englischen ins Deutsche übertrage, erfordert unbedingt seinen Einsatz und wann immer er den Raum betritt, hebe ich die Hand und deute auf die aufgelaufenen Fragen, die ich mit noch so viel Recherche nicht lösen kann. Ungeheuerlich, mit welcher Leichtigkeit er sein Wissen aus der Tüte holt und über Turbinen, Hydraulik, Ventile und was sonst noch so vorkommt Kurzvorträge hält.

Während ich Stichpunkte zu diesen Erläuterungen notiere, schlendert er allerdings gerne davon und sinkt zum Beispiel aufs Sofa und stülpt sich die Kopfhörer über um fernzusehn, oder er geht in die angrenzende Küche und klappert mit Geschirr, dreht den Wasserhahn auf oder stellt den Teekocher an. Wenn ich dann den nächsten Satz vom Bildschirm ablese, kneift er die Augen zusammen, um sich besser zu konzentrieren und meine Worte zu verstehen, aber das wird durch die Hintergrundakustik und meinen Akzent erschwert. Also bringt er sein Gehör näher heran, indem er den Kopf seitlich nach vorne schiebt, und weil das immer noch nichts nützt, kehrt er meist in dieser Stellung zu meinem Schreibtisch zurück. Als habe er eine Schnur am Ohr und jemand ziehe daran. Dann gehen wir den nächsten Satz durch, und während ich Begriffe dazu aufschreibe und Wörter markiere, spaziert er schon wieder davon und das Spiel beginnt von vorn

Effizient ist das nicht, doch das Ziel wird erreicht. Das ist die Hauptsache.

Mischkalkulation

Ist es gut oder schlecht, dass ich mich so reinhänge? Ich lese jeden einzelnen Satz, vergleiche im Internet, drehe Wörter hin und her. und das mache ich für ca. 10 EUR in der Stunde. So viel verdiente früher meine Putzfrau. Die musste natürlich auch einiges können, genau wie ich drang sie in jeden verborgene Winkel und übersah nichts. Dafür brauchte sie etwas mehr Zeit und es war in Ordnung. Ich dagegen mühe mich mit dem Korrekturlesen von Übersetzungen ab, die den Einbau von Getrieben in Großfahrzeuge beschreiben, und man sagt mir, wieviele Zeilen ich in einer Stunde zu schaffen habe. Diese Zeit reicht gerade mal zum konzentrierten Durchlesen, Änderungen dürfen bei dieser Kalkulation nicht vorkommen. Tun sie aber. Und: der Kunde ist neu. Die Software ist neu. Ich suche, probiere, schlage nach, lerne, und kriege kein Geld dafür. Trotzdem macht es mir Spaß. Es ist gut gegen Existenzsorgen, und es ist gut, etwas Ordentliches abzuliefern. Damit ich weitere Aufträge bekomme.

Jubel!

Hey Leute, ich hab mein Übersetzungsprogramm kapiert! Trados, falls das irgendjemandem was sagt. Nach wochenlangen erfolglosen Eigenversuchen dachte ich schon, ich bin komplett verblödet, das Ding ist wirklich komplex. Und jetzt – nach nur einer Schulung (es folgen weitere) kann ich ein Projekt anlegen, mit Translation Memorys umgehen, Termbanken und Autosuggest-Wörterbücher einfügen und alignieren. Funktioniert alles! Muss das grad mal loswerden.

Es ist nämlich so: Man glaubt, alles und jeder verabschiedet sich, weil man etwas nicht beherrscht. Oder nicht gleich. Seit Wochen quäle ich mich mit dieser Software herum, dabei hab ich genug Zeit zu lernen, ich muss noch nicht leben können von Übersetzungen. Es ist eigentlich nicht wichtig, aber das ist nicht durchgedrungen. Deshalb habe ich manchmal beschlossen, etwas zu tun, was ich sicher kann: Die Wohnung putzen zum Beispiel. Aber jetzt … kann ich Trados! (Naja die Basics.) Ich bin stolz auf mich!