Morgengrauen

Es ist noch früh. Ich stehe auf dem Balkon und hänge den Pullover, den ich gestern trug, auf einem Bügel an die Leine.

Das Tageslicht dämmert zögernd. Im Garten sind Bäume mit letzten Blättern schwach zu erkennen, Nebel liegt zwischen den Häusern. Kein Vogel singt. Die feuchte Morgenluft riecht nach nassem Laub, vor meinem Mund bilden sich Dampfwölkchen.

Ich zupfe den Pullover in Form, er beginnt auszuatmen. Acht Stunden Mief stecken in ihm, drei Leute in einem kleinen Büro. Auch nervöser Schweiß, den die Unterwäsche durchließ, und der gekochte Blumenkohl zum Abendessen, ruhig, zu zweit, in der Küche. All das verflüchtigt sich bald. Der heutige Novembertag wird das Gewebe durchdringen und befreien von dem, was gestern war.

Kälte kriecht unter mein Hemd, ich gehe nach drinnen. Wieder ein Tag.

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