Ohne Worte

Wo viel Gefühl ist, ist auch viel Leid.
– Leonardo da Vinci

(c) Anhora

Bilder können zum Ausdruck bringen, was Worte nicht fassen können.
Diese Collage habe ich vor einigen Wochen angefertigt.

Neulich beim Spazierengehn

Im Wald einen geparkten Porsche zu sehen, kommt vor. Auch Porschefahrerinnen und Porschefahrer müssen mal raus. Ungewöhnlich ist also nicht der Sportwagen, der an einer Schotterstraße im Schatten der Bäume geparkt hat – ungewöhnlich ist der Grund dafür. Ein junger Hipster schleppt nämlich gerade einen Getränkekasten aus dem Gebüsch und hievt ihn auf den Beifahrersitz.

Er verschwindet wieder im Strauchwerk und kehrt Minuten später zurück mit weiteren Flaschen in der Hand. Wir sind inzwischen nähergekommen und sehen: es sind Wasserflaschen. Sie tragen keine Etiketten, frei verkäufliche Flaschen eben, die augenscheinlich mit Wasser gefüllt sind.

Während der Fahrer auch diese im Auto verstaut, sich ans Steuer setzt und mit donnerndem Sound davonbraust, schauen wir uns an und wollen nun wissen, was hinter dem Gebüsch ist.

Es ist ein Brunnen. „Kein Trinkwasser“, steht darauf wie an allen öffentlichen Brunnen.
Wir rätseln.
Hätte der Mann lila Hosen und ein buntes Tuch getragen, würde man den Glauben eines Esoterikers an Heilkräfte aus fließendem Gewässer als Erklärung heranziehen können. Es war aber einer mit Vollbart, gestyltem Haar, Röhrenjeans und weißen Sneakers. Und Porsche.

Es war also einer mit Ehrgeiz, Erfolg, Einkommen. Wenn der eigens mit dem Porsche anreist, um dieses Wasser zu beschaffen – dann kann man es trinken. Er wird es wohl nicht zum Gießen verwenden. Nein, es ist höchstwahrscheinlich ein besonderes Wasser, egal warum. Mehr noch: Nun will ich es auch.

Nächstes Mal bringe ich eine Flasche mit. Erst probieren, bevor ich mit einem ganzen Kasten anrücke.

Lasse ich mich zu leicht von Äußerlichkeiten beeindrucken?
Oder übersehe ich etwas?

Wir können wieder reisen!

Es ist immer das Gleiche: Kaum arbeitet man wieder in vollem Umfang, schon hat man zu nichts mehr Zeit. Seit dem 1. Juli bin ich nicht mehr in Kurzarbeit, deshalb liegen die schönen Bilder von unserem Besuch letzte Woche in Freiburg immer noch unbesichtigt im Ordner herum.

Es war eine besondere Reise. Nicht nur die Stadt ist besonders schön, sondern wir feierten auch den dreißigsten Geburtstag des jüngsten Sohnes, der in Freiburg lebt. Ich bin also besonders alt geworden, wie mir bewusst wurde, aber so ist es eben.
Die Reise an sich war aber auch deshalb etwas Besonderes, weil es die erste seit gefühlt vielen Jahren war. Also: Seit Corona eben. Das letzte Wochenende abseits vom eigenen Küchentisch ist erst vier Monate her, aber mir kommt es viel länger vor.

Hier also die Bilder:

 

 

 

Kunst und Knödel

In welchem Museum steht diese Skulptur? Und wie kommt das Klopapier dahin?

Nein, es ist keine Installation moderner Kunst, und kein Witzbold hat eine Kunsthalle entweiht. Es war vielmehr eine aufmerksame Reinigungskraft, die diese Klopapierrolle dort deponiert hat, wo sie hingehört: In der Toilette.

Über eine Büste über dem Spülkasten kann man sich indessen Gedanken machen. Bei der nächsten Sitzung zum Beispiel.

Gesehen im ältesten Gasthaus Deutschlands: Dem Roten Bären in Freiburg. Teile davon gibt es schon seit dem 12. Jahrhundert.

Und so sieht in Corona-Zeiten das Frühstücksbuffet aus: Es kommt an den Tisch.

Dieses hier war allerdings schon halb aufgegessen, ehe ich an ein Bild für die Corona-Chronik dachte.

Unglaublich

Was vielen von euch bekannt sein könnte, muss jemand wie ich unserer neuen Zeit zuordnen, um es glauben zu können: Eine Platzanweiserin am Eingang der Kirche, ein Desinfektionsmittelspender statt Weihwasser und Gläubige, die gefühlt einen Kilometer voneinander entfernt sitzen. In Zweiergruppen immerhin.

Der Priester schreitet maskiert zum Altar und beginnt mit den Gebeten. Es wird nicht gesungen. Man weiß ja, dass Viren in Aeosolen aus der Atemluft mehrere Meter zurücklegen können. Deshalb spielt ein älterer Organist bei jedem Lied die Einleitungsmelodie, springt dann auf und singt ganz allein – nunmehr unbegleitet – von der Empore herunter alle Strophen durch. (Ohne führende Akkorde hören sich Kirchenlieder schräg an. Oder der Organist kann nicht singen.)

Nach der Lesung und Predigt wendet sich der Priester um und beginnt, seine Hände ausgiebig mit einem Desinfektionsmittel zu walken und und zu kneten, minutenlang, so scheint es mir. Erst dann tritt er wieder zum Altartisch und berührt Kelch, Wein- und Wasserkrug zur Heiligen Wandlung.

Von einem Kirchendiener in Freizeitjacke wird jetzt ein flipchartartiges Gestell herbeigerollt, dessen obere Hälfte aus einer Plexiglasscheibe besteht. Maskiert und mit vorgeschriebenem Abstand stellen sich die Gläubigen im Mittelgang auf und empfangen die Hostie, die der Priester unter der Scheibe durchreicht wie am Fahrkartenschalter eines Bahnhofs.
Zurück zur Bank geht es über die Seitengänge.

Ich besuche selten einen Gottesdienst. Auch dieses Mal kam es nur dazu, weil es sich um eine Trauerfeier für jemanden aus der Familie handelt. Aber was soll ich sagen? Die Messe ist so verrückt wie alles andere, was Corona hervorbringt. Also eigentlich normal.

Kundenbetreuung ausbaufähig

Über die Beschäftigten in den Läden wundere ich mich schon manchmal. Neulich zum Beispiel in der Bäckerei: Ich wage es, eine Verkäuferin höflich darauf hinzuweisen, dass sie die Maske schon über die Nase ziehen muss, damit es Sinn macht. Eine weitere Verkäuferin, die ihre Maske unter dem Kinn trägt und ihr verschwitztes Gesicht völlig ohne Schutz lässt, kommt hinzu und schnappt mich an: „Tragen Sie mal so ein Ding ab morgens um Fünf!“

Stimmt, das ist sicher anstrengend. Zudem trennt eine Plexiglasscheibe weitgehend das Personal vom Kunden, ich hätte mir meine Bemerkung sparen können. Und überhaupt: wenn ich nicht einverstanden bin mit dem unzureichenden Gesichtsschutz,  dann kann ich ja selbst entscheiden, ob ich in dieser Bäckerei weiter einkaufen will.
Vorerst vielleicht nicht.

Nicht wegen dem Virus, sondern wegen dem Umgangston.

Raus jetzt!

Raus an die Luft, in die Natur, zurück ins Leben. Die Coronaglocke hat mich so gedämpft, dass selbst regelmäßige Wanderungen auf der Strecke blieben – erst Recht auf bevölkerten Wegen wie gestern im Bodenseegebiet rund um den Schleinsee. Doch mal muss Schluss sein mit den Gedanken an Risiken und Vorsicht. Man gewöhnt sich nämlich daran, wie an alles.

Nun habe ich eine Woche bei der Arbeit hinter mir und gemerkt: Das Leben spielt sich nicht zu Hause ab. Es ist nur ein geringer Teil, den wir dort erleben, der Rest findet außerhalb statt. Also Maske auf, Abstandsregeln beachten, und raus.

Komische neue Welt

Zurück bei der Arbeit (stundenweise vorerst) merke ich erst, wie mir die Kolleginnen und Kollegen gefehlt haben. Neun Wochen sind lang. Wir stehen da mit maskierten Gesichtern und freudigen Augen, dürfen uns aber nicht in die Arme fallen. Ich seufze.

Dann fahre ich den Computer hoch und wurstle mich durch all das Liegengebliebene. Mein Büro ist klein und das Fenster geschlossen, weil es sonst zieht. Ein Dozent kommt herein, schließt die Tür, lässt sich auf dem Besucherstuhl nieder. Ich setze meine Maske auf, er nimmt seine ab. „Lass nur, wir sind ja unter uns,“ sagt er. Als täte er mir einen Gefallen, wenn er nicht auf die Maskenpflicht besteht.

Ich stelle immer wieder fest, dass die Unangepassten wegen der Einschränkungen mehr Gewese machen. Dieser Dozent ist auch so einer mit Ecken und Kanten, an sich ist das in Ordnung aber ich bitte ihn trotzdem, seine Maske wieder aufzusetzen. Er schaut mich mit großen Augen an.

Warum muss ich erst darauf hinweisen, dass ich Asthma habe und mein Lebenspartner im höheren Alter ist? Warum fühlt es sich an, als habe ich gerade etwas ganz Schräges verlangt?

Ungern setzt er die Maske wieder auf und geht bald wieder. Auch recht.

Gewohnheitssachen

Allmählich gewöhne ich mich sogar an Talk-Shows ohne Publikum, an Gags ohne Lacher, Pointen ohne Beifall. Ein wenig schwer tu ich mich noch mit entleibten Gästen, deren Gesichter von Bildschirmen auf Stahlgestellen flimmern. Wie aufgespießt kommt mir das vor, aber auch das habe ich oft genug gesehen und es wirkt nicht mehr ganz fremd.

Nun gibt es aber etwas Neues, worauf ich mich einstellen muss: Ans Arbeiten. Ab morgen steige ich stufenweise aus der Kurzarbeit aus, nach neun Wochen Zwangspause.

Inzwischen bin ich unsicher geworden, was mir mehr zusetzt: Das Isoliertsein zu Hause oder die Angst, ins Büro zurückzukehren mit Bergen an Arbeit und neuen Bestimmungen für unsere Kurse.

Mit ist ein wenig flau. 😨

 

Geisterstunde im Stadion

Auch daran werden wir uns gewöhnen müssen: An Fußballspiele der Bundesliga, deren Akustik an Schwimmwettbewerbe erinnern. Die Rufe der wenigen Anwesenden hallen durch die leeren Zuschauerränge, dass es klingt wie im Hallenbad.

Und wie nebensächlich ein Tor daherkommt, wenn es von keinem Fangeschrei angeschoben und bejubelt wird, auch so etwas Fremdes.

Wie wird es wohl sein, wenn die Tribünen wieder voll sind? Die Polizei wird wieder präsent sein müssen, Sicherheitsleute werden Schläger aussortieren und Fan-Horden trennen, der Geruch nach Bier und Schweiß wird über dem Stadion wabern – und das wärmende Gefühl von Verbundenheit.

Aber wann können wir uns wieder mit eingezogenen Schultern zwischen Menschen drängen können, ohne uns Gedanken zu machen? Auch nicht, wenn einer von ihnen hustet?

Nur zur Sicherheit

Neulich beim Zahnarzt: Bevor sich der Meister über mein Gesicht beugt, wird mir ein Becher gereicht mit einer desinfizierender Lösung drin. Die ist nicht für die Hände, sondern für den Mund, und es dient nicht meinem Schutz, sondern dem des Zahnarzts.
Ich wälze also einen Schluck Desinfektionsmittel im Mund herum.
„Vorsicht beim Ausspucken,“ sagt der Zahnarzt freundlich.
Ich schaue aus meinem Liegesessel fragend zu ihm hoch, während mein Mund weiter kreist.
„Wenn die Flüssigkeit auf Kleidung kommt, gibt es Bleichflecken. Man kriegt das nicht mehr heraus, die Farbe ist einfach weg“, erläutert er, als habe er das vor kurzem bei einem spannenden Chemie-Experiment entdeckt.
Bleichflecken?
Ich spucke sofort aus.
„Ich hatte ein Bleichmittel im Mund?“ frage ich ungläubig nach, während ich mir den Mund abtupfe.
„Es ist ein Desinfektionsmittel. Kein Grund zur Sorge, solange Sie es nicht injizieren“, lächelt er. „Aber das macht man ja nur in Amerika.“
Wir lachen.
„Da bin ich beruhigt,“ sage ich.
Glatte Lüge.

Bild von Marta Cuesta auf Pixabay

Schwere Zeiten für die Vernunft

„Wir wollen unser Leben zurück“, steht auf einem Protestplakat.

In Deutschland gibt es jetzt immer mehr Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen, Medien reden gar von einer zweiten Welle an Wutbürgern. Wir erinnern uns: Die erste entstand 2015, als viele Flüchtlinge ins Land kamen und in deren Folge die AfD stark wurde.

Nun gibt es womöglich eine neue Welle an frustrierten Menschen, und auch diese werden durch Verschwörungstheoretiker und Radikale angestachelt. Wieder vermengt sich Randgesocks mit Durchschnittsbürgerinnen und -bürgern.

Die Wirtschaft hat enorme Einbußen zu verkraften, viele Unternehmen werden es nicht überleben, tausende Menschen könnten ihre Arbeit verlieren und unzufrieden werden.
Leichtes Spiel für gewisse Gruppen. Beängstigend.

Aber das hält mich nicht davon ab, mein Hirn einzuschalten und den Menschen zu glauben, die wissen, wovon sie reden.


„Wir wollen unser Leben behalten und andere schützen“

 

Anmerkung: Ursprünglich hatte ich geschrieben, dass die AfD in der Folge des Flüchtlingszustroms gegründet wurde. Das ist falsch, die Partei wurde schon 2013 gegründet, wie fraggle richtig angemerkt hat. Danke für den Hinweis!

Was sein muss, muss sein

Corona hin, Corona her – ich pfeif drauf, das eine Mal. Nach all den Jahren, so fühlt es sich an, nehme ich heute endlich wieder die Tochter in die Arme. Ich setze extra eine Maske auf vorher.
Aber es ist ihr Geburtstag heute. Und Muttertag.

Das hat sie für uns gezaubert:
Einen Beeren-Fruchtcremekuchen ohne Weißmehl, ohne Fett, ohne Industriezucker.
Ich hätt mich reinsetzen können.

Aus gegebenem Anlass:

Herzliche Grüße an alle Mütter!
Ich hoffe, ihr habt einen schönen Tag heute.

Wem gehört die Welt

Ich werde ein Buch schreiben.
Darin geht es um eine Organisation, die die Welt lahm legt:

  • In Forschungslaboren wird eine Überwachungs-App und parallel ein tödlicher Virus entwickelt.
  • Freiwillige werden mit dem Virus infiziert und in die Welt hinausgeschickt.
  • Alle Welt stirbt.
  • Die Länder schließen Geschäfte und Unternehmen aus Angst vor Ansteckung.
  • Die verzweifelten Menschen bekommen Hilfe von der Organisation, wenn sie einen Chip mit der Überwachungs-App implantieren lassen. Zu ihrem Schutz, sagt die Propaganda.
  • Niemand wehrt sich.
  • Allmählich wird klar, dass die Welt nur meint, dass alle sterben. Dafür sorgt die Propaganda. Tatsächlich überleben die meisten.
  • Ohne den Chip kann man nichts mehr kaufen oder mieten.
  • Die Welt wird neu aufgebaut: Einheitsversorgung, Einheitswährung, Einheitsansichten.
  • Es kommen jetzt Anordnungen von der App: alle müssen gesund leben und sich sozial verhalten. Wer sich widersetzt, wird verhaftet und infiziert.
  • Nun wird der Programmiercode der App öffentlich zugänglich gemacht, wie bei Wikipedia kann jeder sie verändern.
  • Auf jede Person, die die Grundrechte zurückhaben will und entsprechende Eingaben macht, kommen zehn andere, die es wieder überschreiben. Die Menschen wollen auf die neue Sicherheit und Ordnung nicht mehr verzichten.

So. Bald bin ich reich und berühmt, obwohl die Handlung recht einfach zustande kam – ich habe nur ein paar aktuelle Verschwörungstheorien zusammengewurstelt. Vielleicht kommen noch welche dazu, dann wird es umso spannender.
Der Schluss stammt aber von mir. 🙂

Ohne Menschen geht es nicht

Beim Einkaufen in der Stadt treffe ich eine liebe Bekannte. Wir lachen, breiten die Arme aus, als wollten wir einander um den Hals fallen, kommen aber nicht näher. So begrüßt man derzeit nette Menschen.

Wir reden eine Weile. Mit zwei Metern Abstand natürlich, aber von Angesicht zu Angesicht. Ich bin ganz aufgeregt. Wie viel Gelegenheit habe ich noch, mich mit jemand anders als meinem Lebenspartner persönlich zu unterhalten? Nach über vier Wochen daheim kann ich es an einer Hand abzählen.

Meiner Bekannten geht es gleich. Sie ist Friseurin, vereinsamte in ihrem Dorf und besuchte an einem Wochenende heimlich die Tochter in Bayern. Das Auto versteckten sie in der Garage, damit niemand das auswärtige Kennzeichen sieht. Nachbarn können ja eigenartige Vorstellungen von Pflichtbewusstsein haben, und viele sind zu Hause!

„Ich kenne eine Person“, erzähle ich, „die kürzlich die Polizei alarmierte, weil in der Nachbarschaft ein Geburtstag gefeiert wurde. Die Polizei kam, und dann wurde jeder Gast mit 250 EUR, der Gastgeber jedoch mit mehreren tausend Euro bestraft.“
So etwas gibt es wirklich, und die Person war übrigens stolz auf diese Tat.
„Aber man muss weiterleben“, sagt meine Bekannte, „und ganz ohne Menschen geht es nicht.“

Ab Montag darf sie wieder arbeiten.
Ich bleibe in Kurzarbeit.

Das Spektakel

„Am 30. Mai ist der Weltuntergang“. So heißt ein Lied aus den Fünfzigern, das gerade wieder durch das Web geistert.

Die Welt hatte schon einige Untergänge, die es sich dann doch nochmal anders überlegt haben. Tschernobyl ist so ein Beispiel, oder als Saddam Hussein in Kuweit einfiel und die Ära der Dauertalksendungen und Live-Streams einläutete.
Beidesmal fühlte ich mich ähnlich wie heute.
Tschernobyl betraf uns immerhin, aber was hatten wir mit dem Golfkrieg zu tun? Die Medien nahmen uns trotzdem mit auf die Reise, bis alle dachten, dass auch auf uns bald Panzer zurollen. Wir hingen mit klopfenden Herzen am Fernseher und über Tageszeitungen.

Was ist das?

Medien, Regierungen, Sekten, Populisten – sie alle erreichen Ziele leichter, wenn die Menschen Angst haben. Diese Ziele reichen von hohen Auflagen bei Publikationen über das Hinnehmen von Ausgangssperren bis zur Selbstaufgabe in radikalen Gruppen.

Ich unterstelle den Regierungen derzeit nicht, dass sie unsere Angst nutzen. Die Angst ist einfach da, erschaffen und gepflegt von Medien, deren Preise für Werbeanzeigen von Zuschauerquoten und Klickraten abhängen. Aber hätten wir die Bilder in Italien nicht gesehen, wäre bei Verordnungen zu Kontaktsperren, Geschäftsschließungen und Kurzarbeit das Geschrei groß.

Es geht Hand in Hand, und es ist so einfach zu bewerkstelligen.
Das macht mir mehr Angst als das Virus.


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