Es gibt keine Sicherheit

Wir kennen die üblichen Bedrohungen: Infektionen, Rückenleiden, Herzinfarkt – die Medien sind voll davon. Doch wenig Fett und viel Bewegung (auch darüber liest man viel) bewahren uns davor – wir können uns schützen.

Anders sieht es bei Opfern von Straftaten aus. In der Öffentlichkeit wird weit weniger beleuchtet, was gegen Räuber und Gewaltverbrecher zu tun ist und  man sucht vergeblich nach Ratgebern wie „7 Tricks zum Schutz vor Mördern“. Allerdings ist die Gefahr, durch ein Messer oder Bombenattentat ums Leben zu kommen auch weitaus geringer. Viel häufiger sterben wir an Krebs oder bei einem Unfall, aber trotzdem rauchen wir weiter, trinken Alkohol, fahren jeden Tag Auto und gelegentlich Ski. Es gibt ja genug Menschen, denen es auch nicht schadet – wir können uns beruhigen.

Nur beim Verbrechen funktioniert diese Beschwichtigungsstrategie nicht, denn: es tritt am wenigsten häufig ein. Deshalb haben wir am meisten Angst davor, denn wir sind nicht daran gewöhnt.

„Kein Mensch darf sagen: Solches trifft mich nie.“
(Menander, griechischer Dichter, 342 – 291 v. Chr.)

Wir leben in einem der sichersten Länder, und doch ist auch bei uns jeder Tag unberechenbar.  Sicherheit ist eine Illusion, und so war es schon immer. Schicksalsschläge gehören nicht erst seit den Terrorangriffen zum Leben. Gegen die Angst davor hat früher Beten geholfen, aber das ist aus der Mode gekommen. In der modernen Zeit wird mit der Angst Geschäfte gemacht, und sie laufen gut – wir sollten uns nicht davon kirre machen lassen!

 

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