Archiv der Kategorie: Zeitgeschehen

Politische Ereignisse, evtl. Zeitgeist, also den Alltag prägende Entwicklungen.

Inspirationen

Wer dachte, ein Fahrrad ist die umweltfreundlichste Art der Fortbewegung, der irrt.
Ein Bambus-Fahrrad ist noch umweltfreundlicher!

Und wo steht es? In Basel, vor einer Beratungsstelle „Stopp Rassismus“.

Ich nehme es als kleine Inspiration, was ich auch im neuen Jahr im Blick behalten will:
eine bessere Umwelt und eine freundlichere Welt.

Habt ihr noch mehr Ideen für 2019?

Dinner for One – jetzt auch in England!

Der wahrscheinlich beliebteste und am häufigsten ausgestrahlte britische Sketch ist in England so gut wie unbekannt. Der geliebte Brite sah ihn zum ersten Mal hier in Deutschland, mit mir.
Doch das wird sich ändern!

Wenn Miss Sophie nämlich heute wieder einmal ihren 90. Geburtstag feiert und mit Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr Pomeroy and Mr Winterbottom anstößt, wenn der Butler James an die Stelle all dieser längst verblichenen Freunde treten muss – dann ist zum ersten Mal auch das englische Publikum dabei.

Ob man auf der Insel über die (deutschen) Klischees zur britischen Aristokratie genauso lacht wie bei uns, wird sich zeigen. Die Verkopften erkennen vielleicht auf Anhieb Tabubrüche wie Verlust, Alkohol, Sex im Alter. Für die andern ist es einfach ein herrlicher Slapstick.

“Same procedure as last year, Miss Sophie?” “Same procedure as every year, James”.

1963 wurde Dinner for One mit Freddie Frinton und May Warden in Hamburg für den NDR aufgezeichnet. Seit 1972 wird die Komödie in Deutschland und anderen Ländern regelmäßig am Silvestertag ausgestrahlt. Am 31.12.2018 wird er von Sky Arts zum ersten Mal auch in Großbritannien zu sehen sein.
Premiere: „Dinner For One“ erstmals im britischen Fernsehen

Ich wünsche allen meinen
Leserinnen und Lesern

einen guten Rutsch und
ein gesundes, fröhliches und positives
neues Jahr!

 

St. Martin im Wandel der Zeit

An den Absperrungen um einen kleinen Vorplatz herum stehen junge Leute mit ihren Kindern, vor ihnen reitet ein römischer Soldat im Kreis. Eine Frau mit Kopfschleier schaut ebenfalls zu, während ihr kleiner Sohn nur Augen für den blinkenden Stab hat, an dem seine Laterne hängt. Er hält ihn höher und niedriger, schwenkt ihn hin und her und marschiert dann feierlich auf und ab, die Laterne vor sich haltend wie ein Schwert.

Währenddessen setzt der Römer zum Mantelteilen an, da bricht plötzlich die Stimme des Erzählers ab. Seine Lippen bewegen sich weiter, aber man hört nichts mehr. Sekundenlang passiert nichts, das Publikum wird unruhig. Nun springt der Bettler auf. Er huscht zu dem Mann, nimmt ihm das Mikrofon ab, macht etwas an der Tonanlage, „eins, zwei“ hört man, es geht wieder. Der Bettler eilt an seinen Platz zurück und kauert sich wieder auf den Boden nieder.

„Brenne auf mein Licht, brenne auf mein Licht …“ singt ein kleiner Chor. Der Bettler ist inzwischen eingekleidet, der Soldat reitet weg, die Kinder halten ihre Laternen hoch, die Eltern ihre Handys.

„… und dein heller Schein, und dein heller Schein, der soll für immer bei uns sein.“

Nur darum gehts.

 

Das liebe Vieh

Heute beim Spazierengehn: Als wir an eine Kuhweide kommen, hebt eins der grasenden Tiere langsam den Kopf und glotzt uns an. Selbst die Kuhkultur unterscheidet sich von Land zu Land, denke ich. Vor wenigen Wochen noch standen wir mitten im weitläufigen Weideland Nordenglands und dort begegneten uns keinen dummgezüchteten Milchkühen wie diese hier, sondern intakte Familien mit Stieren und Jungtieren und Lust am Leben.

Ich dachte noch, etwas weniger Eigenständigkeit wäre mir lieber, denn der Fußweg am Hadrianswall entlang führt ständig durch Weideland. Einmal hatte sich z. B. eine ganze Gruppe von Rindern auf dem Wanderweg aufgebaut und blickte uns beim Näherkommen interessiert an. Wir blieben stehen, konnten nicht ausweichen und die Tiere bewegten sich auch nicht. Schauten nur. Da breitete der geliebte Brite die Arme aus, ruderte langsam auf und ab mit ihnen, als setze er zum Flug an, und schritt voran. Die Rinder überlegten kurz und machten dann bedächtig ein paar Schritte zur Seite. Ich huschte dicht hinter dem Liebsten drein wie Jane, die gerade von Tarzan gerettet wird.

Derlei Mut und Technik braucht es auf unseren Kuhweiden nicht, schon weil keine Kuh frei herumläuft. Die Weideflächen in Süddeutschland sind oft nur Parzellen mit verschiedenen Eigentümern. Von Weitläufigkeit keine Spur und auch bei den Tieren ist ein weiter Geist nicht erkennbar, noch nicht mal irgendein Geist. Wir glotzen also zurück und die Kühe widmen sich wieder ihrer Hauptbeschäftigung: Fressen und verdauen.

Überraschungen sind hier nicht zu erwarten. Für Verblüffung sorgen sowohl im Brexit-England als auch seit heute im AfD-Deutschland vor allem die zweibeinigen Rindviecher.

 

Die Friedenslinde

Etwas entfernt sehen wir die Zundelbacher Linde. Sie wurde 1871 gepflanzt, als die Menschen sich zum Ende des deutsch-französischen Krieges nach Frieden sehnten.

Einen besseren Grund für das Setzen eines Baumes gibt es gar nicht.

Die fast 150 Jahre alte Linde überragt eine idyllische Wiesen- und Waldlandschaft zwischen Weingarten und Unterankenreute.

„Der Friede ist kein Naturprodukt; er wächst aus menschlichem Handeln“ (Gustav Heinemann). Ich hoffe, Trump und Kim Jong Um hören bald auf zu pokern, und alle andern Länder auch.

Wieder online

Hier bin ich wieder! Nach elf Tagen hat Unitymedia es geschafft, uns wieder ans Internet anzuschließen, wir sind wieder online. Seit vorgestern. Allerdings habe ich mich nun ans Leben im Off gewöhnt. Es zieht mich nicht recht zurück ins bunte Netz.

Was passiert, wenn man auf unbestimmte Dauer den Stecker gezogen kriegt?

Ich habe

  • mehrere Bücher gelesen: zum Glück hatte ich vorher noch genug auf den eReader gepackt
  • manche Fragen offen lassen müssen: zwei Kaffka-Erzählungen gelesen und nicht verstanden, das Buch also geschlossen und etwas anderes gelesen
  • Fenster geputzt: jeden Tag eins
  • Nickerchen gemacht: warum nicht, an den Wochenenden?
  • mich gut unterhalten: im Radio eine Sendung des mir zuvor unbekannten Kabarettisten Matthias Brodowy gehört. Der ist gut!
  • Balkonblumen beim Blühen zugeschaut: manchmal saß ich einfach da wie der Mann aus dem Loriot-Sketch
  • festgestellt: wenn man Nachrichten nur im Radio oder Fernsehen hört und nicht zu jedem Huster von Trump oder Erdogan ein eigener Beitrag aufspringt – dann ist es immer das Gleiche. Langweilig.

Bei allem Ärger über den schlechten Kundendienst und Übersetzungsaufträge, die ich ablehnen musste, habe ich auf der anderen Seite erstaunlich viel Zeit und Ruhe gehabt. Und keinen Druck durch „Das will ich noch lesen, was machen die Aktienkurse, eine E-Mail muss beantwortet werden, ein Beitrag sollte geschrieben, gelesen, kommentiert werden, ach das Wetter noch, und was gibts inzwischen Neues in der Welt?“ Was immer man tut am Bildschirm – es scheint das Falsche, etwas anderes wichtiger oder spannender zu sein. Bei mir ist es jedenfalls so.

Ohne Internet war es also entspannter, und solchermaßen entwöhnt will ich auch weiterhin wieder mehr in der realen Welt herumhängen als in der virtuellen. Schön ist es aber, wenn das eine freiwillige Entscheidung ist.

 

Wir lassen uns nicht kirre machen!

Mutmacher für Londoner Pendler:

„Die Blume, die in tragischen Zeiten blüht,
ist die seltenste und schönste von allen.“

Hinweistafel in der U-Bahnstation Tower Hill angesichts des
Zusammenhalts in London nach dem Terroranschlag
am Westminster vom 22.03.2017.

Gefunden bei itv.com