Archiv der Kategorie: Fotografie

Hexen, Geister, Teufelsbräute

Heute bei einem der zahlreichen Narrensprünge der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Mit dem vergleichsweise zivilisierten rheinischen Karneval hat das nichts zu tun: Bei uns geistern gruselige Gestalten herum, alle mit einer „Larve“, also einer Holzmaske. Jede Zunft hat ihren eigenen Schlachtruf, der vom Publikum beantwortet werden muss. Zum Beispiel: „Dr Torf isch weg“ – „jetzt hommer dr Dreck!“
Die Kinder bekommen Süßigkeiten, die jungen Mädchen Konfetti ins Haar. Uns hat man nur versucht, den Schal wegzunehmen und die Schnürsenkel aufzuziehen. 😉

 

Luftholen

Nach all dem Festen und Feiern war heute wieder Zeit für einen langen Spaziergang. Um dem dicken Grau zu entkommen, fuhren wir ein wenig höher und in Wolfegg wurden wir fündig. Hier hat sich die Sonne also versteckt! Sie hat sich heute besonders viel Mühe gegeben und den Himmel in hellgelbes Licht getaucht. Im Nebeldunst in der Ferne erkennt man die zarten Umrisse der Alpen.
Es braucht gar nicht viel, um den Alltag zu vergessen. Ein solcher Anblick genügt.

Und was habt ihr heute gemacht? Ich hoffe, ihr hattet einen entspannten Tag.

Bodensee-Impressionen

Gestern in Wasserburg: Nebeldunst und Spätherbstsonne schaffen eine Stimmung, in der man sich verlieren kann: abgeschieden, friedvoll, versonnen. Ohne die touristenbedingte Übervölkerung entdeckt man wieder den Charme der kleinen Bodensee-Ortschaften.

Erschreckend sind nur die Wasserstände: Schon im Sommer endeten viele Badetreppchen weit über dem Wasserspiegel. Die Uferstreifen sind so breit wie nie, am Rheindamm ist eine neue Insel entstanden. Aber der niedrigste gemessene Wasserstand war 1858, gefolgt von einem annähernden Wert im Jahr 1902. Und das ganz ohne Klimaerwärmung.

Wir betrachten die ungewohnten Kiesstreifen an der Promenade, schauen aufs Wasser hinaus und wollen glauben, dass die Natur sich nicht unterkriegen lässt.

 

Wandschmuck

Impressionen, die nicht irgendwo in den Tiefen Italiens entstanden sind, sondern gestern in der Altstadt von Konstanz.

Die wie gemalt wirkenden Fensterläden des Wohnhauses auf dem ersten Bild wurden nicht wegen der Herbstsonne verschlossen, sondern weil das Gebäude derzeit unbewohnt ist. Es stammt aus dem 17. Jahrhundert, und soviel Zeit hat der davor stehende Roller noch nicht gesehen. Mit gefiel der Kontrast von Licht und Schatten, Alt und Neu, feststehend und mobil.

Die Graffitis darunter stammen von Tuk, einem Streetart-Künstler. Er arbeitet mit Schablonentechnik und die beiden hübschen Farbtupfer hätte ich im Vorbeigehen fast übersehen. Aber eben nur fast. 🙂