Der Schlussstrich

Es ist nichts geworden aus dem Kaffee, den wir miteinander geplant hatten. Vielleicht plante ihn auch nur ich, wahrscheinlich sogar. Man tut, als ob nichts wäre und verabredet sich eben zum Kaffee. Im Juni, wenn ich nicht mehr arbeite und Zeit habe, auch tagsüber. „Ganz flexibel bin ich dann“, rief ich noch, als würde das Schlimme nicht eintreten, wenn ich es ignoriere.  Nun gut, um den Kaffee geht es nicht. 

Die Frau von Stefano traf ich nur ein einziges Mal. Obwohl wir uns nicht kannten, hatten wir viel miteinander zu reden, ich freute mich auf ein Wiedersehen mit ihr. Den Gedanken, dass es nicht dazu kommen könnte, hatte ich nicht. Wollte ich nicht haben. Erst jetzt. Sie starb heute Nacht.

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7 Gedanken zu „Der Schlussstrich

  1. Anhora Autor

    Liebe Gabriela,
    Stefano lebt mit seinem kleinen Sohn wieder in Rom. Der Kleine habe schon nach wenigen Wochen aufgehört, deutsch zu sprechen, selbst wenn er auf deutsch angesprochen wurde. Sie leben im selben Haus der Familie Stefanos, er selbst arbeitet wieder in seinem früheren Beruf. Diese schwere Zeit war für den Jungen ein Disaster. Er wurde auffällig, voller Unruhe und Zorn. Wir hoffen, das wird sich wieder beruhigen. Haben schon seit einer Weile nichts mehr gehört, Stefano spricht ja selbst kaum deutsch, da ist Kommunikation schwierig. Traurige Geschichte.

    Herzlicher Gruß!

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  2. Hausfrau Hanna

    Der Schlussstrich ist zwar etwas Endgültiges,
    liebe Anhora,
    und darunter bleibt ganz viel.
    Mehr als wir vielleicht wissen oder zu ahnen vermögen.

    Einen lieben Gruss zu dir und der mir unbekannten kleinen Familie
    von Hausfrau Hanna

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  3. Gabriela

    Möge es nicht einfach ein Schlussstrich sein. Möge er sich bewegen, wellenförmig werden, neue Wörter schreiben, irgendwann vielleicht sogar : „Leben“….
    Ich habe heute einen Regenbogen geschenkt bekommen und ein Stück von ihm im Blog geteilt. Wenn du magst, darfst du ihn der kleinen, zurückgelassenen Familie weiterschenken….
    Lieben Gruss

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    1. Anhora Autor

      Liebe Gabriela, ich habe heute in deinem Blog auf den Button „Ausgang“ geklickt und alles gelesen. Heute war der Tag dafür, das aufgeschrieben zu sehn, was die kleine italienische Familie hier ähnlich durchgemacht hat. Ich nehme gerne ein Stück von deinem Regenbogen, und gebe ihn weiter. Danke dir.

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