Beim Verlassen des Raucherabteils

Es war nicht mein Entschluss. Es geschah fast ohne mein Zutun, und zwar am 1. Juni 2009, als ich nach etlichen rauchfreien Jahren wieder damit anfing. Wir waren gerade aus dem Auto gestiegen und standen auf dem Parkplatz einer Klinik, meine Tochter, ihr Vater und ich. Er zündete eine Zigarette an und erstaunt hörte ich meine eigene Stimme, die darum bat, auch eine zu bekommen. Rauchend traten wir dann langsam auf das Gebäude zu, um unseren Jungen zu sehen.

Ein Jahr lang habe ich mich festgehalten an Zigaretten. Sie haben mich beruhigt, getröstet, für kleine Unterbrechungen gesorgt. Doch bleibt es bei mir nicht bei denen, die ich rauchen will. Es kommen noch jene dazu, die ich rauchen muss, obwohl sie nicht schmecken. Die am frühen Morgen zum Beispiel. Oder wenn eh schon zu viele im Aschenbecher liegen. Oder während der Arbeit die verstohlenen Züge hinterm Haus. Könnte ich nur gelegentlich rauchen – ich würde nie aufhören damit. Doch mit der Marlboro-Schachtel in der Tasche gibt es für mich keine Ruhe, und allmählich langte ich wieder richtig zu.

Schluss damit.

Meine Gründe fürs Rauchen sind fadenscheinig  geworden. Seit dem 1. Juni, seit zwei Tagen also, fasse ich keine Zigarette mehr an. Und dabei bleibts.

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2 Gedanken zu „Beim Verlassen des Raucherabteils

  1. Anhora Autor

    Danke!

    Jaa, „wie gemütlich es doch wäre…“ Mit praktisch jeder Zigarette macht man es sich ein paar Minuten lang gemütlich. Wenn schon alles andere ungemütlich ist, hat man es doch verdient, gell?

    Aber für mich gehörte im Nachgang zu dieser Gemütlichkeit eben auch: nach Rauch riechen bei Kollegen, meinem Mann (Nichtraucher), draußen stehen vor der Tür, hoffen dass niemand vorbeikommt und gafft, im Büro auf die Uhr sehen, wann endlich Zeit für eine Pause ist, am Wochenende nach Möglichkeiten suchen, um zu rauchen, ungeduldig werden, wenn es nicht klappt. Ach ja es fehlt noch das Übelsein nach der Zigarette, der Druck auf dem Magen, die kalten Hände … (du liest gerade mein Motivationsschema) 😉

    Ich schaff das. Chakaah!

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  2. schneiderin

    Klasse!
    Dann kommen jetzt noch ein paar schwierige Momente, für die ich Dir ein Sturbleiben wünsche.

    Ich rauche seit zwölf Jahren nicht mehr, hätte, wenn ich nur gelegentlich rauchen könnte, ebenfalls nicht aufgehört und denke noch heute, aber nur noch ganz selten, wie gemütlich es doch wäre, jetzt…

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