Nicht lustig

23. Januar 2012

Protokolle soll man schreiben. Das hilft, sagte der Experte. In einer Talkshow sprach er zu Essgestörten, die festhalten sollen, was sie so knabbern den ganzen Tag. Ich dachte: Das ist eine gute Idee. Dann stellt sich heraus, dass ich mitnichten mehr esse als vor meinem Nichtraucherdasein, dass zwei Kilo völlig aus dem Blauen heraus direkt auf meinen Hüften landeten, ein Phänomen. Die Tabelle, die ich erstellen würde, hatte ich auch schon im Kopf: Was esse ich, wann, wieviel, und warum?

Beim warum blieb ich hängen. Auch ohne Protokoll entdeckte ich schnell, dass ich die Nase selbst dann in den Kühlschrank stecke, wenn ich gar keinen Hunger habe. Zum Beispiel wenn Zeit ist fürs Abendbrot und ich zwar nicht hungrig bin – das Nachmittags-Bounty verhindert das – , aber trotzdem an der Folie des Pfeffer-Bries zupfe und in ein frisches Butterbrot beiße. Einfach weil ich Lust dazu habe, wie ich vorher Lust hatte zu rauchen. Lust auf Lust eben. Und wie das schmeckt! Ich hatte schon befürchtet, meine Geschmacksknöspchen hätten sich verabschiedet für dieses Leben, aber es gibt sie noch. Die dicken Verschorfungen, die giftiger Qualm angerichtet hat, werden wieder dünner

Also doch überflüssige Kalorien. Würde ich nur essen, wenn ich Hunger habe, wären sie leicht eingespart. Was aber ersetzt das Essen? Was ersetzt Zigaretten, was ersetzt lustvolle Pausen? Ich kann doch nicht anfangen, im Stundentakt über den Liebsten herzufallen, schon weil er nicht immer anwesend ist. Und wäre auch zu aufwendig, hab mir dass bereits überlegt, das ist es nicht, was ich meine.

Wie machen Nichtraucher das nur? Womit verlustiert ihr euch?


Schwere Zeiten

21. Januar 2012

Ist es nicht genug, das Rauchen aufzugeben? Aber nein, eine finstere Macht hat es darauf abgesehen, uns armen Würmchen auch sonst jede Freude fortzunehmen und daher mit Absicht die Anzeige der Personenwaage nach oben springen lassen. Der Geschwächte muss nun nach dem Nikotinentzug auch noch mit dem Schlecken aufhören. Oder mit Kartoffelchips, dem Nachschlag der Kässpätzle oder was sich sonst als Ersatz für psychische Stabilisierung in den Mund schieben lässt. Dabei stimmt es gar nicht, dass ich mehr esse. Vielleicht glegentlich ein Kitkat Chunky oder ein Bounty, von mir aus, na gut jeden Tag ein Riegel. Und? Ist es ein Verbrechen? Soll es nichts mehr geben zum Aufheitern den lieben langen Tag? Eben. Und bis vor kurzem hätte das mein Gewicht auch unbeeindruckt gelassen.

Ich glaube, mir fehlt Adrenalin. Nikotin sorgt bestimmt für Stress im Körper, jedenfalls wurde ich immer ein bisschen hibbelig nach dem Rauchen und wenn ichs mir recht überlege: vor dem Rauchen auch. So kam es vielleicht, dass Kalorien in meiner aufgewühlten Blutbahn immerzu weiter gestrudelt wurden und wenig Chancen zum Ansetzen hatten. Aber jetzt – schwappen sie träg auf meine Hüften, legen sich schlafen und wollen nie wieder weg.  Bestimmt werden Kalorien, die in feine Ritzen und Falten gespült und vom reißenden Strom vergessen worden waren, nun von den friedlichen Bächlein in meinen Blutgefäßen aufgespürt und eingesammelt und zu all den andern Speckgewordenen auf die Hüften bugsiert. So lege ich an Gewicht zu, auch wenn ich gar nichts esse. Wenn ich an Gulasch nur denke. Oder an Bratkartoffeln. Wahrscheinlich nehme ich jetzt, da ich diesen Artikel verfasse, gerade ein halbes Pfund zu. Drum hör ich jetzt auf.


Die weiteren Aussichten: Wolkenlos

18. Januar 2012

Auf dem Weg zum Supermarkt stehe ich an einer Ampel, die Straße verläuft mehrspurig. Neben mir hält ein roter Golf. Sein Fenster ist ein Stück heruntergelassen trotz starrem Frost, der Häuser und Bäume dick eingezuckert hat. Ein Mann um die Vierzig sitzt am Steuer des Wagens und zieht an einer Zigarette. Ja und? Denkt er sich wohl oder denkt sich gar nichts, Winterluft ist nun einmal kalt. Und wer die Qualmwolke im Fahrzeug nicht einschließen und sich tränenden Augen holen will, muss offene Fenster ertragen.

Die Ampel springt auf Grün, der Mann neben mir fährt an und ich überlege, ob ich ihn beneide. Überall sehe ich diese Menschen und unterstelle ihnen, dass sie sich um nichts Gedanken machen, sondern einfach an ihren Zigaretten nuckeln und dann denke ich: Wieso können die das und ich nicht? Immer begleiteten mich Selbstvorwürfe. Die Gesundheit, das Geld, und überhaupt. Lustvolles Rauchen funktionierte nur dann, wenn es schmeckte, der Gesundheit nicht schadete und das Geld egal war, also ab dem zweiten oder dritten Glas Wein. Ansonsten blieb es ein Traum.

Jedenfalls hab ichs warm in meinem Auto, und es stinkt nichts außer die Heizung ein bisschen. In dem Alter darf sie das.

Zweieinhalb Wochen – ich bin frei!


Neues aus der Nichtraucherzone

15. Januar 2012

Zwei Wochen geschafft. Es ist, als wäre ein Schalter umgelegt, ich wünsche mir keine Zigaretten mehr. Was ich mir wünsche, ist immer noch ein Ersatz für die Verschnaufpausen.  Auf jede einzelne hatte ich mich gefreut, und das war natürlich die Sucht. Ich litt ja auch, wenn diese Halbzeiten verhindert wurden, oder wenn ich auf dem Balkon draußen fror, oder wenn beißendes Lucky Strike Aroma hinter mir her stank. Trotzdem. Die Gier war groß genug, dass ich auch oder gerade im größten Stress eine Unterbrechung zuließ und für ein paar Minuten rausging: Dampf ablassen, im buchstäblichen Sinn, praktisch auf Knopfdruck. Nichts anderes ist stark genug, dass man sich vom überfüllten Schreibtisch erheben würde, da mögen Jojo, Sudoku und Schaukel noch so verlocken. Man vergisst es einfach im Trubel.


Pausenfüller

10. Januar 2012

Als ehemalige Stressraucherin bin ich an viele kleinen Pausen gewöhnt. Die frischgebackene Nichtraucherin, die hier schreibt, will darauf nicht verzichten, doch womit nun die Tageslücken füllen? Nein, nicht Yoga, Fachzeitschriften lesen oder sonstwas Vernünftiges und Gesundes. Lieber was Unnützes. Etwas, das nur dem einen Zweck dient, Spaß zu machen. Was könnte mich also ablenken? Es ist nicht so leicht zu beantworten wie eine Zigarette anzuzünden. Da fühlt es sich – kaum dass der Nikotinnachschub in die Gänge kommt – augenblicklich angenehm an innendrin, wie der Einschaltknopf des Fernsehers: Schnell, simpel,  Vorabendprogramm. Dazu gehört keine Beschäftigung mit mir. Das läuft von selbst.

Während ich mit den Fingern auf der Schreibtischplatte herumreibe – es will mir nichts Gescheites einfallen – stellt sich eine andere Frage:  Wieviel Zeit nehme ich mir, meine Wünsche aufzuspüren? Tiefer: Wieviel Zeit bin ich mir wert? Was bin ich mir wert? Ohgottle. Jetzt werd ich umgegraben von Gedanken, und  wollte doch nur Pausenfüller finden. Ein paar Minuten lang puzzeln zum Beispiel oder an einem Sudoku weiterknobeln. Aber da könnt ich nicht nach fünf Minuten wieder aufhören.

Den Volltreffer suche ich noch und bis dahin geh ich immer wieder ans Fenster und schau raus. Ein kleines Gemälde wär auch interessant, entstanden in zahlreichen 5-Minuten-Etäppchen. Ich bleib dran, soviel Zeit muss sein. Könnte auch Socken stricken, oder eine Mütze. Lacht nur! Irgendeine Schwäche braucht schließlich jeder.

Und überhaupt: 10 Tage rauchfrei! So kampflos gings noch nie, kann es mir selbst nicht erklären.


Mußeminuten

8. Januar 2012

Nach einer Woche fing ich sonst meist schon an, von einer Zigarette zu träumen. Nur eine natürlich, und nur gelegentlich, die kleine Pause, ach, jetzt raus dürfen, schau! Vöglein hüpfen vorm Fenster umher, ein verirrter Sonnenstrahl lockt ins Freie, dürre Blättlein am Balkongesträuch winken … Nix. Diesmal nicht. Ich denk gar nicht dran.

Nichtraucher sind gesund, haben es warm, riechen sauber, sie achten auf sich, sie sind frei. Raucher sind selbstzerstörerisch. Diese Mantras hab ich mir alle auf dem Balkon ausgedacht, und hüpfende Vöglein oder gar Sonne hab ich da nicht entdeckt.

Zigarettenpausen bestehen aber nicht nur aus Zigaretten, sondern auch aus Pausen, und zwar aus ganz besonderen. Zum Druck bei der Arbeit zum Beispiel kam nämlich die Anspannung durch den niedrig gewordenen Nikotinspiegel. Ich zündete eine Zigarette an und tattaaa – beides fiel ab: die Belastung der Psyche und die Entzugserscheinung. Phantastisch. Und diese kostbaren Minuten gibt es jetzt nie mehr?

Doch. Ich unterbreche das, was mich gerade beschäftigt, auch weiterhin immer wieder. Sehe zum Fenster hinaus, (als Balkonraucher kriegt man ja einiges mit in der Nachbarschaft und man fragt sich, wie alles weitergeht), zupfe an Zimmerpflanzen herum, tu dies, tu das, setz mich wieder hin und arbeite weiter. Egal was es ist – es muss nur ablenken und man muss es ausgesprochen gerne tun. Sonst ist es ja keine richtige Pause.

Jetzt liegen acht Tage rauchfrei hinter mir und es fehlt nichts. Unglaublich.


Zwischenstand

5. Januar 2012

Fast eine Woche nicht geraucht, und mir fehlt erstaunlich wenig. Hab wohl die richtigen Mantras diesmal, Raucher sind eben nicht cool, sondern selbstzerstörisch. Als wäre ein gesunder Körper belanglos und sie könnten mit ihm tun, was sie wollten. Können sie ja auch, jeder hat das Recht sich zu schaden, wenn ihm danach ist. Aber warum? Halten sich Raucher für nicht bedeutsam genug, um sich pfleglich zu behandeln? Oder strafen sie sich gar für etwas, tief innendrin?

So ein Quatsch! Selbstverständlich nehme ich mich wichtig, hätte ich vor kurzem noch protestiert. Man liest doch in Ratgebern aller Art: Auf die eigenen Bedürfnisse hören, in sich hinein horchen, nachgeben. Nichts leichter als das. Mit seufzendem Lächeln wird nach draußen geschlappt neben den Aschenbecher und einem Bedürfnis nachgegeben – das es ohne Rauchen gar nicht gäbe. Geben wirs zu, die wenigsten Zigaretten schmecken. Nikotin hebt uns nicht  in genussreichere Sphären, wir rauchen ja nicht zum Spaß. Wir winden uns damit nur aus einem engen Loch heraus zurück in den Normalzustand, den ein Nichtraucher nie verlässt.

Der Zeitpunkt zum Aufhören war gut gewählt. Ich blicke aus dem Fenster, wo ein enormer Sturm alles wegfegt und man muss Angst haben, von herumschießenden Gegenständen erschlagen zu werden. Ich wollte nicht draußen stehn heute!


Genug!

31. Dezember 2011

Schnell nochmal raus, eine rauchen. Ich schnippe die Asche lässig auf den Balkonboden, was tuts. Ein paar Kracher können es nicht erwarten und es knallt, pfeift, flackert glühend am Nachthimmel auf. Aus einer Wohnung dringt Lachen. Vielleicht haben sie mich entdeckt, denke ich, ein schnatterndes Häufchen im zugigen Eck, brrrr, ist das kalt. Nass. Eklig. Gut, dass ich morgen drin bleiben kann, warm an die Heizung gekuschelt oder jedenfalls ganztags auf dem Sofa. Neun Zigaretten habe ich noch. Das vergangene Jahr eignete sich nicht, um aufzuhören damit. Jetzt ist es zu Ende und die Dinge haben sich verändert. Ich halte nichts von Vorsätzen zum neuen Jahr, aber für diesen einen ist nun die richtige Zeit. Das hab ich am letzten Silvester zwar auch gesagt, aber dieses Mal meine ich es. Ich hab genug. Ab morgen bin ich Nichtraucher.

Einen guten Rutsch euch allen!
Möge euch das gelingen, was ihr euch vorgenommen habt.


Zwischen den Jahren

30. Dezember 2011

Alles überstanden, Weihnachten ist über uns weggebraust. Ich habe den Kopf eingezogen und gewartet, bis es wieder ruhig wurde. Nicht dass etwas vorgefallen wäre. Am Feiertag briet ich einen Truthahn, der gut geworden war. Mit einer Mischung aus Zitronensaft und Whiskey einreiben kann ich empfehlen. Nicht alle Kinder waren da, einer meiner Söhne flog nach Kolumbien, um einen Freund und seine Familie zu besuchen. Salsa könne er nicht mehr hören, teilte er in einer E-Mail mit, sonst alles cool.

Wir waren immer noch zehn Leute. Ein Familientag, wie es sich gehört, hätte ich nicht die ganze Zeit neben mir gestanden. Alles glitt ein wenig ab, wie Wasser von einem Ölmantel. Schon die letzten Monate hatten nicht zu hundert Prozent mit mir zu tun, obwohl ich von außen gesehn die Hauptdarstellerin war in diesem meinem Leben.  Das sind die Medikamente. Vieles, was Angst macht, bleibt ausgesperrt. Manches andere auch.

Im neuen Jahr werde ich darauf verzichten. Nein, erstmal aufs Rauchen verzichten. Dann auf die Medikamente. Derweil funkelt der Christbaum hier mit goldenen Kugeln vor sich hin und versucht, den Raum mit dem göttlichen Entwurf von Liebe und Neubeginn zu füllen. Schön sieht er aus.


Driving home for Christmas

24. Dezember 2011

Ja so ist das, wenn man mit einem Briten zusammen lebt. Man sitzt am Heiligabend am Computer, tut Dinge, die man jeden Abend tut. Mir fehlt nichts. Man kann nicht morgens auf den Wochenmarkt hetzen, einen toten Truthahn durch die Straßen schleppen, letzte Geschenke aus menschenumwaberten Geschäften erobern, die Wohnung in Ordnung bringen, das Badezimmer putzen, den Menüplan durchgehen, vorkochen nach Möglichkeit, und dann am Abend entspannt vor dem Christbaum stehen und Weihnachtslieder singen. Nein. Die Kinder, das Essen, die Bescherung – das machen wir alles morgen. So ist es in England Tradition, und mir gefällt sie.

Die Gaben bringt freilich immer noch das Christkind, nicht Santa Claus. Wir hören uns auch nicht die Rede der Queen im Fernsehen an, wir tragen keine bunten Papierhüte und ziehen keine Knallbonbons. Auch vor Plumpudding bleibe ich dieses Jahr verschont, und wir haben keinen Mistelzweig in der Wohnung.

Was hierher und zu uns passt, entscheiden wir frei. Deshalb kann ich nach der überarbeiteten und hektischen letzten Zeit jetzt, in diesem Moment, während Chris Rea im Radio is driving home for Christmas, auch ankommen. Es ist Weihnachten. Schön.

Euch allen wünsche ich ein besinnliches, entspanntes Fest und fröhliche Feiertage!


Kartenspenden

17. Dezember 2011

England hat ja dieses Ding mit Weihnachtskarten. Familie, Freund, Nachbar – jeder schickt eine Weihnachtskarte. Es steht meist nur der Name und ein paar hingemalte Kreuzchen unter den eingedruckten guten Wünschen. Persönliche Worte finden sich in der Post von Verwandten auf der Insel kaum. Ein paar Karten haben wir bekommen, alle von Engländern, nur eine aus Deutschland. Die kam von der Bank.

Hinterher jedenfalls, nach dem Fest, lege ich die schönsten Exemplare in eine Schachtel und bewahre sie auf. In England aber gibt man sie: der Charity. Einer mildtätigen Organisation. Da fragt sich der verblüffte Deutsche, worin der Wert beschriebener und abgelaufener Weihnachtskarten liegen könnte. Der Engländer an meiner Seite – in der Regel weiß er auf alles eine Antwort – zieht auf meine Frage hin die Schultern hoch und furcht die Stirn. Es fällt ihm schwer zu sagen: „I don’t know.“ Also sagt er es auch nicht. Sondern wendet sich dem Büffet zu und arrangiert Weihnachtskarten.

 


Da staunt der Laie

8. Dezember 2011

Lady Ashtonburry steht neben mir und seufzt, klagt über die kaltherzige Verwandten. Sie ist Witwe geworden, wir befinden uns in Schottland auf der Trauerfeier in Schloss Darkwood, zahlreiche Gäste sind gekommen. Lady Ashtonburry schwebt nun davon zu einem anderen Tisch, plaudert, leidet. Es gibt ein Vier-Gänge-Menü, mysteriöse Entwicklungen, ein Mord: Vor unseren Augen wird der Halbbruder des seligen Lord Ashtonburry vergiftet. Von Scotland Yard erscheint ein Inspektor.

Keine Panik, wir befinden uns bei einem Krimidinner, aber hier muss etwas ganz anderes aufgeklärt werden. Säße nicht der geliebte Engländer neben mir – ich hätte ich es nie erfahren. (Was weiter nicht schlimm wäre).

Jedenfalls muss man zunächst wissen, dass es in London streets, alleys und yards gibt (keine roads übrigens), und wie es bei uns die Königsberger Straße gibt oder den Berliner Platz, gibt es in London die Liverpool Street oder den Scotland Yard. Scotland Yard ist zuerst einmal eine Straße. Hier – wir ahnen es schon – befindet sich das Gebäude der Kriminalpolizei , des Metropolitan Police Service. Er ist noch nicht einmal für die City von London zuständig, aber für die anderen Bezirke der Stadt.

Wie kommt es nun, dass alle Welt glaubt, das umgangssprachlich Scotland Yard genannte Polizeirevier als für ganz Großbritannien zuständig zu erklären? Wir wissen es nicht. Vermuten aber, dass Sherlock Holmes, (den es nie gegeben hat), für die Bekanntheit dieser Londoner Einheit beigetragen hat. Wurde er doch von Scotland Yard in der Regel um Unterstützung gebeten, wenn sie selbst nicht weiterkamen.

Zurück zu unserem Theaterstückchen zwischen den Tischen der Gäste: Scotland Yard ist wie gesagt ausschließlich für einen Teil Londons zuständig, nicht für den Rest von England und schon gar nicht für Schottland. Das wusste der Autor des Theaterstücks offenbar nicht. Aber der Engländer neben mir.

Des weiteren, schmunzelt er, ist „Ashtonburry“ ein englischer Name, kein schottischer.

Außerdem gibt es in Schottland kaum Lords oder Ladys, sondern Dukes, Earls, und wenn doch ein vereinzelter Lord herumgeistert, dann ist es ein Laird.

Milady und Milord, wie wir im Theaterstück angesprochen werden, gibt es ebenfalls nicht, weder in England noch in Schottland, nur in Deutschland. Im Königreich wird Mylord und Mylady als Mailord und Mailady ausgesprochen. So. Jetzt wissen wir das auch.

Am Ende stimmen die Schauspieler „God save the Queen“ an, was an sich nicht falsch wäre, spielte das Stück nicht vor etwa hundert Jahren. Damals regierte aber irgendein Georg oder Edward, „God save the King“ wäre also korrekt gewesen.

Aber das Beste kommt noch: Das Speisemenü. Ich zitiere die Vorspeise: „Rosa gebratenes Hirsch-Roastbeef mit Feldsalat und Cranberry-Chutney“. Was jetzt, wundert sich Lord Wiseguy neben mir. Hirsch oder Beef? Beides kann es nicht sein, denn Beef ist nun mal Rind.

Ihr seht schon, wir hatten einen vergnüglichen Abend. Den Mörder geraten, gut gegessen, gelacht. Schön wars.


Gebongt!

1. Dezember 2011

Man will seine Zeit ja nicht tatenlos absitzen. Anstatt also Bücher zu lesen oder lange Spaziergänge zu machen, womit nachweislich kein Geld zu verdienen ist, habe ich die letzten zwei Wochen gebastelt. Am PC, und ganz allein. Jetzt hab ich eine Website, seit 10 Minuten ist sie online: www.exiga.de

Gut, gell? Und jetzt schau ich mal in den Bücherschrank.


Wort des Tages

30. November 2011

komm schwester tod
es ist drachenzeit
lass uns rennen
in wälder und wege
und hinterher kochen wir uns einen dicken eintopf


Yahoogruppe – Wort des Tages, von Birgit.

 


Die Aufgabe stellte Gabriela:

Bildet einen Satz, in dem mindestend drei Buchtitel enthalten sind.

Lasst euch von eurer aktuellen Lektüre inspirieren.

 


Wissenschaft trifft Wirtschaft

28. November 2011

In eigener Sache, das ist mehr für meine Familie. Schaut mal:

Wissenschaft trifft Wirtschaft

In dem Film stellen die E.ON Bayern Vertrieb GmbH und die Honors Elitestudiengänge der Universität Regensburg ihre Kooperation vor.

Ja genau. Elitestudiengänge. Nicht dass es von Bedeutung wäre. Nicht dass er sich etwas darauf einbildet. Nein, es kommt nicht darauf an, zu irgendeiner Elite zu gehören, es hat nicht zwingend ein glücklicheres Leben zur Folge. Ich bin gegen Hervorhebungen und Zurschaustellungen von wasauchimmer. Geld, Macht, oder eben auch Köpfchen. Wir sitzen alle im selben Boot, so hab ich meine Kinder erzogen.

Aber dann wieder … ich kriegs nicht raus aus den Gedanken. Es wird ja nicht jeder zugelassen zu solchen Studiengängen. Die suchen sich aus, wen sie wollen. Und IHN – wollten sie. Also, den Sohn, den ich ins Leben beförderte. Dem ich die Brust gab und dann die Nuckelflasche, mit dem ich Bilderbücher anschaute und dem ich staunend zusah, wie er heranwuchs und seine Anlagen zusammenfügte. Also gut. Ich gebs zu. Ich bin saumäßig stolz! Denn ohne diesen Sohn (man sieht ihn in dem Film) gäbe es einen Studenten weniger. Oder halt einen anderen. Aber das wäre nicht das Gleiche.


Nochmal Blog Award

27. November 2011

Was Gabriela aus diesem Award gemacht hat, will ich euch auf gar keinen Fall vorenthalten. Eine wundervolle Idee!

Auf einander zu

 


Danke, Versatile Blog Award!

26. November 2011

Bis gestern steckte in den WordPress-Statistiken dieses Blogs eine Stelle mit verklumptem Herzblut. Zweieinhalb Jahre lang blieb es sichtbar, wenn ich hier saß, direkt unter dem Diagramm. Ich meine den Eintrag: 25. Juni 2009 – 90 Aufrufe, verkehrsreichster Tag seit Bestehen des Blogs.

Mein Sohn hatte schon mehrere Wochen auf der Intensivstation verbracht und war kurz davor, auf eine normale Station verlegt zu werden. Dieser Blog diente damals – ohne tags zu verwenden – nur der Information von Familie und Freunden, fremde Leser gab es noch nicht. Ich vermeldete täglich die winzigen Fortschritte des Jungen, so musste ich niemanden anrufen, dasselbe nicht wieder und wieder erzählen, die Kraft hätte gefehlt. Mir alles von der Seele zu schreiben, war dagegen heilend.

Jedenfalls: Der 25. Juni 2009  steht nicht mehr da. Mit wiederum 90 Aufrufen wurde gestern der 25. November 2011 zum verkehrsreichsten Tag in der Statistik. Die Erinnerung an eine Zeit des Schocks ist ersetzt durch eine an den „Versatile Blog Award“. Anders kann ich mir nicht erklären, warum es gestern fast doppelt so viele Klicks gab wie normalerweise.

Ich bin froh. Ich will nach vorne schauen und Lösungen suchen, nicht zurück und mich an Schmerzen festhalten. Deshalb danke, Sofasophia, dass du mich „erwählt“ hast, und allen Besuchern gestern und heute (es sieht aus, als ob es einen neuen Rekord gibt) meinen aufrichtigen und herzlichen Dank. Es hat mir gut getan!

 


„Das haben wir doch längst, du Vollhorst!“

23. November 2011

Das Hin und Her mit Griechenland führt natürlich dazu, dass die Witzemacher kreativ werden. Einen habe ich gemailt bekommen, er ist zu nett. Natürlich will ich keinem Griechen zu nahe treten, ganz besonders nicht dem, den meine Tochter kennt. Nix für ungut, gell!

Das Tagebuch von Giorgos Papandreou

 

 


Ausgezeichnet!

22. November 2011

Ein herzliches Dankeschön an Sofasophia, die mir den Versatile Blog Award verliehen hat! Schön, dass du an mich gedacht hast.

Das war der einfache Teil, die Dankesworte an das Preisverleihungskommittee und natürlich an Mom and Dad die das alles erst möglich gemacht haben und so weiter. ;-)

Schwieriger ist die Aufgabe, die damit verbunden ist: Sieben Dinge soll ich über mich selbst preisgeben, einfach so. Für Geheimnisse ist ein Blog natürlich nicht die richtige Plattform, deshalb versuche ich mal, etwas dazwischen zu finden.

  1. Ich stricke gern. Tue es aber fast nie, weil es so altbacken daherkommt. Außerdem lese ich noch lieber, und für beides fehlt dann die Zeit.
  2. Ich leide unter einem Keller-Syndrom. Seit meinem letzten Umzug hab ich einen zu kleinen Keller und am liebsten würde ich ihn sprengen, damit er größer wird.
  3. Ich fahre leicht aus der Haut.
  4. Ich bin Mitglied in der Schreibgruppe „Wort des Tages“.
  5. Ich habe vier Kinder. Alles Wunschkinder!
  6. Mein Liebster stammt aus England und ich kann mich auch nach Jahren immer noch nicht an den britischen Humor gewöhnen. (siehe Punkt 3)
  7. Meine Mutter, die hier immer wieder mal postet, ist 79 Jahre alt. Sie hat eine eigene Homepage mit Bildern, die sie gemalt hat, und auch nach einem Schlaganfall ruft sie noch täglich ihre e-mails ab.

Und damit reiche ich diesen Award weiter an folgende besonders gelungene Blogs. Dabei muss ich z.B. Hausfrau Hanna, Wildgans und manche andere aussparen, da diese den Award bereits erhalten haben. Deshalb konnte ich auch keine 15 zusammen kriegen. Wahrscheinlich hab ich auch welche vergessen.

Aufeinander zu

Der Muger

Schreibschaukel

Wir Hyperboreer

Sweetkoffie’s Blog

Creative Page

Runningtom

 

und so gehts:

  1. Verlinke den Blog der Person, die dich mit der Auszeichnung beehrt hat.
  2. Teile mit deinen LeserInnen sieben Fakten über dich, die vielleicht noch nicht jeder weiß.
  3. Gib die Auszeichnung an fünfzehn andere Blogs weiter, die du magst und benachrichtige sie, denn sie sollen ja erfahren, dass sie von dir die Auszeichnung erhalten haben.

Ding und Raum – ein Gespräch

16. November 2011

mit dem Liebsten

Ich: „Nein.“
Er: „Warum nicht?“
Ich: „Weil es eingequetscht aussieht.“
Er: „Es passt doch!“
Ich: „Nein. Zu wenig Platz zwischen Kommode und Wand.“
Er: „Hm.“
Ich: „Feng Shui sagt, jedes Ding braucht Raum, um zu wirken. Und jeder Mensch.“

Ihn zur Seite schiebend, Deckenleuchter davontragend.

Er: Blicklos vor sich hingrübelnd.

Dann: „Mir gefällt die Lampe dort aber.“
Ich: „Feng Shui sagt, alles atmet. Wir zwingen nichts in eine Ecke, wo es keine Luft kriegt. Das wirkt sonst auf uns.“
Er: „Weiß Feng Shui, dass es so zu dunkel ist hier?“
Ich: „Lieber im Dunkeln tasten als im Hellen röcheln.“
Er: „Das ist nicht Feng Shui. Das ist Feng Scheiße.“

Ignorant.


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